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BMW kappt seine Jahresprognose


Autobauer unter Druck  

BMW kappt seine Jahresprognose

10.11.2008, 18:59 Uhr | cs, dpa, t-online.de

BMW leidet unter dem schwachen Absatz auf dem US-Markt (Foto: imago)BMW leidet unter dem schwachen Absatz - nun sollen weniger Autos vom Band laufen (Foto: imago) Die Autokrise hat BMW voll erfasst: Nach einem katastrophalen dritten Quartal kann der Münchner Autobauer seine bereits gekappten Ziele nicht einhalten und senkt damit zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose. Damit hat BMW seine Gewinnziele für das Gesamtjahr endgültig aufgegeben. Daneben kündigte der Konzern weitere Produktionskürzungen an. Die BMW-Aktie trotzt der schlechten Nachricht und dreht nach anfänglichen Verlusten mit rund sechs Prozent ins Plus.

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Gewinneinbruch im dritten Quartal

BMW teilte mit, die angestrebte Umsatzrendite von mindestens vier Prozent sei nicht mehr zu erreichen. Und auch die Absatzziele seien nicht mehr zu halten. Eine exakte Prognose sei angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen nicht möglich. "Wir werden aber ein deutlich positives Konzernergebnis erzielen", kündigte Vorstandschef Norbert Reithofer an. Im dritten Quartal brach der Gewinn im Jahresvergleich um mehr als 60 Prozent auf 298 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um 8,6 Prozent auf 12,59 Milliarden Euro. Der weltweite Absatz sank um 4,2 Prozent auf 349.098 Fahrzeuge.

Absatzziele nicht zu erreichen

Neben der Anpassung der Jahresprognose gab BMW auch die Absatzziele für dieses Jahr auf. Eigentlich hatten sich die Münchner für dieses Jahr vorgenommen, mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Autos den Rekordwert des Vorjahres zu übertreffen. Stattdessen fährt BMW die Produktion um insgesamt 65.000 Autos zurück.

USA-Absatz belastet BMW

Dass BMW Schwierigkeiten mit seinem ehrgeizigen Absatzziel bekommen würde, hatte sich bereits abgezeichnet. Im September war der Absatz der drei Konzern-Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um 14,6 Prozent auf gut 121.000 Fahrzeuge zurückgegangen. Besonders auf dem wichtigsten Markt, den USA, lief das Geschäft mies. Hier lag die Zahl der verkauften Autos um gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert.

Absatzkrise US-Automarkt bricht kräftig ein

Zusätzliche Milliarde belastet BMW

In den ersten neun Monaten seien zusätzliche Belastungen von 1,3 Milliarden Euro aufgelaufen. Es geht dabei um Risikovorsorge unter anderem für Kreditausfälle und Kosten für den angekündigten Stellenabbau. Allein für mögliche Ausfallrisiken wurden im dritten Quartal nochmals 342 Millionen Euro zurückgelegt. Im Zuge der Finanzmarktkrise sind vor allem in Nordamerika die Preise für Gebrauchtwagen gesunken und damit auch die Erlöse für Autos, die aus Leasingverträgen zurückkommen. BMW muss für Kreditausfälle und mögliche Wertminderungen bei Leasingfahrzeugen Geld zur Seite legen.

Modelle auf dem Prüfstand

Angesichts der massiven weltweiten Nachfrageschwäche stellt BMW neue Modelle auf den Prüfstand. So wird es keine Serienversion des sogenannten Concept CS geben. Das Fahrzeug erfülle nicht die internen Rentabilitätsanforderungen, hieß es zur Begründung. Nach Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal im August hatte BMW-Chef Norbert Reithofer bereits den geplanten Geländewagen X7 beerdigt.

Mitarbeiter mit niedriger Erfolgsbeteiligung

Außerdem will BMW über die freiwilligen Sonderzahlungen für die Mitarbeiter in diesem Jahr verhandeln und diese künftig stärker an den Erfolg knüpfen. Bereits für dieses Jahr müssen sich die Mitarbeiter auf eine geringere Erfolgsbeteiligung einstellen. Bereits im Frühjahr hatte BMW den Abbau von insgesamt 8100 Arbeitsplätzen bis Jahresende bekanntgegeben. Der Autobauer arbeitet Reithofer zufolge weiter mit Hochdruck an einer Reihe von Effizienzverbesserungen auf der Kosten- und Leistungsseite.

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