Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

Gasversorgung: Ukraine gibt im Gasstreit nach


Gas-Streit  

Russland dreht den Hahn wieder auf

13.01.2009, 08:11 Uhr | mmr / bv, dpa-AFX, AFP, t-online.de

Gas-Station mit Überwacher - Es strömt wieder... (Foto: Reuters)Gas-Station mit Überwacher - Es strömt wieder... (Foto: Reuters) Nach einem sechstägigen Lieferstopp pumpt Russland seit Dienstagmorgen wieder Gas über die Ukraine nach Westen. Das teilte der russische Monopolist Gazprom in Moskau mit. Wie versprochen drehte der Konzern um 8.00 Uhr MEZ den Gashahn für die wichtigste Transitstrecke wieder auf. Zuvor sollten die Beobachter ihre Arbeit aufnehmen, die die Gaslieferungen überwachen sollen. Das Gas habe bereits die Ukraine erreicht, teilte Gazprom rund eine Stunde später mit.

Riskanter Rohstoff Gas - Das müssen Sie wissen
Chronologie - Entwicklung der Spritpreise seit 1950

Abkommen endlich unterzeichnet

Russland habe versichert, die Lieferungen wieder aufzunehmen und "wir begrüßen dieses Versprechen", hatte ein Sprecher des tschechischen EU-Vorsitzes am Montag in Brüssel gesagt. Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexander Medwedew, sagte in Brüssel, das Abkommen sei "endlich von allen Partnern ohne Erklärungen und Zusätze unterzeichnet worden".

Warten auf die Gas-Beobachter

In Moskau erklärte Gazprom, das Unternehmen nehme die Lieferungen wieder auf, sobald die vertraglich vereinbarten Beobachter ihre Arbeit aufgenommen hätten. Russland hatte die Entsendung unabhängiger Gas-Beobachter in die Ukraine zu einer Bedingung für die Wiederaufnahme der Gas-Lieferungen gemacht.

Zusatz machte Einigung zunichte

Ein umstrittener Zusatz der Ukraine hatte die mühsam ausgehandelte Einigung im Gasstreit am Sonntag zunächst wieder zunichte gemacht: Russland erklärte die Einigung für null und nichtig. Kiew hatte in dem Vertragszusatz erklärt, keine Schulden bei Gazprom zu haben und alle finanziellen Fragen zu bereits verbrauchtem Gas geklärt zu haben. Zudem dementierte Kiew darin den russischen Vorwurf, Gas abgezweigt zu haben. Der Weg für eine endgültige Einigung wurde frei, nachdem die Ukraine auf den Zusatz wieder verzichtete.

EU macht Druck

Nachdem die Ukraine das Abkommen schließlich ohne den umstrittenen Zusatz unterzeichnete, forderte die EU Russland auf, die Lieferungen wieder aufzunehmen: "Russland hat keinen einzigen Grund mehr, nicht sofort seine Gaslieferungen wiederaufzunehmen", sagte Tschechiens Energieminister Martin Riman. Die EU könne "keine weiteren Verzögerungen oder Entschuldigungen» akzeptieren, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Trotz der russischen Lieferzusage kann es wegen der Länge der Gasleitungen und des in den Pipelines gesunkenen Druckniveaus noch drei bis fünf Tage dauern, bis russisches Gas wieder in den europäischen Ländern ankommt.

Rüge an Slowakei wegen Atomreaktor

Die EU rügte unterdessen die Slowakei für ihren Plan, wegen der Energie-Knappheit einen stillgelegten Atomreaktor wieder anzufahren. Dies sei "eine klare Vertragsverletzung", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel und drohte mit entsprechenden Konsequenzen. Die Slowakei hatte der Stilllegung des Atomkraftwerks in Jaslovske Bohunice vor ihrem Beitritt zur EU 2004 beistimmen müssen.

Bulgarien braucht finanzielle Unterstützung

Zahlreiche, vor allem osteuropäische Länder waren am Montag weiterhin vollständig von der Versorgung mit russischem Gas abgeschnitten. Das besonders hart betroffene Bulgarien bat die EU um finanzielle Unterstützung in Höhe von 400 Millionen Euro, um die totale Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren.

Hierzulande keine Probleme

Deutschland, das etwa 37 Prozent seines Gases aus Russland bezieht, konnte die Lieferausfälle über die nördliche Pipeline, die über Weißrussland und Polen führt, ausgleichen. Nach Angaben eines Eon-Ruhrgas-Sprechers komme über die Pipeline in Frankfurt an der Oder derzeit die doppelte Menge Gas an. Zudem verfügt Deutschland über deutlich mehr Speicherkapazitäten als die besonders betroffenen Balkanstaaten.

Mehr Themen:
Gas - Gazprom plant gigantischen Speicher
Zwischenstand - Russland und Ukraine einigen sich zunächst
Gasstreit - Russland akzeptiert EU-Beobachter
Testen Sie Ihr Wissen - Unser Energie-Quiz
Fotoshow - Die größten Energiekonzerne Europas
Versorgung - Berliner Gasspeicher ist einer der größten Deutschlands
Hintergrund - Russlands Energieriese Gazprom
Video - Putin: Die Zeit des billigen Gases ist vorbei

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
hier MagentaZuhause M sichern
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal