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Merckle-Holding mit höheren Verlusten als bekannt


Fehlspekulation  

Merckle-Holding mit höheren Verlusten als bekannt

01.12.2008, 17:56 Uhr | mash, t-online.de, dpa-AFX

Adolf Merckle (Foto: dpa)Adolf Merckle (Foto: dpa) Der Ulmer Milliardär Adolf Merckle (Ratiopharm, HeidelbergCement) hat noch höhere Verluste bei Aktiengeschäften gemacht als bislang bekannt. Eine weitere Beteiligungsgesellschaft der Merckle-Gruppe, die Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-Werke AG aus Norderfriedrichskoog, fuhr Verluste von 216 Millionen Euro aus Optionsgeschäften und dem Verkauf von Wertpapieren ein. Das geht aus einem Zwischenbericht des von Merckle kontrollierten Unternehmens zum dritten Quartal hervor. Kötitzer Leder diene seit Jahren als Drehscheibe für Wertpapiergeschäfte von Merckle, berichtete das "Handelsblatt". Derweil wurde bekannt, dass das Land Baden-Württemberg Merckle keine Bürgschaft geben wird.

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Negative Bilanzen durch enge Vernetzung

Kötitzer ist durch das Merckle-Unternehmen Spohn Cement auch an Deutschlands größtem Baustoffhersteller HeidelbergCement beteiligt. Der Zeitung zufolge besitzt die Beteiligungsgesellschaft der Merckle-Gruppe 50 Prozent an Spohn Cement und darüber 53,6 Prozent an HeidelbergCement. Durch den starken Wertverlust der HeidelbergCement-Aktien schließt Kötitzer nicht mehr aus, dass sich dies negativ auf die Bilanz von Spohn Cement auswirken wird, heißt es im Zwischenbericht.



Verbindlichkeiten bei rund drei Milliarden Euro?

Dem Zeitungsbericht zufolge ist auch die ebenfalls zur Merckle-Gruppe gehörende VEM Vermögensverwaltung über eine weitere Zwischenholding zu knapp 30 Prozent an Kötitzer beteiligt. Außerdem soll die VEM der Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-Werke AG ein Darlehen von rund 425 Millionen Euro gewährt haben. Dieses soll an Spohn Cement für deren Engagement bei HeidelbergCement weitergereicht worden sein. Bei VEM sollen sich die Finanzverbindlichkeiten auf etwa drei Milliarden Euro belaufen, berichtete die Zeitung.

Mit VW-Aktien verzockt

Derweil wurde bekannt, dass Adolf Merckle vom Land Baden-Württemberg keine Bürgschaft bekommen wird. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sagte in Stuttgart: "Es gibt keine Bürgschaft des Landes für das Haus Merckle." Der Ulmer Milliardär hatte bei Wetten mit VW-Aktien nach offiziellen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag verloren. VEM verhandelt derzeit mit mehr als 30 Banken um eine Bürgschaft. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hatte bereits finanzielle Hilfe zugesagt. An diesem Dienstag um Mitternacht läuft ein Stillhalteabkommen der Gläubigerbanken mit VEM ab.

Ratiopharm soll verkauft werden

Seit Tagen gibt es auch Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Generika-Herstellers Ratiopharm. Dazu sagte Pfister: "Mein Eindruck ist, dass es zu einem Verkauf von Ratiopharm kommen kann." Nach den Worten des Ministers gibt es mehrere Interessenten weltweit. Als mögliche Käufer wurden bisher die israelische Teva-Gruppe und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis gehandelt. Die Merckle-Gruppe mit etwa 100.000 Mitarbeitern macht jährlich insgesamt rund 30 Milliarden Euro Umsatz.

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