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SAP verspielt Vertrauen: Aktie fällt nach Gewinnwarnung weiter


FINANZKRISE  

SAP-Aktie fällt nach Gewinnwarnung weiter

07.10.2008, 13:28 Uhr | sky, t-online.de, dpa-AFX

Dunkle Wolken über SAP. (Foto: dpa)Dunkle Wolken über SAP. (Foto: dpa) Erst trifft die Finanzkrise SAP mit voller Wucht - und nun strafen zornige Aktionäre den Software-Konzern wegen der plötzlich entdeckten Order-Ausfälle ab. Die Aktien von SAP weiten ihre Vortagesverluste aus: Gegen 13.00 Uhr brechen die Titel des Softwarekonzerns um zehn Prozent auf 25,96 Euro ein, nachdem sie bereits am Montag um mehr als 16 Prozent abgerutscht waren und am Dienstagmorgen um 14,4 Prozent nachgegeben hatten. Der Konzern hatte am Vorabend eine Gewinnwarnung abgeliefert und war kräftig nach unten gerutscht. Demnach fallen die vorläufigen Zahlen unter den eigenen Erwartungen aus.

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Plötzliche Gewinnwarnung

Die Finanzkrise hat mittlerweile Europas größten Softwarehersteller SAP erreicht: "Leider konnte sich SAP den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie sie seit der zweiten Septemberhälfte die Märkte erfasst, nicht entziehen", sagte SAP-Chef Henning Kagermann am Montag bei einer Telefonkonferenz. "Wir berichten daher heute Zahlen, die unter unseren Erwartungen liegen." Kagermann kündigte für die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal am 28. Oktober eine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr 2008 an. Für das dritte Quartal stellt SAP einen Dienstleistungs-Umsatz zwischen 1,97 und 1,98 Milliarden Euro in Aussicht. Das entspreche einer Steigerung von 13 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der reine Umsatz mit Software dürfte zwischen Juli und Ende September zwischen 740 und 750 Millionen Euro liegen nach 715 Millionen vor einem Jahr.

Analysten senken den Daumen

Händler verwiesen nun auf zahlreiche Kurszielsenkungen durch Analysten. Die Kursziele seien aber immer noch zu hoch und die Aktie zu teuer, hieß es am Markt. "Zudem hat der Vorstand nun viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, bis wir hier wieder eine Erholung sehen", sagte ein Börsianer. Auch habe sich die Aktie in den vergangenen Wochen des Marktabschwungs deutlich besser gehalten - das drehe sich nun um.

Noch immer recht optimistisch

Die Analysten schraubten zumeist ihre Kursziele nach unten, blieben in ihrer Einschätzung aber optimistisch. Die Experten der Credit Suisse reduzierten das Ziel von 42 auf 33 Euro, hielten aber an ihrer "Outperform"-Empfehlung fest. Die Zahlen hätten zwar deutlich unter den Markterwartungen gelegen, schrieb Analyst Rajesh Balasubramanian. Der Experte senkte aus diesem Grund und wegen des sich verschlechternden Ausblicks seine Prognosen für den Software-Hersteller. Im Vergleich zur Konkurrenz bleibe SAP aber besser positioniert, um selbst in einer Phase des Abschwungs die Umsätze noch zu steigern.

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UniCredit rät zum Kauf

Auch die UniCredit senkte das Ziel von 40 auf 44 Euro, rät aber unverändert zum Kauf der Titel. Der unerwartete Rückgang der Lizenzumsätze dürfte sich auch auf die operative Profitabilität im dritten Quartal auswirken, schrieb Analyst Knut Woller. Es sei ebenfalls durchaus möglich, dass durch die anhaltenden Turbulenzen der Finanzkrise auch die Lizenzumsätze des vierten Quartals betroffen seien. Dennoch könne SAP durch Kostensenkungen die Gewinne schützen.

Morgan Stanley empfiehlt "übergewichten"

Morgan Stanley hat die Einschätzung für SAP auf "Overweight" und auch das Kursziel bei 43 Euro belassen. Zwar habe der Lizenzumsatz im dritten Quartal unter den Erwartungen gelegen, aber der Rest des Geschäftes habe sich gut gehalten, schrieb Analyst James Dawson. Zudem könnte es SAP wie auch in früheren schwachen Marktphasen gelingen, durch Kostenkontrolle die Margen stabil zu halten oder leicht zu verbessern.

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