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Konsumgutscheine stoßen auf breite Ablehnung


Konjunktur  

Konsumgutscheine stoßen auf breite Ablehnung

11.12.2008, 17:40 Uhr | bab, t-online.de, AFP, dpa, dpa-AFX

Konsumgutscheine kommen nicht gut an  (Foto: Imago)Konsumgutscheine kommen nicht gut an (Foto: Imago) Die von der SPD ins Gespräch gebrachten Konsumschecks werden von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. In Umfragen sprachen sich Bürger und Händler gleichermaßen gegen die in Wirtschaft und Politik weiterhin heiß diskutierte Maßnahme aus. Der Einzelhandel fordert als Maßnahme zur Belebung der Konjunktur weiterhin Steuersenkungen.

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HDE: Der Soli soll weg

Gefragt hatte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) unter seinen Mitgliedern, von denen sich eine große Mehrheit von 85 Prozent gegen die Idee aussprach. Die Einzelhändler plädieren stattdessen für eine spürbare Entlastung aller Steuerzahler. Die Bundesregierung sollte als Sofortmaßnahme den Solidaritätszuschlag 2009 abschaffen, forderte der HDE. Dies würde Privathaushalte und Unternehmen um 13 Milliarden Euro entlasten. Auch Rentner und Empfänger von staatlichen Transferleistungen würden von der gesamtwirtschaftlichen Wirkung profitieren.



Bürger bleiben skeptisch

Ähnlich skeptisch werden die Gutscheine von der großen Mehrheit der Deutschen beurteilt. In einer jüngst veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" erklärten 78 Prozent, sie hielten diese Schecks nicht für sinnvoll. Nur 19 Prozent begrüßten die Idee, nach der jedem Erwachsenen vom Staat 500 Euro für Einkäufe geschenkt werden sollen, sofern er 200 Euro zuzahlt. Jüngere sprachen sich eher für den Vorschlag aus (28 Prozent der 18- bis 29-Jährigen). Bei den Älteren war die Zustimmung gering (14 Prozent der Befragten ab 60 Jahren).



Möbel und Waschmaschinen hoch im Kurs

Falls der Vorschlag tatsächlich umgesetzt würde, würden 50 Prozent der Bürger das Geld für Investitionen in die Wohnung (Möbel, Waschmaschine) ausgeben. An zweiter Stelle standen Handwerker-Leistungen für die Wohnung (37 Prozent). Der Kauf von Kleidung und Reisen wurde von je 31 Prozent angegeben. In die Freizeit wollten 27 Prozent der Bürger investieren. Am Ende der Skala rangierten Ausgaben für Auto oder Autoreparatur (25 Prozent), für Fernseher oder Computer (25 Prozent), Medien (23 Prozent) und Kosmetik (neun Prozent). Befragt wurden durch das Forsa-Institut 1000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger im Zeitraum zwischen dem 4. und 5. Dezember.

Umsetzung weiter umstritten

Offen bleibt bei der gesamten Debatte weiterhin, ob die Gutscheine wirklich eingeführt werden. Die Parteien sind in der Frage zerstritten und auch Ökonomen haben sich in zwei Lager gespalten. Befürworter wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sehen  vor allem die schnelle Umsetzungsmöglichkeit als Vorteil des Gutscheins. Eine Gesetzesänderung, wie sie neben dem Einzelhandel unter anderem von ifo-Chef Hans-Werner Sinn gefordert wird, greift in Bofingers Augen durch den langsamen Prozess zu spät. Kritiker wie Sinn sehen das anders und so bleiben die Gutscheine heiß umstritten. Eine schnelle Lösung oder Umsetzung sind nicht in Sicht.

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