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Fujitsu Siemens streicht 700 Jobs in Deutschland


Konsequenzen aus Preiskampf  

Fujitsu Siemens streicht 700 Jobs in Deutschland

28.11.2008, 08:36 Uhr | oca, dpa-AFX, t-online.de

Preiskampf: Fujitsu Siemens zieht Konsequenzen. (Foto: dpa)Preiskampf: Fujitsu Siemens zieht Konsequenzen. (Foto: dpa) Der Computerbauer Fujitsu Siemens zieht die Konsequenzen aus dem scharfen Wettbewerb der vergangenen Monate. 700 der insgesamt 6000 Stellen in Deutschland werden gestrichen, teilte das Unternehmen in München mit. Die Entscheidung erfolgt drei Wochen nachdem der Mischkonzern Siemens seine Hälfte des Gemeinschaftsunternehmens an den japanischen Elektronikkonzern Fujitsu verkauft hat. Eine Fujitsu-Siemens-Sprecherin sagte jedoch, dies sei nicht der Auslöser für die Stellenstreichungen gewesen: "Der Preiskampf in den vergangenen Monaten war hart und wir haben Marktanteile verloren."

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Konzentration auf teure Geräte

Zuerst war der taiwanesische Wettbewerber Acer mit Kampfpreisen am bisherigen europäischen Marktführer Fujitsu Siemens vorbeigezogen, dann auch noch der US-Rivale Hewlett-Packard. Vor allem mit den gerade besonders beliebten Mini-Notebooks den sogenannten Netbooks hatten sie den Münchenern zugesetzt. Fujitsu Siemens will sich deshalb jetzt auf teurere Geräte konzentrieren und verzichtet dabei bewusst auf Marktanteile, wie Technologie-Chef Joseph Reger jüngst im Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX angekündigt hatte.



Neue Ausrichtung

Vor allem aber stellt sich das Unternehmen noch konsequenter als bisher als Infrastruktur-Anbieter auf. Damit sind komplexe Dienstleistungen für Geschäftskunden gemeint, etwa die Wartung der Rechner oder die individuelle Ausstattung mit Software. Bereits heute macht Fujitsu Siemens 80 Prozent seines Umsatzes mit Firmenkunden und nur noch 20 Prozent mit Privatkunden. Durch die Neuausrichtung soll der Umsatzschwund gestoppt werden. Bereits das Geschäftsjahr 2007/2008 war mit einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro und einem Vorsteuerergebnis von 105 Millionen Euro schwach ausgefallen. Für das laufende Jahr, das im März endet, rechnet das Unternehmen nur noch mit rund sechs Milliarden Euro Umsatz.

"Wir können noch nicht sagen, wo genau die Stellen wegfallen"

Das Management will nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, um die Details des Arbeitsplatzabbaus zu klären. "Wir können noch nicht sagen, wo genau die Stellen wegfallen", sagte die Sprecherin. Verschont bleiben aber ausdrücklich die Beschäftigten in den beiden deutschen Werken. In Augsburg arbeiten 500 Menschen in der Produktion, im thüringischen Sömmerda sind es 100. Hier werden vor allem Großrechner und Desktop-Computer hergestellt, während Notebooks und Monitore aus China kommen. Den deutschen Werken hatte der neue Kompletteigner Fujitsu eine Bestandsgarantie gegeben und hierher sogar die konzernweite Entwicklung der Großrechner verlegt.


450 Millionen Euro für Siemens-Anteil

Die Japaner hatten Anfang November den 50-Prozent-Anteil von Siemens am Gemeinschaftsunternehmen für 450 Millionen Euro gekauft. Ab April wird Fujitsu Siemens als Regionalgesellschaft des japanischen Konzerns geführt und verliert auch den deutschen Namenszusatz. Weltweit arbeiten für Fujitsu Siemens 10.500 Menschen. Fujitsu hatte bereits bei der Übernahme Stellenstreichungen angedeutet.

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