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Sony streicht Stellen


Japan in der Rezession  

Sony streicht Stellen

09.12.2008, 15:41 Uhr | sky, dapd, t-online.de, dpa

Die Rezession trifft Sony (Foto: dpa)Die Rezession trifft Sony (Foto: dpa) Die japanische Wirtschaft steckt tiefer in der Rezession als erwartet. Nach revidierten Berechnungen der Regierung schrumpfte die Wirtschaft zwischen Juli und September auf das Jahr gerechnet um real 1,8 Prozent statt der zuvor ermittelten 0,4 Prozent. Damit sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt im zweiten Quartal in Folge und zugleich deutlich stärker als von Analysten erwartet. Hintergrund ist, dass Unternehmen ihre Investitionen und Lagerbestände aus Sorge um eine lange Rezession zurückfahren. Derweil meldete Sony Entlassungen.

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Investitionen sinken um ein Drittel

So kündigte Sony den Abbau von 8000 der weltweit 160.000 Stellen im besonders hart getroffenen Elektronikgeschäft an. Der Schritt soll bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahres, das am 1. April 2009 beginnt, umgesetzt werden. Außerdem fallen 8000 Zeitarbeiter-Stellen weg. Der Konzern begründete die Streichungen mit der globalen Wirtschaftskrise. Die bislang geplanten Investitionen in der Sparte sollen um 30 Prozent gekürzt werden. Sony will damit seine Kosten jährlich um umgerechnet 840 Millionen Euro senken.


Slowakei und Frankreich betroffen

Zu den Werken, die bereits zum nächsten März geschlossen werden sollen, gehört das Sony Dax Technology Center in Frankreich. Die geplanten Investitionen zur Aufstockung der Produktion im Werk Nitra in der Slowakei, wo Sony Fernseher mit Flüssigkristallbildschirmen (LCD) für den europäischen Markt zusammenbauen lässt, sollen wegen der sich "rapide verlangsamenden Nachfrage im Fernsehermarkt" verschoben werden, wie Sony weiter mitteilte. Zudem sollen Investitionen bei Halbleitern reduziert werden. Zu diesem Zweck soll ein Teil der geplanten Produktionszuwächse bei CMOS-Imagesonsoren für Mobiltelefone an einen Drittanbieter ausgelagert werden.

Gewinnwarnung ausgegeben

Sony will außerdem die Zahl seiner Produktionsstandorte von derzeit 57 weltweit um etwa zehn Prozent verringern. Nach dem Versuch, Produktion und Warenbestände an den weltweiten Abschwung anzupassen, seien jetzt weitergehende Schritte nötig, begründete Sony den Stellenabbau. Sony ist neben der Elektronik auch in der Filmindustrie, mit Videospielen und im Finanzgeschäft aktiv. Der Konzern ist bekanntgeworden unter anderem als Erfinder des "Walkman" und als Hersteller der Videospiel-Konsole PlayStation. Sony hat vor kurzem seine Gewinnerprognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr herabgesetzt. Der Profit soll nun bei 150 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) liegen - 59 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Der Yen beutelt Sony

Das Unternehmen erzielt rund 80 Prozent seines Umsatzes in Übersee. Daher ist Sony von einem stärkeren Yen betroffen - die Aufwertung schmälert die Einnahmen aus dem Ausland. Der Dollar ist von 117 Yen im vergangenen Jahr auf 93 Yen gefallen. In der Kernsparte Elektronik der operative Ertrag im zweiten Quartal wegen der scharfen Preisrückgänge um 40,5 Prozent auf 75,6 Milliarden Yen und der Umsatz um 0,6 Prozent auf 1,6 Billionen Yen.

Anhaltende Skepsis

"Im kommenden Jahr sollte Japan große Geduld aufbringen und Maßnahmen umsetzen, um die Wirtschaft anzukurbeln", sagte der Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano. Ökonomen gehen davon aus, dass sich Japans erste Rezession seit 2001 auch im nächsten Jahr fortsetzt. Angesichts der sinkenden Nachfrage drosseln auch andere namhafte Unternehmen wie Toyota ihre Produktion, reduzieren die Zahl von Zeitarbeitern und senken die Ausgaben - unter anderem auch für Werbung, was wiederum Japans Medien hart trifft. Die Unternehmensinvestitionen gingen im Berichtsquartal um real zwei Prozent zurück, während die Konsumausgaben um 0,3 Prozent stiegen.

Firmen im Stimmungs-Tief

Der nächste Woche erwartete Quartalsbericht der Zentralbank zur Stimmung in den Manageretagen (Tankan) wird vermutlich die heftigste Eintrübung seit 34 Jahren aufweisen. Wie die größte japanische Tageszeitung "Yomiuri Shimbun" ohne Quellenangabe berichtete, könnte Japans führender Autobauer Toyota seine erst kürzlich drastisch von 1,6 Billionen Yen auf 600 Milliarden Yen korrigierte Prognose für den Betriebsgewinn im laufenden Geschäftsjahr noch einmal nach unten revidieren. Der Branchenprimus fährt wegen der Absatzkrise auch die Produktion seiner Luxuswagen zurück und zahlt Tausenden seiner Managern geringere Bonusgelder.

Politik ratlos

Die Rezession macht auch dem seit zehn Wochen regierendem Ministerpräsidenten Taro Aso - Japans vierter Regierungschef in drei Jahren - zu schaffen. Viele Menschen machen ihn dafür verantwortlich, dass sich die Wirtschaftslage noch weiter verschlechtert. Asos Zustimmungswerte in der Bevölkerung sind rasant auf unter 25 Prozent gesunken und liegen damit noch unter denen seines Vorgängers Yasuo Fukuda, der nach nur einem Jahr Amtszeit zurücktreten musste. Aso will zwar Japans Wirtschaft mit weiteren öffentlichen Geldern ankurbeln, doch werfen Kritiker ihm vor, nicht genau zu wissen wie.


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