Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Finanzkrise: Arme Länder leiden unter Preisexplosion bei Energie und Nahrungsmitteln


Zusammenbrüche möglich  

Arme Ländern leiden unter Finanzkrise

13.10.2008, 13:14 Uhr | oca, dpa, t-online.de

Hilfe trotz Finanzkrise notwendig  (Quelle: Reuters)Hilfe trotz Finanzkrise notwendig (Quelle: Reuters) Vor einem halben Jahr noch schaute die Welt noch auf Hungerrevolten in armen Ländern und die sich zusammenbrauende Finanzkrise gleichermaßen sorgenvoll. Doch von der Not der Habenichtse reden nur noch wenige, seit die reichen Nationen ihren Finanzinstitutionen mit Abermilliarden zu Hilfe eilen und es dennoch beinahe täglich zu Bankpleiten und Abstürzen an den Börsen kommt. So gab es kaum Schlagzeilen, als Weltbank-Präsident Robert Zoellick jüngst mahnte: "Die Industrienationen müssen ein Auge auf einige der ärmsten Länder behalten. Wir können es nicht zulassen, dass die Finanzkrise zu einer menschlichen Krise wird."

Neu -
Milliarden-Paket - Der Mann, der die Wall Street retten soll
VW, Audi & Co. - Deutschlands wertvollste Marken
Quiz - Welche Bank steckt hinter diesem Logo?

Bankenrettung darf nicht als Vorwand genommen werden

Hilfsorganisationen sehen ernste Gefahren für den Kampf gegen die Armut. Die Bankenrettung dürfe nicht als Vorwand genommen werden, um Entwicklungsgelder zu streichen. Die Grünen in Berlin sprechen von einem "moralischen Missverhältnis", wenn ein 700-Milliarden-Dollar-Paket für Banken aufgelegt werde, während Afrika-Hilfen von 70 Milliarden scheiterten. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) warnte vor einer neuen Schuldenspirale und sprach von einer dreifachen Krise der Armen.

Zahl der unterernährten Menschen steigt

Die Last für die Ärmsten auf dem Globus ist bereits enorm. Die weltweite Preisexplosion bei Energie und Nahrungsmitteln traf die Bevölkerung dort mit am härtesten. Nach Schätzungen der Weltbank wird alleine in diesem Jahr die Zahl der schlecht- und unterernährten Menschen weltweit um 44 Millionen auf 967 Millionen wachsen. Nun kommt noch die Finanzkrise dazu, obwohl die Kernprobleme vor allem in wohlhabenden Ländern Unheil anrichten. Vor den wirtschaftlichen Auswirkungen sind aber auch arme Länder nicht gefeit.

Der Abzug des ausländischen Kapitals droht

"Niemand ist immun vor einem Übergreifen der Finanzkrise", sagte der Zentralbankchef der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Claude Masangu Mulongo, derzeit Vorsitzender der in den G24 zusammengeschlossenen Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Gefahren sind vielfältig: Es drohten der Abzug ausländischen Kapitals, Absatzprobleme, höhere Kosten für Kredite und eine Vertrauenskrise in jene Länder, die mühsam Fortschritte erzielten, befürchten die G24.

Quiz - Kennen Sie unser Steuersystem?

Entwicklungs- und Schwellenländer könnten zusammenbrechen

Erste Auswirkungen sind schon zu spüren: Für das nächste Jahr erwartet die Weltbank in den Entwicklungsländern nur noch vier Prozent Wachstum; im April war sie noch von 6,6 Prozent ausgegangen. Dieser Absturz sei "so stark, dass er sich wie eine Rezession anfühlt", meint Zoellick. Drastischer drückt sich der Chef der syrischen Zentralbank, Adib Mayaleh aus: "Die entwickelten Länder haben die Mittel, mit der Krise umzugehen", ist sich der G24-Vize sicher. "Wir Entwicklungs- und Schwellenländer aber könnten zusammenbrechen."

Kritik an reiche Staaten

Masangu Mulongo machte den USA die Rechnung auf: Washington habe Afrika 25 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) an Hilfen zugesagt, die allerdings noch nicht zur Verfügung stünden. "Aber in nur ein oder zwei Wochen hat man plötzlich 700 Milliarden (für das US-Rettungspaket) aufgetan." Ähnlich scharf schoss der kenianische Finanzminister John Michuki am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Wochenende in Washington gegen die reichen Staaten: "Wer ersetzt den unschuldigen Ländern, die unter diesem unverschuldeten Debakel leiden, ihren Schaden", fragte er in der US-Hauptstadt zornig.

Zusagen nicht vergessen

Mit einem eindringlichen Appell forderten die G24 die reichen Länder auf, über die Finanzkrise ihre Zusagen gegenüber den Ärmsten nicht zu vergessen. IWF und Weltbank nahmen sie nicht aus. Besonders anfälligen und kriegszerstörten Ländern müssten nun "umfangreicher und schneller" Finanzhilfen zukommen, verlangten sie.
Weltbank und IWF wollen nicht den geringsten Zweifel aufkommen lassen: Reiche Länder "dürfen nicht auf die Finanzkrise reagieren, indem sie ihre Hilfen für die ärmsten und verwundbarsten Staaten kürzen", betonte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn.

Mehr zum Thema:
Artikel Show - Die wichtigsten Export-Partner 2007
Artikel Show - Die wichtigsten Import-Partner 2007
Bankenchaos - Die Sparkassen profitieren
Fortune-Ranking - Die größten Konzerne weltweit
Finanzkrise - Wie sicher ist meine Altersvorsorge?
Sport - Finanzkrise erreicht die Bundesliga
Börse und Märkte - Das aktuelle Börsen-Geschehen auf einen Blick

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Blaue Hemden in 6 Dessins - passend für jeden Anlass
bei Walbusch
Anzeige
Happy Highspeed-Surfen: 210,- € Gutschrift sichern!*
MagentaZuhause L bestellen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018