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Ukraine: Gasstreit mit Russlands Gazprom geht weiter


Ukraine  

Keine Lösung im Gasstreit in Sicht

16.01.2009, 14:00 Uhr | bab / bv, dpa, AFP, t-online.de

Keine Ende des Gasstreits in Sicht (Foto: dpa)Keine Ende des Gasstreits in Sicht (Foto: dpa) Nach dem Lieferstopp von russischem Gas in die Ukraine ist in dem Energie-Streit zwischen Kiew und Moskau vorerst keine Lösung in Sicht. Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow warf der Ukraine vor, illegal für Europa bestimmtes Gas abzuzapfen. "Die ukrainische Seite gibt offen zu, dass sie Gas stiehlt und schämt sich nicht einmal", sagte Kuprijanow in Moskau. Seit Donnerstag seien 21 Millionen Kubikmeter aus Leitungen auf ukrainischem Gebiet illegal abgezapft worden.

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USA schalten sich ein

Deutschland, die Europäische Union und die USA riefen beide Seiten zu einer raschen Beilegung des Konflikts auf. In einer Erklärung heißt es, die USA seien "besorgt" darüber, dass der russische Gasmonopolist Gazprom die Gaslieferungen an die Ukraine am Neujahrstag eingestellt habe. Die USA ermutigten beide Seiten, Verhandlungen über eine Vereinbarung wieder aufzunehmen, die eine zuverlässige Gaslieferung an die Ukraine und Europa sicherstelle. Die ukrainische Führung hofft auf eine Lösung des Streits bis zum 7. Januar.

Gazprom erhöht Transfervolumen

Das ukrainische Unternehmen Naftogaz teilte unterdessen mit, aus technischen Gründen den Transit von rund 21 Millionen Kubikmeter des für Westeuropa bestimmten Gases pro Tag nicht gewährleisten zu können. Russland hatte das Transitvolumen am Vortag offenbar vorsorglich etwa um diese Menge auf 326 Millionen Kubikmeter täglich erhöht.

Nicht geklaut, aber "entfernt"

Naftogaz wies die russischen Gasklau-Vorwürfe mit dem Kommentar zurück, es gebe keinen Diebstahl. Allerdings habe das Unternehmen aus "technischen Gründen" Gas aus russischen Lieferungen für Europa "entfernt". So solle der Transit der russischen Exporte nach Europa sichergestellt werden, sagte ein Naftogaz-Sprecher in Kiew.

Versorger gut vorbereitet

Unterdessen sicherten Branchenvertreter eine durchgehende Versorgung zu. "Die Kunden können sich auf die zuverlässige Belieferung mit Erdgas verlassen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Martin Weyand. Neben der Transitroute durch die Ukraine fließe russisches Gas auch über Weißrussland nach Deutschland. Zudem lieferten Länder wie Norwegen, Großbritannien und die Niederlanden unvermindert. Sie könnten bei Bedarf die Menge erhöhen. Außerdem gebe es auch in Deutschland Erdgasförderung und hohe Speicherkapazitäten.

Deutsche Versorgung sicher

Nach Ansicht der Energiewirtschaft ist es zudem "nicht denkbar", dass Gazprom auch die deutsche Lieferung kappt. Das sagte ein Sprecher des BDEW der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeine". Während der 35 Jahre währenden Gaslieferung an die Bundesrepublik sei "nie eine Unzuverlässigkeit" aufgetreten. Vor drei Jahren gab es in Westeuropa kurzzeitig Probleme mit der Gaslieferung, weil die Ukraine Gas gestohlen haben soll. Zu diesem Zeitpunkt hatten Russland und die Ukraine zuletzt über Lieferungen und Preise gestritten.

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