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Großbritannien: Bank of England senkt Zinsen auf 300-Jahres-Tief


Historische Marke  

Bank of England senkt Zinsen auf 300-Jahres-Tief

08.01.2009, 16:28 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Britisches Pfund: Rekord-Tief bei den Zinsen (Foto: imago)Britisches Pfund: Rekord-Tief bei den Zinsen (Foto: imago) Rekord-Zinstief in Großbritannien: Die Bank von England hat am Donnerstag den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gesenkt. Das ist der tiefste Stand ihrer 315-jährigen Geschichte. Die Bank of England wurde 1694 gegründet. Es handelt sich außerdem um die vierte Zinssenkung in Folge. Zum Höhepunkt des Bankenchaos im vergangenen September hatte der Zinssatz noch bei fünf Prozent gelegen. Experten hatten mit einem größeren Zinsschritt gerechnet und auf eine Senkung von 1,0 oder mehr Punkten gehofft.

Leitzinsen überall deutlich gesenkt

Im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise haben die führenden Notenbanken weltweit die Zinsen drastisch heruntergefahren. In den USA hatte die Notenbank die Leitzinsen auf faktisch Null abgesenkt. Die Europäische Zentralbank reduzierte Anfang Dezember für die Euro-Länder den Leitzins von 3,25 auf 2,5 Prozent. Eine weitere Zinssenkung wird in Kürze erwartet.

Drucken Briten frisches Geld?

Nach Medienberichten erwägt die britische Regierung wegen des lahmenden Kreditgeschäfts, frisches Geld zu drucken. Nachdem die Notenbank nach den Leitzinssenkungen bald nicht mehr viel Spielraum zum Ankurbeln der Konjunktur hat, könnten so zusätzliche Milliarden in die schwache Wirtschaft gepumpt werden, wie mehrere britische Zeitungen berichteten. Mit dem frischen Geld könnten faule Kredite von den Banken abgekauft werden. Danach wären diese Banken in der Lage, der Wirtschaft wieder mehr dringend benötigte Kredite zu geben.

Kaum noch Handlungsspielraum bei Nullzins

Finanzminister Alistair Darling bezeichnete diese Diskussionen als "hypothetisch". Das Ministerium schaue sich eine Reihe von Maßnahmen an, um die Wirtschaft zu unterstützen. Niemand spreche aber derzeit darüber, zusätzliches Geld zu drucken. Am Vortag hatte Darling eingeräumt, dass über die Mechanismen der Finanzpolitik nachgedacht werden müssen, wenn der Zinssatz sich nahe Null befinde. Notenbank und Finanzministerium würden dabei "Hand in Hand" arbeiten.

Pfund verliert stark an Wert

Parallel zu der Zinsentwicklung hatte auch das Pfund im Vergleich zum Euro stark an Wert verloren. Während man Anfang 2008 für ein Pfund noch 1,36 Euro bekam, waren es am letzten Handelstag vergangenen Jahres nur noch 1,04 Euro. Anfang 2009 erholte sich die britische Währung wieder und lag am Donnerstag wieder etwa bei 1,10 Euro.

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