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Preis für Diesel fällt unter 1 Euro


Öl und Benzin  

Preis für Diesel fällt unter 1 Euro

30.12.2008, 17:47 Uhr | mmr/sky, dpa, dapd, t-online.de

29.12.08: Liter Super für 99,9 Cent (Foto: Telekom/ Martin Mrowka)29.12.08: Liter Super für 99,9 Cent (Foto: Telekom/ Martin Mrowka) Zum ersten Mal seit fast vier Jahren kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt weniger als einen Euro. Nach Angaben des Mineralölkonzerns Shell lag der Preis bei 0,997 Euro pro Liter. Der ADAC nannte sogar 0,987 Euro pro Liter. So niedrige Preise gab es zuletzt im März 2005, wie der Fachdienst EID ergänzend mitteilte. Insgesamt ist der Öl-Absatz in Deutschland 2008 um fast sechs Prozent gestiegen. Ein Liter Superbenzin kostete zwischen 1,05 und 1,06 Euro, der tiefste Stand seit genau fünf Jahren. Der Preis für Heizöl ist zum Jahreswechsel auf den tiefsten Stand seit Juni 2005 gefallen. Ein Liter kostet derzeit im Durchschnitt rund 52 Cent bei Abnahme von 3000 Litern, wie der EID mitteilte.

Chronologie - Woher Deutschland sein Öl bezieht

Sinkender Ölpreis verbilligt Benzin und Diesel

Die Preise für Diesel, Benzin und Heizöl sind seit dem Sommer um rund ein Drittel eingebrochen, weil der Ölpreis kräftig gesunken ist. Vor genau einem Jahr kostete Diesel 1,27 Euro, ein Liter Benzin 1,37 Euro. Der Ölpreis lag am Dienstag weitgehend unverändert bei 39,52 Dollar pro Barrel. Nach Angaben des EID sehen Marktbeobachter derzeit keinen Trendwechsel beim Ölpreis. Der Markt bleibe von der sinkenden Nachfrage beherrscht, es scheine bei den schlechten Wirtschaftsdaten noch kein Ende zu geben, so ein Händler in Singapur. Zuletzt hatten die israelischen Angriffe in Gaza für Sorgen über steigende Ölpreise gesorgt.



Starke Nachfrage...

Wegen einer sehr kräftigen Heizölnachfrage ist der deutsche Mineralölabsatz im ablaufenden Jahr spürbar angestiegen. Gegenüber 2007 stieg der Bedarf um 6 Millionen auf 107,8 Millionen Tonnen, wie der Mineralölkonzern ExxonMobile in Hamburg mitteilte. Von dem Zuwachs gehen 92 Prozent allein auf eine erhöhte Nachfrage bei leichtem Heizöl zurück, wie es hieß. Der Kraftstoffbedarf insgesamt bewegte sich dagegen mit 50,5 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau.

... und hohe Schwankungen bei Heizöl

Der Heizölabsatz unterlag in den vergangenen Jahren verschiedenen Einflüssen: Ende 2006 hatten viele Hausbesitzer ihre Tanks vor der Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel stramm gefüllt. Daher fiel die Nachfrage 2007 um fast 36 Prozent. Mildes Wetter führte dazu, dass die Vorräte bis weit in das Jahr 2008 hinein reichten. Erst als im Herbst der Heizölpreis einbrach, bestellten die Kunden wieder im großen Stil. Zeitweise kam es zu Lieferengpässen. Inzwischen sind die Pegel in den heimischen Tanks laut Esso wieder so hoch wie Ende 2006.

Übersicht -


Diesel immer beliebter ...

Beim Kraftstoff setzte sich der seit Jahren anhaltende Trend vom Benzin zum Diesel fort: Mit minus 0,8 Millionen Tonnen ging die Nachfrage bei Benzin weiter zurück. Normalbenzin machte nur noch 2 Millionen Tonnen aus, gegenüber Super mit fast 18 Millionen Tonnen. Der Absatz von Diesel stieg dagegen um über 3 Prozent auf 30 Millionen Tonnen.

... obwohl die Preise steigen

Dabei ist der langjährige Preisvorteil von Diesel fast weg, weil Diesel weltweit stark nachgefragt ist. Im Jahresdurchschnitt mussten Dieselfahrer pro Liter 17 Cent mehr zahlen als 2007. Benzin war laut Esso im Jahresdurchschnitt pro Liter 7 Cent teurer. Der deutsche Rohölimport sank 2008 um 1,4 Prozent auf 105,2 Millionen Tonnen. Dabei blieb die Bedeutung der Hauptlieferländer GUS, Norwegen, Großbritannien und Libyen gegenüber Vorjahr bei 80 Prozent.



Deutlicher Anstieg der Ölpreise erst in sechs Monaten?

Nach Einschätzung von Experten wird sich die beispiellose Talfahrt der Ölpreise noch bis weit in das kommende Jahr hinein ziehen. Der Markt befinde sich - abgesehen von den Spannungen im Nahen Osten - aktuell immer noch in einer ausgeprägten Übertreibungsphase nach unten. Zuletzt kostete das Öl weniger als ein Drittel des Rekordwerts aus dem Sommer 2008. Die DekaBank-Rohstoffexpertin Dora Borbély spricht "von extrem niedrigen Preisniveaus, die sich nicht mehr durch den globalen Konjunkturabschwung erklären lassen". Diese "Untertreibung" werde noch einige Zeit anhalten. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 rechnen einige der befragten Experten wieder mit einem starken Anstieg der Ölpreise.

Experten prognostizieren 80 Dollar pro Barrel

Borbély prognostiziert für 2009 einen Durchschnittspreis beim Rohöl der US-Referenzsorte WTI von 80 Dollar je Barrel (159 Liter). Den zu erwartenden Durchschnittspreis für Rohöl der Nordseesorte Brent setzt sie auf 79 Dollar an. Eine ähnliche Entwicklung erwarten auch die Rohstoffexperten der Postbank. Sie rechnen mit einem WTI-Durchschnittspreis von 82 Dollar und beim Brent-Öl knapp darunter bei 80 Dollar. Dagegen setzten die Volkswirte der Düsseldorfer WestLB die zu erwartenden Durchschnittspreise deutlich niedriger an: 52 Dollar für WTI-Öl und 50 Dollar je Fass für die Brent-Sorte.

Angebot kann kaum noch gesteigert werden

Die Finanzkrise und die darauffolgende Konjunkturflaute hätten den jüngsten Preisverfall an den Ölmärkten ausgelöst, erläuterte die Expertin Fabienne Riefer von der Postbank. Die Spekulanten würden derzeit nach wie vor auf fallende Ölpreise wetten. "Erst wenn sich ein Abklingen der Finanzmarktkrise abzeichnen sollte, könnte die Angebotsseite wieder stärker ins Blickfeld rücken", sagte Riefer.

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