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Maschinenbau erleidet starken Auftragseinbruch


Wirtschaftskrise  

Maschinenbau erleidet starken Auftragseinbruch

01.12.2008, 14:26 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Textilmaschine - Starker Auftragseinbruch im Oktober (Foto: imago)Textilmaschine - Starker Auftrags- einbruch im Oktober (Foto: imago) Die weltweite Wirtschaftskrise hat den deutschen Maschinenbauern den stärksten Auftragseinbruch seit sechs Jahren verpasst. In rasantem Tempo brachen im Oktober die Bestellungen der ausländischen Kunden weg, die rund drei Viertel des Geschäfts ausmachen. Insgesamt erhielt die deutsche Schlüsselbranche im Vergleich zum Vorjahr 16 Prozent weniger Aufträge.

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Starker Nachfrageeinbruch im Ausland

Die Nachfrage aus dem Ausland schwand noch stärker um 19 Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Das Inlandsgeschäft gab um zehn Prozent nach. Seit Monaten bröckelt die Nachfrage wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Zuletzt hatte die mittelständisch geprägte Branche 2002 ein solch hohes Minus verbucht.

Kein Rückgang im Gesamtjahr

Trotz der schlechten Daten erwartet der Verband aber nach wie vor ein Produktionsplus von fünf Prozent für dieses Jahr - das wäre das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Im kommenden Jahr soll das Geschäft stabil bleiben. "Es macht doch keinen Sinn, aufgrund eines einzelnen Monatswerts daran zu rütteln", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Wir müssen deswegen keine Maschinenbau-Krise ausrufen."

Auftragsbestand vorerst gesichert

Für das laufende Jahr sei das Ziel gesichert, da die Produktion in den ersten neun Monaten um 8,2 Prozent gewachsen sei. "Wir gehen im Schlussquartal zwar von niedrigeren Wachstumsraten aus, aber nicht von einem Rückgang." Der Auftragsbestand reiche im Schnitt noch für 6,2 Monate. "Das ist deutlich über dem langjährigen Mittel."

Es hätte schlimmer kommen können

Von einer kollektiven Investitionszurückhaltung wollte der Verband nicht sprechen und warnte vor Panikmache. "Ich hätte ein noch schlimmeres Abschneiden erwartet", sagte Wiechers. "Dass eine eins statt einer zwei vorne steht, ist schon fast beruhigend." Nach vier sehr guten Jahren hatten die Maschinen- und Anlagenbauer erstmals im Mai rückläufige Bestellungen hinnehmen müssen. Der zyklische Abschwung wurde durch die hohen Rohstoffpreise in der ersten Jahreshälfte und die Finanzkrise verschärft.

Einbußen, aber auch Zuwächse

Hohe Einbußen erlitten im Oktober vor allem die Hersteller von Druck- und Textilmaschinen, von Baugeräten sowie von Maschinen für die Elektroindustrie. "Neu hinzugekommen zu den Verlierern sind die Werkzeugmaschinenbauer wegen der Absatzkrise in der Autobranche." Positiv verlaufe dagegen weiterhin das Geschäft der Energieindustrie-Zulieferer, der Landtechnikhersteller sowie der Produzenten von Gießereimaschinen. Die Spanne bei den Auftragseingängen reiche von plus 30 bis minus 50 Prozent.

Maschinenbau wichtiger Industriezweig

Der mittelständisch geprägte Maschinenbau ist mit rund 968.000 Mitarbeitern im Inland und einem Umsatz von 190 Milliarden Euro einer der führenden deutschen Industriezweige.

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