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Qimonda-Pleite belastet auch Infineon


Chiphersteller  

Qimonda-Pleite belastet auch Infineon

24.01.2009, 18:50 Uhr | oca, dpa

Qimonda-Pleite belastet Infineon (Foto: imago)Qimonda-Pleite belastet Infineon (Foto: imago) Die Pleite des Speicherchip-Herstellers Qimonda trifft auch den Mutterkonzern Infineon. Durch die Notlage seines Ablegers mit dem Hauptwerk in Dresden drohen dem tief in der Verlustzone steckenden Münchner Halbleiterkonzern nach Informationen des "Spiegels" und der Deutschen Presse-Agentur weitere Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe, so für Abfindungen, Kartellverfahren oder die Rückzahlung von öffentlichen Fördermitteln. Dies dürfte die ohnehin angespannte Finanzlage bei Infineon weiter verschärfen. "Die Belastungen treffen uns, sie sind aber nicht bedrohlich", sagte ein Infineon-Sprecher am Samstag.

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Zeitung: Pleite könnte auch Infineon ins Trudeln bringen

Die vergangene Woche besiegelte Insolvenz der Speicherchip-Tochter Qimonda könnte nach einem Bericht des "Spiegels" mittelfristig auch die Mutter Infineon ins Trudeln bringen. Trotz wochenlanger Rettungsbemühungen musste Qimonda mit weltweit rund 12.000 Beschäftigten am Freitag Insolvenz beantragen. In Deutschland sind durch die Pleite 3200 Arbeitsplätze im größten Werk in Dresden und weitere 1400 Jobs am Firmensitz in München in Gefahr. Die gesamte Chip-Branche leidet unter starkem Preisverfall und spürt voll die Wirtschaftskrise.


Experten: Schadenssumme bis zu 280 Millionen Euro

Infineon werde Rückstellungen über einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bilden, hatte das Unternehmen am Freitag mitgeteilt. Ein Teil der Lasten soll bereits im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal, das bis Ende Dezember lief, verbucht werden. Der Konzern fürchtet Kartell- und wertpapierrechtliche Verfahren, die eventuelle Rückzahlung öffentlicher Fördermittel sowie Forderungen von Qimonda-Mitarbeitern. Analysten schätzen die Schadenssumme auf bis zu 280 Millionen Euro.

Eigenkapital drastisch geschrumpft

Vor allem durch die hohen Verlusten bei seiner Ex-Sparte Qimonda war das Eigenkapital des Konzerns im vergangenen Geschäftsjahr ohnehin schon um mehr als die Hälfte auf nur noch knapp zwei Milliarden Euro geschrumpft.

Rückblick - Die scheinbare Rettung Qimondas


700-Millionen-Anleihen müssen zurückgezahlt werden

Nach Angaben des Infineon-Sprechers muss das Unternehmen bis 2010 zudem zwei Anleihen zurückzahlen, die insgesamt knapp 700 Millionen Euro ausmachen. Der "Spiegel" berichtete zuvor von insgesamt über 900 Millionen Euro. Zudem müssten Kredite in Höhe von rund 300 Millionen Euro verlängert werden, wie der Sprecher bestätigte.

Kapitalerhöhung kaum möglich

Das Infineon-Management will die Aktionäre des im Deutschen Aktien-Index (DAX) notierten Unternehmens bei der Hauptversammlung am 12. Februar um eine Kapitalaufstockung bis zu 450 Millionen Euro zu bitten. Doch die dürfte nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Qimonda vorerst kaum möglich sein, so der "Spiegel". Denn die neuen Hiobsbotschaften haben den Kurs der Infineon-Aktien in den vergangenen Tagen auf unter einen Euro - und damit deutlich unter den für die Kapitalerhöhung nötigen Wert von zwei Euro gedrückt. Am Freitag fielen die Infineon-Papiere am DAX-Ende um fast fünf Prozent auf lediglich noch 0,68 Euro.


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