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Deutsche Firmen bestechen deutlicher weniger


Korruption  

Deutsche Firmen bestechen deutlicher weniger

10.12.2008, 10:46 Uhr | clg, AFP, t-online.de

In Deutschland sinkt die Korruption wieder (Foto: Archiv)In Deutschland sinkt die Korruption wieder (Foto: Archiv) Deutsche Firmen bestechen bei Auslandsgeschäften offenbar seltener als die Konkurrenz. In einem von der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International in Berlin vorgelegten Bestecher-Index landete Deutschland unter 22 Nationen auf Rang fünf. Die deutsche Transparency-Vorsitzende Sylvia Schenk zeigte sich wegen mangelnder Fortschritte dennoch über das Ergebnis enttäuscht.

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China und Russland bilden Schlusslicht

Auf einer Skala von null bis zehn Punkten erreichte Deutschland in dem Index einen Wert von 8,6 Punkten. Je höher der Wert ist, als desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit von Bestechung bei Geschäften im Ausland eingeschätzt. Am besten schnitten Belgien und Kanada mit jeweils 8,8 Punkten ab. Schlusslichter waren China mit 6,5 und Russland mit 5,9 Punkten. Bei Unternehmen aus Schwellenländern wie China oder Russland ist Auslandsbestechung nach Ansicht von Transparency International "gang und gäbe". Für die Untersuchung wurden knapp 3000 Experten aus 26 Ländern nach ihren Erkenntnissen zur Bereitschaft von Unternehmen zur Zahlung von Schmiergeldern befragt.

Bestechen deutsche Unternehmen im Ausland mehr?

Deutschland ist trotz des vergleichsweise guten Abschneidens im Kampf gegen die Korruption nach Worten von Schenk "keinen Schritt nach vorne gekommen". Deutsche Unternehmen bestächen weiter im Ausland. Trotz der Warnung durch den Siemens-Skandal habe sich offensichtlich nicht genug getan, erklärte Schenk. Wenn all die Maßnahmen von Siemens und anderen nicht zu einer deutlich verbesserten Wahrnehmung im Ausland geführt habe, müsse es besonders beim Mittelstand noch "erhebliche Mängel" geben.

Wirtschaftskriminalität weiter bekämpfen

Transparency International kritisierte die Bundesregierung scharf dafür, dass diese die UN-Konvention gegen Korruption noch nicht ratifiziert hat. Der Regierung fehle so die nötige Glaubwürdigkeit, sauberen deutschen Unternehmen im Ausland beizustehen. Die Organisation machte sich zudem dafür stark, die Kapazitäten bei Polizei und Justiz zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität auszubauen. Es sei "unverständlich", dass nicht längst alle Bundesländer Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Korruption eingerichtet hätten, kritisierte Schenk. Diese gibt es laut Transparency International in acht Ländern.

Verhaltenskodex gegen Korruption

Die Internationale Handelskammer (ICC) in Deutschland und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) legten derweil einen überarbeiteten Verhaltenskodex gegen Korruption vor. Darin geht es etwa um einen "verantwortlichen Umgang mit Geschenken", zu denen auch Freikarten für Sportveranstaltungen oder Rabatte gezählt werden. Der Kodex gebe Unternehmen eine Richtschnur an die Hand, erklärte ICC-Generalsekretärin Angelika Pohlenz.

Wahrnehmung von Korruption steigt

Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young stieg die Wahrnehmung von Korruption in Deutschland stark an. Nach der Untersuchung sehen 40 Prozent der Unternehmenslenker Korruption als große und allgegenwärtige Herausforderung an. Allerdings gibt nur jedes zwanzigste Unternehmen an, in den vergangenen beiden Jahren selbst einen Korruptionsfall gehabt zu haben.

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