Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

Gasstreit zwischen Russland und Ukraine führt zu Lieferengpässen


Gasstreit Russland-Ukraine  

Lieferstopp stört Gasversorgung von Polen und Rumänien

16.01.2009, 14:00 Uhr | fre, dapd, AFP, t-online.de

Der Druck sinkt: Gazprom dreht den Hahn zu. (Bild: dpa)Der Druck sinkt: Gazprom dreht den Hahn zu. (Bild: dpa) Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat offenbar zu ersten Störungen bei der Lieferung von russischem Erdgas an andere Länder geführt. Polen und Rumänien meldeten am Freitagabend einen Rückgang der Gaslieferungen aus Russland, die durch Pipelines in der Ukraine gepumpt werden. Kunden in den beiden Ländern waren zunächst nicht betroffen. Auch die Versorgung in Deutschland ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit unberührt. "Es liegen dem Bundeswirtschaftsministerium im Moment keine Meldungen vor, dass weniger Gas ankommt", sagte eine Sprecherin am Samstagvormittag der Nachrichtenagentur AP.

Quiz - Wie gut kennen Sie Russland?
Tarifvergleich - Gas-Rechner
Video - Seit 1. Januar sind die Leitungen dicht

"Technisches Gas" unverzichtbar

Der russische Gasmonopolist Gazprom erklärte, die Ukraine habe für den Balkan bestimmte Lieferungen abgezweigt. Das ukrainische Unternehmen Naftogaz erklärte, es nutze einen Teil des Gases aus Russland dazu, sein Leitungssystem betriebsbereit zu halten. Gazprom sei verpflichtet, dieses sogenannte "technische Gas" zu liefern.



40 Prozent weniger Gas in Rumänien

Der stellvertretende Gazprom-Chef Alexander Medwedew forderte die Ukraine am Freitag auf, sich an Vereinbarungen zu halten und die Gaslieferungen nicht zu behindern. Balkanstaaten litten unter einer Verringerung der Lieferungen. Der polnische Gasmonopolist PGNiG registrierte nach eigenen Angaben um 17.00 Uhr MEZ einen Rückgang der Gaslieferungen um etwa sechs Prozent. Das rumänische Unternehmen Transgaz meldete sogar einen Rückgang um 30 bis 40 Prozent.

2006 drehte Putin Europa den Hahn zu

Gazprom hat am Donnerstag im Streit um unbezahlte Rechungen und künftige Lieferbedingungen alle Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt. Die Entscheidung weckte Erinnerungen an einen ähnlichen Streit 2006, als auch die Lieferungen an Westeuropa zeitweise eingeschränkt waren. Gazprom teilte gleichzeitig mit, es habe die Gasmenge in den Leitungen erhöht, die hauptsächlich Europa belieferten. Die ukrainische Regierung erklärte, sie garantiere den reibungslosen Transit.



Funkstille zwischen Russen und Ukrainern

Beide Seiten bemühen sich inzwischen um europäische Unterstützung. Eine Delegation unter Führung des ukrainischen Energieministers Jurij Prodan brach am Freitag nach Prag auf. Brüssel soll eine weitere Station der Reise sein. Russland seinerseits bat um eine Sondersitzung der EU-Kommission, um die Position Moskaus darzulegen, wie der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko sagte. Direkte Kontakte zwischen Kiew und Moskau waren vorerst nicht geplant.

Zwei neue Pipelines geplant

Gazprom will sein Gas nur noch so lange wie unbedingt nötig durch die Ukraine pumpen: "Es ist dringend nötig, alternative Transitrouten zu erschließen", sagte der Vizechef des Unternehmens, Alexander Medwedew, am Freitag dem britischen Rundfunksender BBC. Gazprom hoffe, dass Europa "jeden erforderlichen Schritt" machen werde, um die Umsetzung dieses Vorhabens zu unterstützen. Gazprom plant derzeit zwei neue Gas-Pipelines. Während die Leitung Nord Stream vom russischen Ostseehafen Wyborg nach Greifswald führen soll, ist die Pipeline South Stream vom Schwarzen Meer nach Bulgarien, Österreich und Griechenland geplant.

Mehr zum Thema:
Jahr der Preiskapriolen - Rekordpreise für Strom, Heizöl und Benzin
Video - Putin: Die Zeit des billigen Gases ist vorbei
Energieversorgung - Russland dreht der Ukraine das Gas ab
Neues Kartell - Russland treibt Gründung einer "Gas-OPEC" voran
Serbien - Gazprom bekommt Ölkonzern zum Schnäppchenpreis
Putin droht - Steigende Gaspreise in Europa
Übersicht -

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal