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Finanzkrise: US-Finanzminister erwartet weitere Bankenpleiten


Finanzkrise  

Neue Bankenpleiten wahrscheinlich

04.11.2008, 11:26 Uhr | oca/mash, dapd, AFP, dpa, t-online.de

US-Finanzminister Henry Paulson erwartet weitere Bankenpleiten. (Foto:dpa)US-Finanzminister Henry Paulson erwartet weitere Bankenpleiten. (Foto:dpa) Die Pleitewelle der US-Banken ist offenbar noch nicht am Ende. US-Finanzminister Henry Paulson erwartet trotz des umfangreichen Eingriffs der US-Regierung zur Rettung des Finanzsektors weitere Insolvenzen. "Wir müssen anerkennen, dass einige Finanzinstitutionen trotz der neuen Vollmachten des Finanzministeriums scheitern werden", sagte Paulson in Washington. Der Minister stellte klar, dass das 700 Milliarden schwere Paket der Regierung darauf abziele, die Folgen von Bankenkrisen für die Gesamtwirtschaft abzudämpfen. Es sei aber nicht dazu da, "jede existierende Finanzinstitution um ihrer selbst willen zu retten", sagte der Minister.

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US-Finanzminister für Weltfinanzkonferenz

Paulson regte zudem eine Konferenz mit Vertretern aus Industrie- und Schwellenländern an, um die weltweiten Folgen der Finanzkrise zu beraten. Das Treffen solle im Rahmen der G-20-Gruppe erfolgen, der reiche Länder ebenso angehören wie aufstrebende Volkswirtschaften des Südens. Dabei sollten hochrangige Vertreter der Finanzministerien und Zentralbanken beraten, wie die Schäden der Finanzkrise begrenzt werden könnten, um die Folgen der Krise und die Abschwächung der Konjunktur in den jeweiligen Ländern zu verringern.



Verschiedene Wege gegen die Finanzkrise

"Obwohl die Aufgabe nicht leicht ist, fühle ich mich jedes Mal wieder durch die Zusammenarbeit mit meinen internationalen Kollegen ermutigt", sagte er. Äußerungen aus Europa nannte der Finanzminister "hilfreich". Paulson sprach sich aber auch dafür aus, dass unterschiedliche Länder auch verschiedene Wege wählen, um der Krise Herr zu werden. "Es würde keinen Sinn machen, wenn wir identische Politikansätze verfolgen", sagte er. Die koordinierte Leitzinssenkung von sechs Notenbanken vom Mittwoch sei aber ein Beleg, dass die internationale Zusammenarbeit funktioniere.

Finanzkrise wird andauern

Laut Paulson ist ein baldiges Ende der Finanzkrise in den USA nicht absehbar. "Es ist Geduld gefragt, weil diese Turbulenzen kein schnelles Ende finden werden und noch bedeutsame Herausforderungen zu meistern sind." Er sei aber überzeugt, dass die Probleme überwunden werden können, betonte Paulson.

Paulson begrüßt Zinssenkungen

Der Finanzminister begrüßte die jüngsten Zinssenkungen. Sie seien ein "willkommenes Zeichen dafür, dass die Zentralbanken rund um den Globus darauf vorbereitet sind, in dieser schwierigen Zeit die Weltwirtschaft zu unterstützen", sagte Paulson. Die Europäische Zentralbank (EZB) kappte erstmals seit Juni 2003 den Leitzins für den Euro-Raum und verringerte ihn um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent. Zinssenkungen um jeweils 0,5 Punkte gab es auch in den USA auf 1,5 Prozent und in Großbritannien auf 4,5 Prozent.



Verstaatlichung nach britischem Vorbild

Unterdessen denkt die US-Regierung angesichts der dramatischen Lage im Finanzsektor auch über eine teilweise Verstaatlichung von Banken nach. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen in Washington. Die vom Kongress jetzt im Rahmen des 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungspakets gewährten Vollmachten zum Umgang mit der Finanzkrise eröffneten der Regierung eine Reihe von Möglichkeiten, hieß es. Ein derartiger staatlicher Einstieg bei Banken wäre zu vergleichen mit dem Vorgehen der britischen Regierung. Die britische Regierung kündigte am Mittwoch an, acht der größten Banken teilweise zu verstaatlichen, um die Stabilität auf dem Finanzmarkt wiederherzustellen. Premierminister Gordon Brown sprach von "radikalen" Eingriffen ins Bankensystem. Auf den britischen Plan angesprochen, sagte US-Finanzminister Henry Paulson, er weise diese Idee nicht zurück. Er wolle jedoch nicht darüber spekulieren, welches der neuen Rechte die Regierung nun anwende.

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