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Russland dreht den Gashahn zu


Gasstreit  

Russland dreht den Gashahn zu

16.01.2009, 13:00 Uhr | mfu, dpa-AFX, dapd, t-online.de

Russland drosselt Gasexporte nach Europa (Foto: dpa)Russland drosselt Gasexporte nach Europa (Foto: dpa) Neue Runde im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine: Russland hat heute die Erdgaslieferungen nach Europa deutlich reduziert. Bulgarien, die Türkei und Griechenland erhalten gar kein Gas mehr. Auch der größte deutsche Gasimporteur, E.ON Ruhrgas, rechnet mit einem völligen Ausfall der Gaslieferungen. Die Gasversorgung ist hierzulande aber noch nicht in Gefahr.

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Auch Wingas meldet gekürzte Gaslieferungen

Laut E.ON Ruhrgas sei damit zu rechnen, dass am zentralen Gasübergabepunkt, der deutschen Grenzstation Waidhaus (Bayern), im Laufe des Dienstags die über die Ukraine transportierten Gasmengen vollständig ausfielen. Auch der Versorger Wingas berichtete über gekürzte Gaslieferungen. Die beiden anderen großen Gasversorger, RWE und der Leipziger Importeur Verbundnetz Gas (VNG), stellten hingegen nach eigenen Angaben keine Einschränkungen fest.

Keine Ausfälle bei anderen Gasexporteueren

Die deutsche Gasbranche sieht trotz erster Lieferausfälle keinen Grund zur Panik. "Die Verbraucher können sich auf eine sichere Versorgung mit Erdgas verlassen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Martin Weyand. Deutschland beziehe zu zwei Dritteln Erdgas aus westeuropäischen und deutschen Quellen, 37 Prozent stammten aus Russland. "Die Mengen aus Westeuropa und Deutschland werden unverändert geliefert."

Sichere Versorgung dank Gasspeicher

Auch E.ON Ruhrgas sieht die Versorgung dank einsatzbereiter Erdgasspeicher sichergestellt. Die Vorräte in den deutschen Gasspeichern belaufen sich auf rund ein Viertel des Gasverbrauchs im Jahr 2007. Zugleich warnt E.ON-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg vor anhaltenden Lieferausfällen: "Aber unsere Möglichkeiten stoßen an ihre Grenzen, wenn diese drastischen Lieferkürzungen anhalten und die Temperaturen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau bleiben."

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Lieferausfälle in weiten Teilen Europas

Seit Dienstag gibt es in großen Teilen Europas Lieferausfälle bei russischem Gas, das über die Ukraine nach Europa geliefert wird. Dazu zählen vor allem Bulgarien, Griechenland und die Türkei, die vom Lieferstopp an der ukrainisch-rumänischen Grenze betroffen seien. Die Regierung in Bulgarien wollte auf einer Sondersitzung die Krisenlage erörtern. Die russischen Gaslieferungen sind auch nach Österreich nahezu vollständig gestoppt worden.

Ergaspipelines in Europa (Grafik: dpa)Ergaspipelines in Europa (Grafik: dpa)

Streit um höhere Gaspreise

Grund für den Lieferstopp ist der anhaltende Gasstreit zwische Kiew und Moskau. Dabei geht es vor allem um unbezahlte Rechungen und künftige Lieferbedingungen. Gazprom will die Gaspreise für die Ukraine weitaus stärker an das Weltmarktniveau angleichen und erhöhen. Dagegen wehrt sich die Ukraine. Schon in den letzten Tagen hatte der Streit Auswirkungen auf die Gasversorgung in Osteuropa.

Russland bezichtigt Ukraine des Gasdiebstahls

Russland hatte der Ukraine bereits am 1. Januar den Gashahn zugedreht. Die Führung in Moskau beschuldigt den Nachbarn seitdem, die Transitleitungen nach Europa anzuzapfen, um Gas für die eigene Versorgung abzuzweigen. Der russische Monopolist Gazprom drosselte deshalb laut eigenen Angaben heute die Lieferungen über die Ukraine am Dienstag um 65,3 Millionen Kubikmeter Gas. Es gehe um die Menge, die die Ukraine in den vergangenen Tagen illegal aus Transitleitungen abgezapft habe.

EU schaltet sich in Gasstreit ein

Die EU-Kommission kritisierte die Konfliktparteien Russland und die Ukraine: "Es gibt geschäftliche Verpflichtungen, die man erfüllen muss, auch wenn man politische Meinungsverschiedenheiten hat", sagte Kommissionssprecher Johannes Laitenberger. Unterdessen wollen die Konfliktparteien offenbar an den Verhandlungstisch zurückkehren: Russlands Gasmonopolist Gazprom und das ukrainische Unternehmen Naftogas wollen die seit Silvester unterbrochenen Gespräche am Donnerstag fortsetzen, wie Naftogas-Chef Oleg Dubina laut der Agentur Interfax sagte.

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