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Jahr der Energiepreiskapriolen endet


Benzin und Rohöl  

Jahr der Energiepreiskapriolen endet

23.12.2008, 14:10 Uhr | bv, dapd, t-online.de

Unglaublich: Tankstellenpreise eines einzigen Jahres (Fotos: imago)Unglaublich: Tankstellenpreise eines einzigen Jahres (Fotos: imago) Das zu Ende gehende Jahr 2008 war für die Verbraucher das Jahr der Preiskapriolen bei den Energiepreisen. Am deutlichsten spürten das die Autofahrer und die Besitzer von Ölheizungen. Zwischen dem höchsten Spritpreis im Sommer und dem niedrigsten im Dezember liegen rund 50 Cent pro Liter. Das kann bei einer Tankfüllung leicht 25 Euro Unterschied ausmachen. Auch der Heizölpreis, der im Sommer auf über 95 Euro für 100 Liter gestiegen war, hat sich inzwischen wieder auf 50 bis 55 Euro verringert.

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Auf und nieder fast jeden Tag

An den Tankstellen wurden die Preise im Jahresverlauf 154 Mal angehoben und 139 Mal gesenkt - so die Preisstatistik des Marktführers Aral. Die Erhöhung betrug demnach insgesamt 451 Cent, die Senkungen summierten sich auf 484 Cent. Ohne Steuern hätten die Autofahrer im Schnitt 53 bis 66 Cent pro Liter bezahlen müssen.

Benzin jetzt deutlich billiger als zu Jahresbeginn

Im Januar 2008 lag der Preis für einen Liter Super durchschnittlich bei 1,37 Euro. Bis zum Sommer ging es dann steil nach oben bis auf 1,52 Euro. Laut ADAC waren dabei Karlsruhe, Erfurt und Kassel die Städte mit den höchsten Tankstellenpreisen. Am billigsten war der Sprit in Berlin und Magdeburg. Der Preisverfall ging inzwischen soweit, dass Diesel sogar wieder für weniger als einen Euro pro Liter angeboten wurde. Inzwischen ist Diesel wieder für 1,03 Euro, Super für 1,09 Euro zu haben.

Rekordjagd beim Öl begann im Januar

Beim Rohöl hatte sich schon zum Jahresbeginn abgezeichnet, wohin die Reise gehen würde: Am 2. Januar schnellte der Preis für ein Barrel (159 Liter) in New York kurzzeitig auf 100 Dollar. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde damit ein dreistelliger Preis für den wichtigen Rohstoff gezahlt. Wer damals vorausgesagt hätte, dass Rohöl am Jahresende wieder für deutlich unter 40 Dollar zu haben sein würde, wäre wohl für verrückt erklärt worden.

Erheblicher Preisdruck durch Wirtschaftswachstum

Schließlich war der Ölpreis schon 2007 um fast 60 Prozent gestiegen. Die Weltwirtschaft brummte - und damit gab es auch eine große Nachfrage nach Öl in Schwellenländern wie China und Indien. Die Förderländer produzierten am Limit, und politische Spannungen in einigen ölreichen Regionen sorgten ebenfalls für Preisdruck nach oben. Dazu kam eine zunehmende Anzahl von Spekulanten, die den Ölpreis immer weiter nach oben trieben.

Wirtschaft steckte Rekordölpreis gut weg

Zwar stöhnten Wirtschaft und Verbraucher im Sommer über die hohen Belastungen durch den Rekordölpreis von 147 Dollar, steckten sie aber erstaunlich gut weg. Ins Kippen kam das Ganze erst durch die Finanzkrise, die zwar schon eine ganze Weile geschwelt hatte, aber erst im Spätsommer richtig ausbrach.

Finanzkrise führte zur Wende

In Geldnot geratene Investoren zogen Anlagen aus Rohstoffen ab, und die Bankenprobleme schwappten ins echte Leben über: Weniger Hausbauten in den USA, weniger Kredite für Firmen und Konsumenten. Was in der zweiten Jahreshälfte daraus folgte, war ein Preiszusammenbruch des Ölmarktes, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. Der Preis fiel um mehr als 100 Dollar.

Ist Öl jetzt zu billig?

Experten warnen inzwischen davor, dass der Übertreibung des Sommers nach oben nun eine ebensolche nach unten gefolgt sei und Öl deshalb nicht lange so billig bleiben werde. Ein "fairer" Ölpreis liegt damit nach unterschiedlichen Angaben zwischen 50 und 70 oder zwischen 80 und 100 Dollar. Zu diesen Preisen könnten die Produzenten auch schwieriger zu erschließende Vorkommen wie Ölstände oder Lagerstätten in der Tiefsee ausbeuten.

OPEC zurzeit ein zahnloser Tiger

Zwar hat das Ölförderkartell OPEC versucht, durch Kapazitätskürzungen den Preisverfall zu verhindern. Das ist bisher jedoch nicht gelungen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Disziplin innerhalb des Kartells häufig nicht sehr ausgeprägt ist und sich die Mitglieder nicht an die vereinbarten Förderquoten halten. Einige Länder haben schließlich mit einem deutlich höheren Ölpreis kalkuliert und können bei niedrigen Preisen ihre Haushalte nicht mehr decken.

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