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Schaeffler schickt 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit


Autokrise  

Schaeffler schickt 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

12.02.2009, 12:20 Uhr | dpa

Schaeffler leidet unter der Autokrise (Foto: dpa)Schaeffler leidet unter der Autokrise (Foto: dpa) Der nach der Conti-Übernahme schwer angeschlagene Autozulieferer Schaeffler schickt rund 20.000 Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Die Kurzarbeit könnte bis zu sechs Monate andauern. Grund für die Maßnahme seien die deutlichen Auftragsrückgange aus der Automobilindustrie, sagte Unternehmenssprecher Detlef Sieverdingbeck. Auch im Industriegeschäft sei zunehmend ein "Knick" spürbar.

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Geschäftsführung und Betriebsrat einig

"Als einer der letzten Autozulieferer reagieren wir mit Kurzarbeit", sagte Sieverdingbeck. Geschäftsleitung und Betriebsrat seien sich einig, dass es keine Alternative dazu gebe. Fast alle Standorte in Deutschland seien von der Kurzarbeit betroffen. Der Schaeffler-Konzern hat in Deutschland rund 25 Standorte mit etwa 31.000 Mitarbeitern.

Durchschnittlich ein Tag weniger Arbeit in der Woche

Die Kurzarbeit sei für ein halbes Jahr beantragt worden, sagte Sieverdingbeck. Ihr Umfang betrage im Durchschnitt rund 20 Prozent, das entspricht einem Arbeitstag pro Woche. Allein am Unternehmenssitz in Herzogenaurach werden gut 6600 Beschäftigte in Kurzarbeit gehen, in den FAG-Werken in Schweinfurt und dem nahe gelegenen Eltmann etwa 5000.

Umsetzung bereits in den nächsten Tagen

Mit der Umsetzung soll in den nächsten Tagen begonnen werden. An einigen Standorten wird allerdings schon seit Monatsbeginn kurzgearbeitet. Die Umsetzung sei von Standort zu Standort und von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich und hänge von der Auslastung ab. So ist nach Unternehmensangaben für die rund 5000 Mitarbeiter in Schweinfurt und Eltmann eine Schließungswoche über Fasching geplant. Neben drei Tagen Kurzarbeit sollen auch Urlaubs- und Zeitkonten genutzt werden.

Keine Kurzarbeit in Wuppertal

Nur wenige Standorte wie etwa Wuppertal, wo für die Windkraftbranche gefertigt wird, seien nicht betroffen, sagte der Sprecher. Im Automotive-Geschäft dagegen liege der Auftragsrückgang bei 20 bis 25 Prozent.

Debatte um Staatshilfen

Neben der Kurzarbeit beschäftigt die Schaeffler-Gruppe derzeit vor allem die schwierige Übernahme von Continental. Das Management von Schaeffler hatte Staatshilfen ins Spiel gebracht, um die Übernahme und letztlich Arbeitsplätze zu retten. Das lehnen viele Politiker ab. "Wir werden nicht die Zeche für riskante Unternehmensentscheidungen zahlen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Andere Akteure wie Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und der saarländische SPD-Chef Heiko Maas sprechen sich für die Staatshilfen aus. "Wenn Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr sind, ist es richtig und geboten, dass der Staat über unterstützende Maßnahmen wie Bürgschaften nachdenkt", sagte Maas.


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