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Pharmahersteller Ratiopharm wird verkauft


Merckle-Gruppe  

Pharmahersteller Ratiopharm wird verkauft

07.01.2009, 20:56 Uhr | oca / bv, AFP, dpa, t-online.de

Adolf Merckle - Ratiopharm muss verkauft werden (Foto: dpa)Adolf Merckle - Ratiopharm muss verkauft werden (Foto: dpa) Die Unternehmen der finanziell schwer angeschlagenen Merckle-Gruppe sind zwei Tage nach dem Selbstmord von Adolf Merckle gerettet. Das Firmengeflecht wird aber zerschlagen und der Einfluss der Familie stark begrenzt: Der Pharmahersteller Ratiopharm muss auf Druck der Gläubigerbanken verkauft werden, wie die zu Merckle gehörende VEM Vermögensverwaltung in Ulm mitteilte. Nur unter dieser Bedingung wollten die rund 30 Banken den rettenden Überbrückungskredit gewähren. In diesem Jahr sei mit dem Verkauf aber definitiv noch nicht zu rechnen, hieß es aus Unternehmenskreisen.

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Selbstmord nach der Unterschrift

Adolf Merckle hatte sich am Montag das Leben genommen, nachdem er die Einigung mit den Banken noch selbst unterschrieben hatte. Seiner Familie zufolge hatte es Merckle nicht verkraftet, die Kontrolle über sein Imperium zu verlieren. Er hatte sich zudem lange gegen den Verkauf von Ratiopharm gesträubt, da er angesichts der Finanzkrise fürchtete, das Unternehmen könnte weit unter dem eigentlichen Unternehmenswert verkauft werden.

Kein Verkauf in diesem Jahr

Damit genau das nicht passiere, sei ein Verkauf in diesem Jahr ausgeschlossen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen. Man werde ein besseres Marktumfeld abwarten - das sei aber erst im nächsten Jahr zu erwarten. Als Käufer käme dann zum Beispiel ein Pharmaproduzent aus dem Ausland in Betracht, der sich im deutschen Markt verstärken will. Ratiopharm kündigte an, die Geschäftsführung werde "alles in ihren Möglichkeiten stehende tun, um in diesem Verkaufsprozess die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wahren", hieß es.

Verringerter Einfluss der Familie

Eine weitere Bedingung der Banken für den Überbrückungskredit ist, dass der Einfluss der Familie beschnitten wird. Adolf Merckles Sohn Ludwig werde sich nun aus der Gruppe zurückziehen, teilte die VEM mit. Nach dem Selbstmord des Firmenpatriarchen Adolf Merckle war sein Sohn Ludwig gemeinsam mit Ratiopharm-Finanzchefin Susanne Frieß Geschäftsführer der VEM.

Testament wird nach der Beisetzung veröffentlicht

Der Pharma-Milliardär hatte vor seinem Selbstmord verschiedene Verfügungen getroffen. Es sei "alles geregelt", sagte ein Sprecher. Merckles Testament werde aber erst nach der Beisetzung veröffentlicht. Der Termin dafür hänge davon ab, wann die sterblichen Überreste von der Staatsanwaltschaft freigegeben würden.

Firmen laufen normal weiter

Die Firmen aus Merckles Imperium - etwa der Arzneimittelhersteller Ratiopharm, der Medikamentenversand Phoenix und HeidelbergCement - liefen normal weiter, da Merckle dort nicht operativ tätig gewesen sei, sagte der VEM-Sprecher. Auch die Holding VEM sei "handlungsfähig", da Geschäftsführerin Susanne Frieß - wie auch vor dem Tod Merckles schon - unterschriftsberechtigt sei.

Mit VW-Aktien in Bedrängnis geraten

Merckle war in Bedrängnis geraten, weil einige seiner Firmen hoch verschuldet sind und im Zuge der Finanzkrise drastisch an Wert verloren hatten. Außerdem hatte er sich mit VW-Aktien verspekuliert und damit Medienberichten zufolge bis zu einer Milliarde Euro verloren.

Größter Produzent nachgeahmter Medikamente

Ratiopharm gilt als größter europäischer Produzent sogenannter Generika, also preisgünstiger Kopien von Marken-Medikamenten, deren Patentschutz ausgelaufen ist. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in 35 Ländern und beschäftigt 5400 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Deutschland. 2007 machte Ratiopharm einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro.

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