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Deutschland vor Rezession und Jobabbau


Wirtschaftskrise  

Deutschland vor Rezession und Jobabbau

26.10.2008, 16:36 Uhr | fre, t-online.de, dpa

Werden die Schlangen vor den Arbeitsämtern bald wieder länger? (Foto: ddp)Werden die Schlangen vor den Arbeitsämtern bald wieder länger? (Foto: ddp) Angesichts der Finanzkrise befürchten Experten einen Stopp beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Günter Verheugen, geht dabei von stagnierender Wirtschaftsleistung in Europa aus. In einem Interview der "Bild am Sonntag" sagte er: "In Europa müssen wir uns auf ein deutlich niedrigeres Wachstum, möglicherweise auf ein Null-Wachstum einstellen." Das bedeute höhere Arbeitslosigkeit. Nun müsse die Politik "energisch gegensteuern und mit wachstumsfördernden Maßnahmen Arbeitsplätze sichern und schaffen." In Berlin wird unterdessen auf breiter Front über Konjunktur stützende Maßnahmen diskutiert. Zu Konjunkturprogrammen sagte Verheugen, sie hätten "keine langfristige Wirkung. Wenn die öffentlichen Haushalte zusätzlich Geld ausgeben, sollten sie es dort tun, wo es direkt wirkt, also bei der Infrastruktur, Forschung oder Energieeffizienz."

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Experten erwarten sehr schwaches Wachstum

Die Deutsche Bank hat aufgrund der Finanzkrise und der schlechten Konjunkturdaten laut "Berliner Zeitung" ihre Wachstumsprognose deutlich gesenkt und erwartet für Deutschland eine schwere Rezession. Ein Sprecher von Deutsche Bank Research teilte auf Anfrage der Zeitung mit, im kommenden Jahr werde hierzulande ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent erwartet. Das Wachstum in den Industrieländern dürfte 2009 auf den niedrigsten Stand seit der Weltwirtschaftskrise fallen, meinte der Sprecher.



Rezession nur eine Frage der Zeit

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte dem "Hamburger Abendblatt" "Die positive Entwicklung der letzten drei Jahre auf dem Arbeitsmarkt wird sich nicht fortsetzen." Er fügte hinzu: "Ich schließe nicht aus, dass es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird." Im günstigsten Fall lasse sich das Beschäftigungsniveau in etwa halten. Der Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), Thomas Straubhaar (HWWI), erwartet, dass die Arbeitslosenquote 2009 von 7,5 auf acht Prozent steigt. Dies sagte er der Berliner Tageszeitung "B.Z. am Sonntag". Auch wenn die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleitet - "Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann" -, sieht Straubhaar sie als robust genug an, die Schwäche im zweiten Halbjahr 2009 zu überwinden.

"Kein Konjunkturprogramm"

Dennoch mahnte der Schweizer Wissenschaftler erneut politische Entscheidungen noch vor dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft an, die eine Senkung der Steuern sowie ein Aussetzen des Solidaritätsbeitrags und der höheren Krankenkassenbeiträge zur Folge haben müssten. Ein Konjunkturprogramm lehnte Straubhaar erneut ab. Das koste nur Steuergeld. "Denn kein Mensch kauft wegen ein paar Euro Zuschuss Kühlschränke oder Autos, wenn er das nicht ohnehin vorhatte."



Sinn für Steuersenkungen

Der Münchener Ökonom Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, sprach sich dagegen aus, angesichts der Wirtschaftsschwäche schon jetzt ein Konjunkturprogramm aufzulegen. "Noch haben die Firmen gut zu tun", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Wenn der Staat etwas tun wolle, dann bei den Steuern. "Die Steuerquote ist die höchste seit langem." Der Vorteil sei, dass die Bürger entscheiden könnten, was mit dem Geld geschehe.

Exportwirtschaft optimistisch

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) erwartet, dass die sinkenden Öl- und Rohstoffpreise sowie der Kursverlust des Euro zum Dollar der deutschen Exportwirtschaft wichtige Impulse geben. BGA-Sprecher André Schwarz sagte der Kölner Zeitung "EXPRESS": "Für die deutsche Export-Wirtschaft ist es eine große Hilfe, dass der Euro-Kurs sinkt und Energie und Rohstoffe günstiger werden. Das gibt uns zusätzlichen Spielraum für die Preiskalkulation und verbessert unsere Chancen auf dem Weltmarkt. So lässt sich die drohende Rezession hoffentlich vermeiden, bevor sie überhaupt entsteht."

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