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Autozulieferer: Streit zwischen Continental und Schaeffler eskaliert


Autozulieferer  

Streit zwischen Conti und Schaeffler eskaliert

18.12.2008, 11:25 Uhr | oca, dpa-AFX, t-online.de

Vor EU-Entscheidung: Machtkampf bei Continental (Foto: Reuters)Vor EU-Entscheidung: Machtkampf bei Continental (Foto: Reuters) Kurz vor der Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe eskaliert der Streit zwischen beiden Unternehmen. Mehreren Medienberichten zufolge will Schaeffler Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg aus dem Amt drängen. Zudem verlange Schaeffler die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um möglichst schnell vier eigene Mitglieder in den Conti-Aufsichtsrat zu schicken. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, es könne in Kürze zu gravierenden Personalentscheidungen kommen.

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Brenzlige Situation

"Die Situation ist brenzlig", heißt es laut "Handelsblatt" in Contis Aufsichtsrat. Schaeffler wollte den Streit auf Anfrage der Zeitung nicht direkt kommentieren. Ein Sprecher sprach nur von "interessierten Kreisen in Hannover, die das Klima vergiften wollen". Man müsse so bald wie möglich wieder an die Tagesarbeit gehen.



Machtkampf um Conti

Grünberg spiele ein doppeltes Spiel, heißt es laut "FAZ" in Branchenkreisen. Er gebe den "alternden Despoten", der Sorge vor einem Kontrollverlust habe. Im Umfeld Grünbergs argumentiere man hingegen, Schaeffler gehe es allein darum, die Finanzierung des Kaufs durch die Übertragung eines großen Teils seiner Schulden auf Conti sicherzustellen. Die Rede ist von mehr als fünf Milliarden Euro, die gemeinsam mit der Autozuliefersparte von Schaeffler bei Conti eingebracht werden sollen. Eine solche Transaktion werde aber auf keinen Fall die Unterstützung Grünbergs finden, da die Summe den Umsatz der entsprechenden Sparte von Schaeffler übertreffe, hieß es


Conti-Aktien springen an

An der Börse gewann unterdessen die Conti-Aktie am Donnerstag zeitweise mehr als 15 Prozent auf rund 42 Euro. Händler sehen die Kursgewinne im Zusammenhang mit der auslaufenden Frist für die Überprüfung der Übernahme durch die EU-Kommission. Börsianer rechnen fest mit grünem Licht. Aktuell werde zudem darauf spekuliert, dass Schaeffler die ursprüngliche Vereinbarung zur Beschränkung auf 49,99 Prozent der Conti-Stimmrechte brechen könnte und einen Beherrschungsvertrag anstrebe.



Probleme mit der Finanzierung des Conti-Deals?

Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach hatte sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert, an deren Ende die Franken die Hannoveraner zu einer umfassenden Zusammenarbeit drängen konnten. Schaeffler hatte für die Übernahme milliardenschwere Kredite ausgehandelt. Seit Wochen wird am Markt darüber spekuliert, dass Schaeffler angesichts der Finanz- und Autokrise Probleme bei der Finanzierung des Conti-Deals bekommen könnte.

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