Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse & Märkte > Aktien >

Mittelständler wehren sich gegen SAP


Unternehmenssoftware  

Mittelständler wehren sich gegen SAP

28.12.2008, 20:07 Uhr | bv, dpa, t-online.de

SAP - Proteste gegen Erhöhung der Wartungsgebühren (Foto: imago)SAP - Proteste gegen Erhöhung der Wartungsgebühren (Foto: imago) Der Softwareriese SAP sieht sich Protesten seiner Kunden gegenüber. Rund 100 Mittelständler haben sich zusammengeschlossen, um gegen die angekündigte Erhöhung der Wartungsgebühren für die SAP-Software vorzugehen. "Wenn jemand seine Marktmacht ausnutzt, muss man sich dagegen wehren", sagte ein Sprecher des beteiligten Hausgeräteherstellers Miele. Neben Miele gehören so bekannte Namen wie Bitburger, Krombacher, Gerolsteiner, Jenoptik, Villeroy & Boch, Lorenz Bahlsen Snacks oder Klosterfrau der Gruppe an. Sie wollen SAP zu Gesprächen an den Verhandlungstisch zwingen.

Firmen-Quiz - Was bedeuten die Abkürzungen SAP, BMW und MAN?
Überblick - Was Europas Top-Manager verdienen

Fünf Prozentpunkte mehr für die Wartung

Die Unternehmen sind nicht bereit, 22 statt bislang 17 Prozent ihrer Lizenzgebühren jährlich für die Wartung ihrer SAP-Software zu zahlen. Ein SAP-Sprecher verteidigte die Erhöhung, die für bestehende Kunden schrittweise erfolgt: "Wir passen uns nur dem branchenüblichen Niveau an." Seit zehn Jahren sei der Gebührensatz unverändert geblieben. Zudem bekämen die Kunden nun mehr Leistung geboten, unter anderem bis zu neun Jahre garantierten Service für die Software und auch die Wartung von verbundenen Fremdsystemen.

Erste Wartungsverträge gekündigt

"Es geht nicht nur um den Prozentsatz", sagte der IT-Chef des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones, Michael Kranz, dessen Unternehmen sich der Initiative ebenfalls angeschlossen hat. Es gehe um die Art und Weise, mit der die Erhöhung kommuniziert worden sei. "Bislang hat man mit SAP immer reden können. Jetzt stellen die sich stur." Daraus habe er die Konsequenzen gezogen: "Die Wartungsverträge sind zum 31. Dezember gekündigt."

SAP antwortet nicht

Nach Angaben des Sprechers der Initiative blieb ein gemeinsam unterzeichneter Brief an die beiden SAP-Chefs Henning Kagermann und Léo Apotheker unbeantwortet. "Die reden einfach nicht mit uns." Er drohte: "Die IT-Leute der Unternehmen sind durchaus in der Lage, Alternativen zu SAP zu finden." Gleichzeitig betonte er: "Es soll nicht zu einem Bruch kommen." Vorrangiges Ziel seien Gespräche.

Mittelstand soll nicht verprellt werden

Der Aufstand der Mittelstandskunden kommt für SAP zur Unzeit, wollen die Walldorfer mit ihrer betriebswirtschaftlichen Software nach den Konzernen doch nun vor allem Mittelständler für sich gewinnen. "Der Mittelstand ist uns wichtig und wir sind hier auch gut im Geschäft", sagte der SAP-Sprecher.

SAP auf Sparkurs

Offenbar versucht SAP, neben dem bereits angekündigten Sparkurs auch die Einnahmenseite zu verbessern. Wegen der Finanzkrise hatte das Unternehmen einen Umsatzeinbruch zu verkraften. Die Vorstände opferten deshalb schon Urlaubstage und forderten die anderen Mitarbeiter auf, es ihnen gleichzutun. Außerdem wollte SAP Dienstreisen reduzieren und verkündete einen Einstellungsstopp.

Mehr Themen:
Sparkurs - SAP-Mitarbeiter sollen Urlaub spenden
Börsenbericht - Das passiert aktuell bei DAX und Co.
Intraday-Übersicht - DAX-Werte | Kurs-Listen Deutschland  

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal