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Fünf außergewöhnliche Wirtschaftspannen 2008


Jahreswechsel  

Fünf außergewöhnliche Wirtschaftspannen 2008

02.01.2009, 14:28 Uhr | bab, dpa, t-online.de

Apple-Chef lebt natürlich noch. (Foto: AFP)Apple-Chef lebt natürlich noch. (Foto: AFP) Das Jahr 2008 ist geprägt durch die Krise am US-Hypothekenmarkt, die sich in ihrem Verlauf zur großen Finanzkrise entwickelte. Am Rande der Meldungen über Krisen und Kollapse gab es mehrere außergewöhnliche Pannen und Fehleinschätzungen. Teils mit schwerwiegenden Folgen. Einige wurden breit in den Medien diskutiert, andere blieben nahezu unbemerkt.

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Verfrühter Nachruf auf Steve Jobs

Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg passierte Ende August ein peinliches Missgeschick, als ein provisorisch vorbereiteter Nachruf auf Apple-Chef Steve Jobs versehentlich in den Dienst gesendet wurde. Großer Schaden entstand nicht, da die Geschichte eindeutig als ein unfertiges Stück zu erkennen war. Jobs, über dessen Gesundheitszustand es 2008 massive Spekulationen gegeben hat, ließ die Gelegenheit nicht aus, bei einem Auftritt mit dem klassischen Zitat vom Mark Twain zu kontern, der vor 100 Jahren in einem ähnlichen Fall verlauten ließ: "Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben".


Die unglaublich steigende VW-Aktie

Selten hatten sich Börsianer mit so schwerwiegenden Folgen verspekuliert wie bei der VW-Aktie Ende Oktober. Sie hatten auf fallende Kurse des Volkswagen-Papiers gesetzt und Aktien "leer verkauft", wie man es an der Börse nennt. Das heißt, sie liehen sich Aktien und verkauften sie - in der Hoffnung, sie später vor der Rückgabe billiger zurückkaufen zu können. Doch plötzlich schockte Porsche sie mit der Ankündigung, dass der Sportwagenhersteller bereits mehr als 40 Prozent an VW direkt hält und auf weitere 30 Prozent Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen hat. Abzüglich der 20 Prozent des Landes Niedersachsen waren damit nur noch gerade einmal 5 Prozent der VW-Aktien an der Börse. In den Wochen davor sollen aber etwa 15 Prozent der Volkswagen-Anteile an Leerverkäufer ausgeliehen worden sein, die sie jetzt irgendwie zurückkaufen mussten. Die Folge war eine fieberhafte Jagd nach jedem verfügbaren VW-Papier, die den Kurs binnen Tagen auf mehr als 1000 Euro trieb.

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Computer schießen United-Aktie ab

Mit minimalem menschlichen Zutun schafften es Computerprogramme Anfang September, die Aktie der US- Fluggesellschaft United Airlines zu versenken. Auslöser war ein mehrere Jahre alter Zeitungsbericht über den Insolvenzantrag der United-Airlines-Konzernmutter UAL. Alles begann damit, dass ein Leser den alten Zeitungsartikel - wahrscheinlich zufällig - mitten in der Nacht auf der Website anklickte. Dadurch kam der Text in die Liste der meistgelesenen Berichte und wurde von dem Google-Programm, das automatisch nach neuen Nachrichten sucht, in den Dienst Google News aufgenommen. Der Haken: Der Artikel trug offenbar kein Datum und wurde von dem Herausgeber eines kleinen Investment-Newsletters für aktuell gehalten. Prompt verkündete er eine UAL-Insolvenz in seinem Dienst, der auch über die Terminals der Finanznachrichtenagentur Bloomberg verbreitet wird. Die UAL-Aktie brach binnen Minuten von 12,50 auf nur noch 3 Dollar ein. Nicht nur einige Marktteilnehmer nahmen die Nachricht ernst: Auch Computerprogramme, die automatisch als Reaktion auf bestimmte Begriffe handeln, sollen die Kursverluste maßgeblich ausgelöst haben.



Schaeffler bekommt zuviel Conti

Der bayerische Autozulieferer Schaeffler wollte beim Konkurrenten Continental einsteigen und kämpfte lange gegen den Widerstand des niedersächsischen Unternehmens an. Schließlich musste Schaeffler den angebotenen Preis auf 75 Euro je Aktie hochsetzen und sich auch noch verpflichten, zunächst nur 49 Prozent zu halten. Der Deal fiel aber mit dem Abschwung der Autoindustrie zusammen, wie andere Papiere der Branche ging auch die Conti-Aktie auf Talfahrt. Die Anleger waren begeistert von der Idee, ihre Anteile noch für 75 Euro verkaufen zu können und Schaeffler wurden plötzlich ganze 90 Prozent an Continental angeboten - während der Aktienkurs an der Börse an die 35 Euro abschmierte. Das Familienunternehmen musste nun also ausgerechnet in der Finanzkrise eine milliardenschwere Finanzierung dafür sichern. Ende des Jahres war Schaeffler noch dabei, die Anteile schrittweise zu übernehmen.

Die KfW-Überweisung an Lehman Brothers

Die Überweisung von mehr als 300 Millionen Euro an die US-Investmentbank Lehman Brothers ausgerechnet am Tag des Insolvenzantrags sorgte im September für viel Aufregung und kostete zwei KfW-Vorstände den Job. Die Zahlung war Teil eines Devisengeschäfts und schon seit längerer Zeit in den Computern einprogrammiert - für Montag, den 15. September. Die Probleme von Lehman waren Anfang September nicht mehr zu übersehen. Noch am Freitag berieten die Zuständigen bei der KfW nach Darstellung der Bank über die Lehman-Überweisung und vertagten sich auf Montagmorgen. Die Überweisung ging aber schon eine Stunde vor dem angesetzten Treffen raus. Dabei zeichnete sich schon am Sonntag ab, dass die verzweifelten Rettungsbemühungen für Lehman scheitern könnten. "Deutschlands dümmste Bank", spottete die "Bild"-Zeitung.

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