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Online-Auktion: eBay im Sog der Finanzkrise


Online-Handel  

eBay im Sog der Finanzkrise

06.11.2008, 11:56 Uhr | fre, dpa-AFX , t-online.de

Ebay: Frühindikator einer US-Rezession? (Bild: Imago)Ebay: Frühindikator einer US-Rezession? (Bild: Imago) Der Erfolg des Hauptkonkurrenten Amazon und die Finanzkrise machen eBay zu schaffen: Das größte Internet-Auktionshaus rechnet in diesem Jahr mit weniger Umsatz und Gewinn als bisher geplant. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft befürchtet der US-Konzern sogar erstmals sinkende Einnahmen. Mit der Warnung enttäuschte eBay die Anleger und schickte seine Aktie am Mittwochabend nachbörslich auf Talfahrt.

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Amazon im Nacken

Die wirtschaftlichen Turbulenzen beeinträchtigten alle Geschäftsbereiche, sagte Konzernchef John Donahoe. Die düsteren Prognosen gelten als weiterer Beleg für eine bevorstehende Rezession in den USA. eBay kämpft jedoch zudem mit hausgemachten Problemen und der wachsenden Konkurrenz etwa durch Amazon.com, den weltgrößten Online-Einzelhändler.



Skype-Abschreibung drückte Überschuss

Im dritten Quartal erzielte eBay einen Überschuss von 492 Millionen Dollar (364 Millionen Euro). Im Vorjahr war wegen Abschreibungen auf die Internettelefonie-Tochter Skype ein Minus von 936 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu.
Die eBay-Aktie fiel nachbörslich weiter um rund 5 Prozent, nachdem sie bereits im Tagesverlauf um knapp 14 Prozent auf 15,33 Dollar abgestürzt war. Seit Jahresbeginn büßte eBay mehr als die Hälfte seines Börsenwerts ein. In der vergangenen Woche hatte der Konzern den Abbau von weltweit rund zehn Prozent seiner Stellen sowie zwei Übernahmen für insgesamt rund 1,3 Milliarden Dollar angekündigt. Die Kosten dafür belasten das Ergebnis zusätzlich.

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Etwas höhere Ausschüttung erwartet

Bei einem Umsatz von 2,02 bis 2,17 Milliarden Dollar soll der Gewinn je Aktie im laufenden Schlussquartal vor Sonderposten zwischen 0,39 und 0,41 Dollar liegen. Im Gesamtjahr erwartet eBay einen entsprechendes Plus von 1,69 bis 1,71 Dollar bei einem Umsatz zwischen 8,53 und 8,68 Milliarden Dollar.

Deutschland ist der zweitgrößte Markt

Wegen der Wachstumsprobleme änderte eBay in diesem Jahr bereits erfolglos sein Gebührenmodell. Das Auktionshaus senkte die Gebühren für das Einstellen von Produkten und erhöhte im Gegenzug drastisch die Transaktionkosten. Weltweit protestierten verärgerte Kunden gegen das neue Modell, zahlreiche Händler stiegen aus. In der Folge ging der Wert aller verkauften Waren erstmals in der Unternehmensgeschichte etwas zurück. Dagegen stieg der Umsatz im PayPal-Geschäft (elektronisches Bezahlen) im dritten Quartal um gut ein Viertel. Skype legte bei den Erlösen um 46 Prozent zu. Über die Hälfte seiner Auslands-Umsätze erzielt eBay in Deutschland, dem zweitgrößten Markt nach den USA.

Ebay setzt auf Festpreise

Weil das klassische Geschäft mit Versteigerungen lahmt, setzt eBay vermehrt auf normale Verkäufe zu Festpreisen wie bei anderen Online-Händlern. Amazon lockt umgekehrt verstärkt Drittanbieter auf seine Plattform und kommt so eBay ins Gehege. Amazon legt seine Quartalszahlen am nächsten Mittwoch vor.

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