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Börse: VW-Aktie außer Rand und Band


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Volkswagen-Aktie außer Rand und Band

06.11.2008, 13:01 Uhr | bab/sky, dpa, t-online.de

VW-Aktien legen deutlich zu (Foto: Imago)VW-Aktien legen deutlich zu (Foto: Imago) Die VW-Aktie hat am Montag einen dramatischen Kursturz des DAX verhindert. Während sich alle DAX-Aktien kräftig im Minus aus dem Handel verabschiedeten, zeigt sich bei VW ein völlig anderes Bild: Der Kurs der VW-Aktie stieg zeitweise auf das Rekordhoch von rund 635 Euro und verdreifachte sich damit - völlig irrational für einen DAX-Wert. Die Aktie ging schließlich mit einem noch immer unglaublichen Plus von 146,62 Prozent bei 520,00 Euro aus dem Handel. Ohne die VW-Aktie hätte der DAX ein Minus von neun Prozent verbucht - so wurde es im Leitindex ein Plus von 0,9 Prozent. Der Slogan, der so untrennbar mit dem Käfer verbunden ist - "er läuft und läuft und läuft" - wurde in den vergangenen Wochen immer mehr zum Synonym für den Kurs des Wertpapiers. Denn nun heißt es offensichtlich: Die VW-Aktie "steigt und steigt und steigt".

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VW-Aktie zieht den DAX nach oben

Stammaktien von VW stiegen am Nachmittag zweitweise um mehr als 200 Prozent - einzigartig in der Geschichte des DAX. Vom Freitagsschlusskurs bei 210 Euro kletterte der Kurs auf zeitweise 635 Euro. Dank dieser Kursexplosion zog auch der DAX davon: Der Index legte kurz vor Handelsende bis auf das Tageshoch von 4486 Zählern zu - dies war ein Gewinn von 4,4 Prozent gegenüber dem Freitag. Am Montagmorgen hatte der DAX noch mit 5,4 Prozent im Minus bei 4064 Zählern notiert. Somit verhinderte die VW-Aktie den DAX-Rutsch unter die Marke 4000 Punkte.

Porsche greift nach der Macht bei VW

Der Grund für den Höllenritt auf dem Parkett ist eine Meldung vom Sonntag: Auf dem Weg zur Mehrheitsübernahme hat der Sportwagenbauer Porsche seinen Anteil an den Wolfsburgern auf 42,6 Prozent aufgestockt. Porsche hält zusätzlich 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung, was in der Summe einen Anteil von 74,1 Prozent ergibt. Sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmten, soll der Anteil an VW laut Porsche-Angaben im kommenden Jahr auf 75 Prozent aufgestockt werden und der Weg für einen Beherrschungsvertrag frei gemacht werden. Im Falle eines weniger günstigen Umfelds rechnet Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank damit, dass Porsche für einen Teil ihre Optionen einen Barausgleich wählen und sich mit 50 Prozent der Stimmrechte begnügen könnte. Porsche-Aktien verloren rund zehn Prozent auf 41 Euro.

Massive Kurssprünge

"Bei einem angenommenen Basispreis von 80 Euro läge der Erlös für Optionen auf 25 Prozent der Stammaktien von VW beim letzten Schlusskurs von 211 Euro bei 9,7 Milliarden Euro", rechnet der Experte vor. "Die Marktkapitalisierung von Porsche beträgt dagegen nur 8 Milliarden Euro." David schluckt Goliath - doch das alleine erklärt nicht die heftigen Schwankungen, denen der Kurs ausgesetzt ist. Bereits Anfang Oktober sprang das Papier über die Marke von 450 Euro, um danach zurück auf 210 Euro zu stürzen. Börsianer beobachten diese Sprünge oft ratlos.

Leerverkäufer müssen sich eindecken

Marktteilnehmern zufolge ist der aktuelle Sprung auf Leerverkäufer zurückzuführen, für die die Luft immer dünner wird. Sie seien gezwungen, ihre auf fallende Kurse gerichteten Positionen durch Käufe glattzustellen. Einem Händler zufolge sind im vergangenen Monat rund 15 Prozent der Stammaktien an Leerverkäufer verliehen gewesen. Zur Eindeckung stehe den auf fallende Kurse setzenden Spekulanten jetzt nunmehr ein echter Streubesitz von 5,9 Prozent zur Verfügung. "Die Folge ist ein massiver Short-Squeeze", sagte der Börsianer - also der panikartige Rückkauf von leer verkauften Beständen.

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