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Ackermann verzichtet auf Bonus: Struck und Künast fordern mehr


Finanzkrise  

Gehaltsverzicht: Struck kanzelt Ackermann ab

17.10.2008, 17:52 Uhr | mfu, t-online.de, dpa

Ackermann verzichtet auf Jahresbonus (Foto: dpa)Ackermann verzichtet auf Jahresbonus (Foto: dpa) Bankmanager geraten wegen der Finanzkrise immer stärker unter Beschuss. Inzwischen reagieren die ersten Protagonisten auf die Kritik: Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann kündigte in der "Bild am Sonntag" an, in diesem Jahr auf seinen Bonus zu verzichten. Seitens der Politik setzt es dafür harsche Kritik: SPD-Fraktionschef Peter Struck (SPD) bezeichnete den Bonus-Verzicht als peinlichen Vorgang. Die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast, fordert gar, dass Ackermann sein ganzes Gehalt abgeben müsse. Lobende Worte kommen dagegen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU).

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Ackermann will Zeichen setzen

"Ich habe dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank mitgeteilt, dass ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen Bonus verzichte - zugunsten verdienter Mitarbeiter, die das Geld nötiger haben als ich", sagte Ackermann der "Bild am Sonntag". Damit wolle er "ein ganz persönliches Zeichen der Solidarität setzen". Die übrigen drei Vorstandsmitglieder des DAX-Konzerns schlossen sich Ackermanns Schritt an, wie ein Sprecher der Bank mitteilte. Auch die 20 Mitglieder des Aufsichtsrates verzichten demnach auf ihre variable Vergütung.

Höhe des Gehaltsverzichts noch unklar

Ackermann sagte, was das in Zahlen heiße, könne er noch nicht genau sagen, da das Geschäftsjahr noch nicht abgeschlossen sei und der Bonus somit noch nicht feststehe: "Aber es geht um einige Millionen." Für das Geschäftsjahr 2007 hatte der Schweizer dank eines Rekordgewinns der Bank knapp 14 Millionen Euro kassiert. Der Löwenanteil davon war an den Unternehmenserfolg gekoppelt, Ackermanns Grundgehalt belief sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Insgesamt erhielten die damals noch fünf Vorstandsmitglieder inklusive Ackermann 33,2 Millionen Euro. Davon waren nur rund 4,4 Millionen Euro erfolgsunabhängig. Die Aufsichtsräte erhielten 2007 als feste Vergütung insgesamt rund 2,2 Millionen Euro, die variable Vergütung der Kontrolleure belief sich auf insgesamt rund 3,7 Millionen Euro.

Steinbrück will Gehalts-Obergrenze für Banken

Die Verzichtserklärung kommt wenige Tage nach der Aussage von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Rettungspaket für die gebeutelte Finanzbranche 500.000 Euro als Obergrenze für das Jahresgehalt von Bankmanagern ins Gespräch gebracht hatte. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage zufolge befürworten 43 Prozent der Menschen in Deutschland eine solche Begrenzung der Managerbezüge.

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Bundestag stimmt Rettungspaket zu

Der Bundestag hat derweil mit großer Mehrheit dem Rettungspaket für die Finanzbranche von fast 500 Milliarden Euro zugestimmt. Die Grünen und die Linkspartei lehnten das Banken-Paket in seiner vorliegenden Form ab. Aus ihrer Sicht haben Staat und Parlament zu wenig Einfluss bei der Vergabe der Milliarden-Hilfen. Für das beispiellose Maßnahmenbündel gegen die Finanzkrise stimmten am Freitag 476 Abgeordnete. Dagegen waren 99, einer enthielt sich.

Harsche Kritik an Ackermann

Dabei fanden führende Politiker während der Debatte deutliche Worte für Ackermanns Vorstoß und das Gebaren der Banken. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast bezeichnete den Verzicht von Ackermann als nicht weitgehend genug. "Dass der überhaupt glaubt, er hat einen Bonus in diesem Jahr verdient", sagte Künast im Bundestag. Ackermann müsse statt dessen "sein gesamtes Gehalt" abgeben. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, die Banken müssten ihren Beitrag leisten, aus der Krise herauszukommen. Es werde keine Leistung ohne Gegenleistung geben. Er forderte die Kreditinstitute auf, mehr Respekt vor kleinen Kunden und Sparern zu zeigen.

Struck: "Banken sollen von hohem Ross runterkommen"

SPD-Fraktionschef Peter Struck mahnte die Manager, "endlich von ihrem hohen Ross" herunterzukommen. Ihre Arroganz sei eine Zumutung für alle Sparer, "die wegen der Zockerei einiger Bankmanager um ihre Spareinlagen fürchten müssen". Dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf seinen Bonus verzichten wolle, bezeichnete Struck als peinlichen Vorgang. "Diese Herren haben getan, als spielten sie ein gewaltiges Monopoly." Benötigt werde nicht nur neue Regeln, sondern auch eine moralische Erneuerung. Die Finanzbranche dürfe nicht ungeschoren davon kommen.

Glos: "Vorbild Ackermann"

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte dagegen die Geste von Ackermann als vorbildlich. Es sei "ein erstes erfreuliches Zeichen, wenn ein Vorstand einer deutschen Bank sich dazu entschließt, seine ihm zustehenden Boni-Zahlungen nicht in die eigene Tasche zu stecken", sagte Glos. "Diesem Beispiel müssen viele andere folgen." Auch die führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft trügen "Verantwortung für die Menschen und nicht nur für das eigene Bankkonto", fügte der Minister hinzu.

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