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Bankberatung: Qualität hat ihren Preis


Finanzkrise  

Bankberatung: Qualität hat ihren Preis

| mash/sky, t-online.de

Beratungsgespräch: Gesundes Misstrauen, gut vorbereiten, Protokoll führen (Foto: Imago)Beratungsgespräch: Gesundes Misstrauen, gut vorbereiten, Protokoll führen (Foto: Imago) Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hatte tausende deutsche Kleinanleger geschockt: Die Zertifikate der Bank sind wertlos verfallen, viele Sparer sitzen nach wie vor auf großen Verlusten. Ungläubig müssen die Anleger feststellen, dass selbst Vermögensberater in Banken und Sparkassen ihren Job nur halbherzig erledigt haben. Wie lässt sich ein solches Debakel in Zukunft vermeiden – wem können die Anleger überhaupt noch trauen? Experten raten bei Finanzprodukten und Versicherungen zu unabhängigen Beratern auf Honorar-Basis. Denn gerade bei der Geldanlage gilt die Devise: Guter Rat ist nie umsonst.

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Bankberater sind nie unabhängig

Die erste Lehre aus der persönlichen Finanzkrise: Die Anleger müssen sich von dem Irrglauben verabschieden, dass die Bank-Mitarbeiter wirklich unabhängige Berater sind - der Termin beim Kreditinstitut ist eher ein Verkaufsgespräch als eine wirklich unabhängige Beratung. Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, testet regelmäßig Berater und rät zu gesundem Misstrauen gegenüber Bankangestellten. "Jeder, der kostenlos berät, ist Verkäufer“, warnt Nauhauser im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft.

18.000 Euro Provision – für den Kunden

Die Alternative zu den Vermögensberatern in Banken und Sparkassen sind unabhängige Berater - ihr Honorar liegt nach Angaben des Verbundes Deutscher Honorarberater (VDH) zwischen 100 und 150 Euro pro Stunde. Für eine umfassende Finanzplanung müssen Kunden zwischen 1000 und 1500 Euro einkalkulieren. Das ist zwar nicht wenig – dennoch lohnt es sich: Fällt bei dem Kaufabschluss eine Provision an, zahlen die unabhängigen Berater die Vermittlungsgebühr umgehend an die Kunden aus. Dieter Rauch, Geschäftsführer des im Jahr 2000 gegründeten VDH, rechnet vor: Bei geschlossenen Fonds wie Schiffsbeteiligungen bedeuten 100.000 Euro Investment immerhin 18.000 Euro Provision.

Finanzkrise: Boom der unabhängigen Berater

Die Unabhängigen haben Zugriff auf die gesamte Produktpalette des Marktes. Auf Wunsch begleiten sie Sparer zum Beratungsgespräch in der eigenen Bank. "Dadurch steht dem Kunden ein eigener Experte zur Seite", betont Rauch. Die Branche bekommt kräftig Zulauf - besonders seit Beginn der Finanzkrise: "In den letzten vier Wochen ist es extrem", sagt der Branchen-Vertreter im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft. “Viele Kunden haben erkannt, dass es eine Finanzberatung nicht zum Nulltarif gibt, und dass sich die Beratung oft eher am Verkaufsinteresse der Bank als an den tatsächlichen Bedürfnissen des Kunden orientiert“, kritisiert Rauch. Auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale prophezeit: "Honorarberatung ist die Zukunft der Finanzberatung." Neben dem Verbund Deutscher Honorarberater bietet als Pionier auf dem deutschen Markt die Quirin Bank kostenpflichtige, aber unabhängige Beratung an.

Experte rät zur gesunden Skepsis

Nauhauser rät aber auch bei den vermeintlich unabhängigen Beratern zu gesunder Skepsis: Die Berufsbezeichnung sei nicht geschützt, jeder könne sich so nennen. Das bedeute nicht, dass auch jeder Berater wirklich qualifiziert sei. Also gilt: Zunächst sollte sich der Kunde über den beruflichen Hintergrund und die Qualifikation des Beraters beim VDH oder der Verbraucherzentrale schlau machen. Vor jedem Gespräch sollte der Klient darüber hinaus selbst Informationen über mögliche Finanzprodukte in der Fachpresse einholen.

Bank muss Kosten offenlegen

Anleger sollten sich außerdem nicht scheuen, auch unangenehme Fragen zu stellen: Die Banken müssen laut einer EU-Finanzmarktrichtlinie seit Januar 2007 die Provisionen und Gebühren offen legen, die sie beim Verkauf von Finanzprodukten verdienen. Auch sollten die Kunden nicht glauben, dass nur teure Produkte gute Produkte sind: "Qualität lässt sich nicht am Preis festmachen", betont Verbraucherschützer Nauhauser.

Nicht vor Klagen scheuen

Merkt ein Kunde, dass er falsch beraten wurde, bleibt ihm laut Verbraucherzentrale oft nur eines: Verklagen wegen Falschberatung. Aber Vorsicht, die Beweislast liegt beim Verbraucher. Das sei anlegerfeindlich, kritisiert Nauhauser. Deshalb sei es unbedingt notwendig, dass der Kunde beim Gespräch ein Protokoll führt, das er vom Berater unterzeichnen lässt. Da beim Termin meist der Ehepartner mit dabei sei, nutze der vor Gericht als Zeuge wenig, da er als befangen gesehen werde, betonte Nauhauser.


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