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Schiffbau: Finanzkrise bringt deutsche Werften in Not


Schiffsbranche  

Finanzkrise bringt deutsche Werften in Not

04.12.2008, 10:43 Uhr | lgs, t-online.de, AFP

Das größte Containerschiff unter deutscher Flagge (Foto: dpa)Das größte Containerschiff unter deutscher Flagge (Foto: dpa) Die Bundesregierung will wegen der Finanzkrise auch der deutschen Schiffsbranche helfen. Die staatliche KfW-Bank stelle aus einem Förderprogramm unter anderem Kredite für Schiffsneubauten bereit, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Zudem plane sie einen Runden Tisch mit Bankenvertretern, um die Schiffsfinanzierung wieder zu erleichtern.

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KfW übernimmt 90 Prozent des Kreditrisikos

"Immer mehr Banken ziehen sich aus der Schiffsfinanzierung zurück", sagte Wöhrl, die Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft ist. Die staatliche KfW-Bank vergibt demnach deshalb über die Hausbanken Darlehen aus einem Topf mit insgesamt 15 Milliarden Euro und übernimmt außerdem so genannte Haftungsfreistellungen. Dabei handelt es sich um Risikoübernahmen, die bei Kreditausfall fällig werden. Die KfW übernehme bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos, die Hausbank lediglich den Rest, sagte Wöhrl.



Aufträge wurden storniert

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) geht davon aus, dass bei über 50 von 190 Aufträgen für Neubauten auf deutschen Werften die Finanzierung gefährdet ist. Darüber hinaus seien im laufenden Jahr schon 25 Aufträge storniert worden. Deutsche Werften produzieren laut VSM vor allem Kreuzfahrt- und Container- sowie Spezialschiffe.

Endfinanzierung ist oft unsicher

Im Containerschiffbau seien die Bestellungen "drastisch" zurückgegangen, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Werner Lundt zu AFP. Grund ist der Einbruch des Güterverkehrs in der derzeitigen Krise. Im laufenden Jahr haben laut VSM Reeder 25 Aufträge für geplante Schiffe im Wert von 600 Millionen Euro zurückgezogen. Bei den verbleibenden gut 190 Aufträgen sei in rund 55 Fällen die Endfinanzierung unsicher, befürchtet Lundt. Deshalb solle der Staat helfen. "Wir wollen aber keine neuen Subventionen für die deutschen Werften." Nötig seien stattdessen Maßnahmen, die die Kreditvergabe erleichtern.



Krise drückt von zwei Seiten

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Deutschlands Schiffsindustrie von zwei Seiten, sagte Lundt. Zum einen übten die Banken bei der Kreditvergabe allgemein größere Zurückhaltung. Zum anderen verringere sich der Güterverkehr. "Die Krise hat dazu geführt, dass weniger konsumiert wird, dass beispielsweise weniger Teddybären von China in die USA oder nach Europa transportiert werden."

Schiffsbranche ist massiv betroffen

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte Anfang der Woche bei einem Treffen mit Spitzen der Werftenindustrie erklärt, "die zuletzt boomende" Branche sei von der Finanzmarktkrise "massiv betroffen".

Aufträge in Millionenhöhe gingen verloren

Laut VSM arbeiten auf deutschen Werften derzeit 23.000 Menschen, dazu kämen 70.000 bei Zulieferern. "Einige Werften brauchen sofort Klarheit, wie es weitergehen soll", sagte der Vorsitzer des VSM, Werner Lüken, dem "Hamburger Abendblatt". Auf der von ihm geführten Bremerhavener Lloyd Werft seien zuletzt drei Aufträge für 330 Millionen Euro verlorengegangen. Jetzt verhandele er mit dem Betriebsrat über die Streichung von 100 der rund 500 Arbeitsplätze im nächsten Jahr.

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