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Industrieumsatz bricht ein


Konjunktur  

Industrieumsatz bricht ein

10.11.2008, 14:12 Uhr | cs, dapd, t-online.de

Die deutsche Industrie wird vom Abschwung erfasst (Foto: imago)Die deutsche Industrie wird vom Abschwung erfasst (Foto: imago) Die Konjunkturkrise hat die deutsche Industrie erfasst: Im September erlitten deutsche Konzerne den stärksten Umsatzeinbruch seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zu August 2008 sanken die Erlöse real um 3,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Besonders hart traf es Unternehmen der Rundfunk- und Nachrichtentechnik, deren Umsatz kräftig schrumpfte. Laut "Handelsblatt" signalisieren aber auch andere Indikatoren ein Schrumpfen der Wirtschaft.

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Erster Rückgang seit 2003

Das Bundesamt habe die gesamtdeutschen Daten seit 1991 erfasst und in der ganzen Zeit keinen so deutlichen Einbruch verzeichnet, sagte der Statistiker Peter Mehlhorn vom Statistischen Bundesamt. Er wies allerdings darauf hin, dass der Augustwert mit einem Plus von 4,4 Prozent zum Vormonat etwas überzeichnet sei. Damit sei auch der saison- und arbeitstäglich bereinigte Rückgang im September deutlicher ausgefallen. "Im Grunde sind wir jetzt etwa wieder auf dem Niveau von Juli", als der Industrieumsatz um 2,2 Prozent zurückging. Einen Rückgang habe es zuletzt mit minus drei Prozent im August 2003 gegeben.

Maschinenbau hält sich am besten

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz der Industrie im September arbeitstäglich bereinigt real um zwei Prozent gegenüber September 2007. Stärker waren die Erlöse mit 2,4 Prozent im Jahresvergleich zuletzt im September 2003 zurückgegangen. Nach Wirtschaftszweigen schnitt im September der Maschinenbau mit einem Zuwachs um 2,9 Prozent im Vergleich zu September 2007 am besten ab. Die Erlöse der chemischen Industrie sanken um 4,7 Prozent. Das ungünstigste Ergebnis zeigt die Rundfunk- und Nachrichtentechnik mit einem Minus von 9,2 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres lag das Umsatzvolumen im Verarbeitenden Gewerbe um 2,4 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Kollaps der Industrie als Kernursache

Der "Handelsblatt-Barclays-Indikator" für die Konjunkturentwicklung signalisiert für das laufende vierte Quartal ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Bereits im dritten Quartal sei die Wirtschaftsleistung nach revidierten Daten um 0,1 Prozent gesunken. Eine Kernursache für die schlechte Entwicklung sei der "Kollaps" der Industrie, sagte Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt von Barclays Capital. Den Firmen brächen die Aufträge mit nicht gekannter Geschwindigkeit weg.

Besteller schicken Maschinen zurück

"Bereits produzierte Maschinen und Anlagen werden in zunehmender Zahl von den Bestellern nicht abgenommen", zitiert das "Handelsblatt" den Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. In den kommenden Monaten dürften sich die Probleme der Industrie wegen der Finanzmarktkrise noch erhöhen. Der Zugang zu Krediten werde immer schwerer, schreibt die Zeitung und verweist auf eine Umfrage der Bundesbank, in der ein Drittel der Banken über härtere Auflagen für Unternehmen berichten.

Zahlungsverzögerungen haben zugenommen

Laut der Umfrage von Creditreform spüren die Wirtschaftszweige des Verarbeitenden Gewerbes eine deutliche Konjunkturabkühlung. Dennoch wiesen die mittelständischen Industrieunternehmen weiterhin die beste Branchenentwicklung aller Wirtschaftssektoren auf. Ein leichtes Plus für das dritte Quartal erzielten die Branchenindikatoren der Einzelhändler und der personenbezogenen Dienstleister. Auch die Bauwirtschaft konnte sich im Verlauf der Herbstmonate gut behaupten. Der Verkehrs- und Logistiksektor stehe dagegen am Rande einer Rezession. Insgesamt sei der Branchenindikator auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren abgerutscht. Die Insolvenzanfälligkeit der Unternehmen sei erneut leicht angestiegen. Die Zahlungsverzögerungen bei überfälligen Rechnungen hätten erheblich zugenommen.

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