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Krisentreffen in Davos


Wirtschaftskrise  

Krisentreffen in Davos

28.01.2009, 12:21 Uhr | oca, t-online.de, dapd, dpa

Das Geschäftliche wird dieses Jahr den Ton bestimmen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die 2500 leitenden Vertreter von Wirtschaft und Politik, die ab Mittwoch im Zeichen der Kapitalismuskrise an dem fünftägigen Treffen teilnehmen, erwartet dieses Mal nicht die sonst übliche Garde internationaler Stars. Bono kommt nicht, Angelina Jolie auch nicht. Zwar kommen auch dieses Jahr Schauspieler, Autoren, Designer und Architekten zu dem Forum, darunter Sänger Peter Gabriel und Bollywood-Star Amitabh Bachchan. Aber Forums-Sprecher Mark Adams zeigt sich sicher, dass der Ton anders sein wird in diesem Jahr: "Ich glaube, es gibt das Gefühl, wir müssten uns an die Arbeit machen. Es gibt 230 Arbeitssitzungen, deswegen kommen die Leute."

"Update 2009: Die Rückkehr zur Staatsmacht"

Viele der Teilnehmer sind unmittelbar von der Wirtschaftskrise betroffen, die aus dem Zusammenbruch des Marktes mit unsicheren US-Hypothekenpapieren entstanden ist. Die Citigroup zum Beispiel hat Milliarden durch faule Wertpapiere verloren. Sie half, für den Kongress eine Risikostudie zu erstellen. Eine der Arbeitssitzungen in Davos trägt den Titel "Update 2009: Die Rückkehr zur Staatsmacht" und beschäftigt sich damit, wie Regierungen jetzt eine stärkere Rolle bei den Bemühungen zur Krisenbewältigung einnehmen. Andere Themen auf dem Kongress sind Energie, Klimawechsel, freier Handel und Entwicklungshilfe.

Es werden keine Beschlüsse gefasst

Beim Weltwirtschaftsforum werden kein Beschlüsse gefasst, aber häufig Leitlinien festgelegt. Neben der Finanzkrise steht deshalb auch der Klimaschutz als weiteres drängendes Problem im Vordergrund der 200 verschieden Diskussionsrunden.

"Treffen im Sanatorium"

Für den Gründer des Forums, den deutschen Professor Klaus Schwab, bietet die Veranstaltung die Chance, Pläne für eine weltweite Gesundung der angeschlagenen Systeme und eine neue ethische Ordnung zu entwerfen. Er sprach in Cologny bei Genf von einer Art "Treffen im Sanatorium". Der durch den Roman "Zauberberg" von Thomas Mann berühmt gewordene Schweizer Wintersport- und Sanatoriumsort könnte somit eine heilende Wirkung auf die von der Krise schwer getroffenen Eliten aus Politik und Wirtschaft haben. "Wir sehen das als ein Sanatorium für die Weltwirtschaft an", sagte Schwab. "Wenn sie von der Intensivstation kommen, können die Patienten im Sanatorium normalerweise zu ihrer Stärke zurückfinden."

Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs

Der chinesische Premierminister Wen Jiabao soll der erste von mehr als 40 Staats- und Regierungschefs sein, die beim Weltwirtschaftsforum das Wort ergreifen werden. Zu den weiteren Teilnehmern gehören der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, der britische Premierminister Gordon Brown, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der japanische Ministerpräsident Taro Aso sowie der mexikanische Präsident Felipe Calderon.

Proteste angekündigt

Für die USA soll Präsidentenberaterin Valerie Jarrett nach Davos reisen. Höherrangige Regierungsmitglieder stehen voraussichtlich so kurz nach Amtseinführung von Präsident Barack Obama noch nicht zur Verfügung, wie es hieß. So stehe die Bestätigung von Finanzminister Tim Geithner durch den Senat noch aus. Hunderte Polizisten und bis zu 4000 Soldaten sollen die Sicherheit der Forumsteilnehmer garantieren. Antikapitalistische Gruppen und Globalisierungsgegner haben Proteste angekündigt.

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