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Konjunkturprognose: Wirtschaftsweise erwarten Rezession


Konjunktur  

Wirtschaftsweise erwarten eine Rezession

11.11.2008, 15:03 Uhr | bab, dpa-AFX, dpa, dapd, t-online.de

Die Weisen um Bert Rürup zeichnen ein düsteres Bild (Foto: ddp) Die Konjunkturaussichten trüben sich trotz umfangreicher Maßnahmen der Regierung zur Stützung der Wirtschaft weiter ein. Die fünf Wirtschaftsweisen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gehen von einem Abgleiten Deutschlands in die Rezession aus. In ihrem Gutachten, das dem "Handelsblatt" vorliegt, beziffern sie das Wachstum im kommenden Jahr zwar mit null Prozent, sprechen aufgrund des massiven Rückgangs aber dennoch von einer Rezession.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Der Konjunktureinbruch würde nach dem Gutachten, das offiziell am Mittwoch vorgestellt wird, auch die gute Entwicklung der vergangenen Jahre am Arbeitsmarkt beenden. 2009 werde die Zahl der registrierten Arbeitslosen von durchschnittlich 3,27 Millionen auf 3,3 Millionen steigen, hieß es. Dieselbe Prognose gab jüngst BA-Chef Frank-Jürgen Weise ab. Auch die Zahl der Erwerbstätigen werde wieder sinken, und zwar um 81.000 Menschen auf 40,221 Millionen. Die Inlandsnachfrage werde kommendes Jahr um 0,1 Prozent zurückgehen, nachdem sie dieses Jahr um 1,1 Prozent zulegen solle.



Düstere Aussichten

Bereits am Wochenende war bekanntgeworden, dass der Sachverständigenrat für 2009 erstmals seit sechs Jahren kein Wachstum mehr erwartet. Mit der Ankündigung einer Stagnation wären die Wirtschaftsweisen um den Volkswirt Bert Rürup pessimistischer als Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstitute, die jeweils ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt haben. Für einen Lichtblick sorgten heute lediglich die Finanzexperten, von denen die Konjunkturaussichten im aktuellen ZEW-Index schon nicht mehr ganz so schwarz gesehen werden. Allen schlechten Nachrichten zum Trotz sind die Wachstumserwartungen für Deutschland im November wieder gestiegen. Ökonomen meinten allerdings, offenbar werde die aktuelle Lage inzwischen so schlecht eingeschätzt, dass es von da aus nur noch besser werden könne.



Teilkorrektur im Stimmungsbarometer

Dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge legten die Erwartungen der befragten Finanzexperten um 9,5 Prozent auf minus 53,5 Punkte zu. Das überraschend positive Ergebnis der monatlichen Umfrage ist nach Ansicht der Mannheimer Wirtschaftsforscher als eine "Teilkorrektur zum Vormonat" zu verstehen. Im Oktober waren die Erwartungen angesichts der Zuspitzung an den Finanzmärkten auf minus 63,0 Punkte eingebrochen. Der historische Mittelwert liegt bei plus 27,1 Punkten. "Das Rettungspaket der Bundesregierung für den Finanzsektor sowie das geplante Konjunkturprogramm scheinen das Vertrauen der Finanzmarktexperten im Vergleich zum Vormonat etwas gestärkt zu haben", erklärte das ZEW.

Lob und Kritik fürs Reformpaket

Wenig Lob haben die fünf Wirtschaftsweisen für das Paket der großen Koalition übrig. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird der Katalog im Gutachten des Sachverständigenrates als "Sammelsurium von Einzelmaßnahmen" kritisiert. Skeptisch sehen die fünf Experten die befristete Aussetzung der Kfz-Steuer beim Neuwagenkauf und die bessere Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen. Lob gibt es für die stärkeren Investitionen in den Verkehr und die längere Auszahlung des Kurzarbeitergeldes. Gleichzeitig warnt der Sachverständigenrat die Koalition davor, bei den eingeleiteten Reformen nachzulassen.

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