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Deutschlands Gasspeicher bald halb leer?


Gasstreit  

Deutschlands Gasspeicher bald halb leer?

16.01.2009, 15:50 Uhr | mfu, dapd, dpa-AFX

Deutschlands Gasvorräte schrumpfen (Foto: dpa)Deutschlands Gasvorräte schrumpfen (Foto: dpa) Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zehrt zunehmend an den Vorräten in den deutschen Gasspeichern. Nach Angaben der europäischen Gasspeicherorganisation Gas Storage Europe (GSE) in Brüssel waren die 46 deutschen Speicher am Montag dieser Woche zu 59 Prozent gefüllt. Mitte Dezember waren es noch 78 Prozent. Experten warnen nun vor Problemen für die Gasversorgung, sofern der Gas-Streit weiter anhält. Die Versorger sehen dagegen keinen Grund zur Besorgnis.

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Medienbericht über schwindende Gasreserven

Die "Financial Times Deutschland" hatte unter Berufung auf die GSE berichtet, dass die Füllmenge in den deutschen Speichern wegen des kalten Winters rascher zu Neige geht als erwartet. Innerhalb einer Woche sei die Gasmenge um zehn Prozentpunkte gesunken, die Vorratskammern könnten schon in der kommenden Woche halb leer sein. Schon jetzt seien wegen des kalten Winters und des Lieferstopps für russisches Gas durch die Ukraine die Speicher so leer wie sonst nur am Ende der Heizperiode, berichtete die Zeitung. Der GSE gehören 60 Gasimporteure aus insgesamt 27 Ländern an, darunter E.ON, RWE, Wingas, VNG und Shell.

Engpässe bei Großverbrauchern

Experten sehen bei einem anhaltenden Gas-Streit zwischen der Ukraine und Rußland Probleme auf die Gasversorgung zukommen: "Wenn die gegenwärtige Situation fortdauert, werden in einer oder zwei Wochen solche Überlegungen angestellt", sagte Florian Haslauer, Energiespezialist der Beratungsfirma A.T. Kearney der Financial Times Deutschland. "Der erste Schritt wäre wohl, dass Versorger mit Großverbrauchern in der Industrie über eine freiwillige Reduzierung des Verbrauchs sprechen."

Gas-Importeure erwarten keine Lieferengpässe

Die Gas-Importeure weisen den Medienbericht zurück und sprechen von einer normalen Situation. "Bei uns ist alles im Rahmen wie sonst auch in einem Januar", sagte eine Sprecherin der Leipziger Verbundnetz Gas AG. Die Speicher seien gut gefüllt, sagte auch ein Sprecher von RWE Energy. "Die Anlagen erfüllen ihre Aufgabe", erklärte eine Sprecher bei E.ON Ruhrgas. Dass die Speichermenge im Laufe des Winters sinke sei normal. Sie seien dafür da, Lieferengpässe in der kalten Jahreszeit auszugleichen.

Wingas bietet Hilfe an

Allerdings machten diese Versorger keine genauen Angaben zu den vorhanden Reserven. Lediglich die Kasseler Wingas, ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF Wintershall und dem russischen Gaskonzern Gazprom , nannte eine Füllmenge. Das Unternehmen betreibt südlich von Bremen den mit 4,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas größten Speicher Europas. Dieser sei noch zu gut drei Viertel gefüllt. "Unsere Kunden kommen sicher durch den Winter", sagte Geschäftsführer Gerhard König. Er bot zugleich an, bei Engpässen anderer Versorger einzuspringen und diesen Erdgas zur Verfügung zu stellen.

Größte Gas-Speicherkapazität in Europa

Deutschland hat nach Angaben der Versorger die höchste Gas-Speicherkapazität in Europa. In 46 unterirdischen Anlagen können rund 20 Milliarden Kubikmeter Gas gespeichert werden. Dies entspricht rund einem Viertel des Verbrauchs im Jahr 2007. Geplant oder bereits im Bau sind 15 weitere Speicher mit etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter Kapazität.

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