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Kuka stürzt fast in die roten Zahlen


Roboter- und Anlagen-Hersteller  

Kuka stürzt fast in die roten Zahlen

03.02.2009, 14:09 Uhr | mmr, dpa, t-online.de

Fertigungsroboter von Kuka (Foto: dpa)Fertigungsroboter von Kuka (Foto: dpa) Die Krise der Autoindustrie hat das Geschäft des Roboter- und Anlagenbauers Kuka im vierten Quartal stärker als erwartet getroffen. Zwar konnte der Konzern beim Betriebsergebnis gerade noch den Absturz in die roten Zahlen verhindern, allerdings sanken die Auftragseingänge noch stärker als befürchtet. Außerdem drückte die Pleite eines US-Kunden aus der Autozulieferer-Industrie auf das Ergebnis. Der Kunde war pleitegegangen, bevor er seine Rechnungen gezahlt hatte.

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Pleite von US-Kunde belastet

Die Insolvenz der US-Tochter des baden-württembergischen Konzerns Getrag im November schlug sich mit 20,8 Millionen Euro negativ im Betriebsergebnis (EBIT) nieder. Im Gesamtjahr sank der Gewinn deshalb um 26,1 Prozent auf 52 Millionen Euro. Im vierten Quartal blieb das Ergebnis gerade noch ausgeglichen - Analysten hatten mit einem Verlust gerechnet. Der Kunde hatte zwei bestellte Produktionslinien für die Herstellung von Getrieben stornieren müssen. Dieser Ausfall sei komplett verbucht worden, sagte Finanzvorstand Matthias Rapp. Die weiteren Verwertungschancen seien noch schwer abzuschätzen, da es sich um eine individuell zugeschnittene Anlage handele.

Konzernchef sieht stabile Lage

Die Gefahr von weiteren Stornierungen ist nach Einschätzung von Kuka-Vorstandschef Horst Kayser gering, da es sich bei den Produkten des Konzerns um langfristige Projekte handele. Als Lehre aus der Getrag-Pleite habe Kuka aber sein Risikomanagement verbessert und verlange jetzt eine Anzahlung. "Vergleichbares wie bei Getrag ist nicht zu erwarten." Im vierten Quartal hätten zudem alle weiteren Kunden pünktlich bezahlt.



Deutlicher Rückgang der Aufträge

Abzulesen ist die globale Wirtschaftskrise bei Kuka am deutlich gesunkenen Auftragseingang. Im Gesamtjahr 2008 steht ein Rückgang von 4,8 Prozent zu Buche. Der Umsatz hielt sich vergleichsweise stabil. Die Erlöse sanken 2008 um 1,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Im vierten Quartal betrug der Rückgang 3,2 Prozent auf 342,1 Millionen Euro. Damit verfehlte das Unternehmen aber die Analystenerwartungen von 355,6 Millionen Euro.

Gemischte Gefühle an der Börse

Kuka-Aktien haben am Dienstag nach den Quartalszahlen ihre anfänglichen Gewinne wieder abgegeben und schwächer tendiert. Gegen 12.15 Uhr steht der MDAX-Wert mit gut zwei Prozent im Minus bei 9,30 Euro. Der MDAX verliert gleichzeitig 0,8 Prozent gegenüber Vortag. Händler stuften die Zahlen in einer ersten Einschätzung als "gemischt" ein. Während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) etwas über den Erwartungen gelegen habe, sagte ein Börsianer, seien bis auf den aus seiner Sicht erwartungsgemäßen Auftragseingang alle weiteren Daten hinter den Prognosen zurück geblieben. Ein weiterer Händler sagte, die Zahlen lägen im Rahmen der Erwartungen. Der Ausblick für 2009 sei allerdings sehr vorsichtig.



Analysten senken Kursziel

Roger Peeters, Chefstratege bei Close Brothers Seydler Research, sagte in einer ersten Einschätzung, die Zahlen seien etwas besser als die Prognosen gewesen. Allerdings stünden dem Konzern harte Zeiten bevor: "Der Kurs hat noch keinen soliden Boden gefunden." Hans-Joachim Heimbürger, Analyst bei Cheuvreux, senkte nach den jüngsten Zahlen sein Kursziel für die Papiere von 9,00 auf 7,00 Euro. Die "Underperform"-Einstufung behält er unterdessen bei. Der Auftragseingang läge im Rahmen der Erwartungen. Die Erwartungen für den Gewinn je Aktie im laufenden und kommenden Jahr reduzierte der Experte hingegen.

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