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Deutsche Bank bestätigt hohe Verluste


Bilanz 2008  

Deutsche Bank bestätigt hohe Verluste

06.02.2009, 11:26 Uhr | mmr, dpa-AFX, t-online.de

Deutsche Bank (Foto: ddp)Deutsche Bank (Foto: ddp) Die Deutsche Bank rechnet nach dem ersten Jahresverlust in der Nachkriegsgeschichte auch 2009 mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. 2008 musste die Bank wegen der Krise einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro verbuchen, wie bereits Mitte Januar bekanntgegeben wurde. "Für die nächste Zeit sehen wir weiterhin sehr schwierige Bedingungen für die Weltwirtschaft und damit große Herausforderungen für unsere Kunden wie auch für unsere Branche", sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.

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Von Rekordüberschuss zu Rekordverlust

Im vergangenen Jahr war die größte deutsche Bank infolge der Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht: Unter dem Strich lag der Verlust bei 3,9 Milliarden Euro - nach einem Rekordüberschuss von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2007. Vor Steuern betrug der Verlust 5,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 8,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit bestätigte die Bank vorläufige Zahlen, die sie Mitte Januar veröffentlicht hatte. Es ist der erste Jahresverlust der Deutschen Bank seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr eine deutlich reduzierte Dividende von 50 Cent erhalten nach 4,50 Euro für das Rekordjahr 2007.

Aktie baut Verluste ab

Die Aktie der Deutschen Bank verliert am Donnerstag zunächst deutlich an Wert, kann ihre Verluste aber im Verlauf abbauen. Zuletzt wurde spekuliert, dass die Deutsche Bank im Januar im Handelsgeschäft gut abgeschnitten hat und einige Händler hatten zudem auf konkretere Aussagen Ackermanns zum weiteren Jahresverlauf erhofft.



Ackermann ist "absolut unzufrieden"

Allein im Schlussquartal 2008, im dem sich die Finanzmarktkrise nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers nochmals zugespitzt hatte, lag das Minus nach Steuern bei 4,8 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: plus 1,0 Milliarden Euro). "Wir sind absolut unzufrieden mit unserem Ergebnis im vierten Quartal und dem daraus resultierenden Verlust im Gesamtjahr 2008", erklärte Ackermann. Noch kurz vor der Lehman-Pleite hatte er sich optimistisch gezeigt, dass der Anfang vom Ende der seit Sommer 2007 tobenden Krise gekommen sei.

Schwächen im Geschäftsmodell

"Die zuvor nie erlebten Marktverhältnisse in diesem Quartal haben einige Schwächen in unserem Geschäftsmodell offenbart", räumte Ackermann erneut ein. "Deshalb ändern wir unsere Aufstellung in einigen Geschäftsfeldern." So soll etwa der Eigenhandel reduziert werden. Insgesamt stehe die Bank aber zu ihrem Geschäftsmodell, das auf Investmentbanking und Privatkundengeschäft baut.

Risikovorsorge deutlich erhöht

Insgesamt summierten sich die Belastungen für die Bank seit Beginn der Krise im Sommer 2007 auf 9,3 Milliarden Euro. Davon fielen sieben Milliarden im vergangenen Jahr an. Ihre Vorsorge für Kreditausfälle erhöhte die Bank deutlich: Im vierten Quartal lag die Risikovorsorge mit 591 Millionen Euro rund 80 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr legte die Bank für faule Kredite mit 1,1 Milliarden Euro 76 Prozent mehr zurück als im Jahr 2007.



Guter Start ins Jahr 2009

Ackermann berichtete allerdings über einen "erfolgreichen Start in das Jahr 2009. Im Monat Januar habe die Bank Erträge in Höhe von 2,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies sei deutlich über dem Vergleichswert im vergangenen Jahr und "nur unwesentlich" unter dem Spitzenwert von 2007.

Geringerer Refinanzierungsbedarf

Für 2009 sieht die Deutsche Bank einen geringeren Refinanzierungsbedarf als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr sei die Kapitalaufnahme am Markt 20 Prozent höher gewesen als 2007 zuvor, sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. "Wir haben also vorausschauend Vorsorge betrieben." In 2009 werde die Bank daher mit "etwa 16 Milliarden Euro nur etwas weniger als ein Drittel dessen benötigen, was wir in 2008 aufgenommen haben". Eine solide Refinanzierungsbasis sei in diesem Marktumfeld besonders erfolgskritisch, betonte Ackermann. "Wir verfügen über eine große strategische Liquiditätsreserve." Seit Beginn der Kreditkrise im vorletzten Jahr habe die Deutsche Bank das Volumen der Kundeneinlagen um mehr als 30 Milliarden Euro ausbauen können.

Privatkundengeschäft leidet auch

Die Deutsche Bank bekommt die Krise auch in der Privatkundensparte immer deutlicher zu spüren. Im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden (PBC) sank der Vorsteuergewinn 2008 um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 945 Millionen Euro. Im klassischen Investmentbanking (CB&S) lag der Verlust vor Steuern allein im Schlussquartal bei 5,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr summierte sich der Verlust in dieser Sparte auf 8,5 Milliarden Euro - nach einem Gewinn von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2007.

Leichter Stellenabbau

Im Zuge der Krise baute der Konzern im vierten Quartal weltweit hunderte Stellen ab. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der Vollzeitstellen von 81.308 auf 80.456. Das waren jedoch immer noch rund drei Prozent mehr als im vierten Quartal 2007. In Deutschland blieb die Zahl der Mitarbeiter mit 27.942 praktisch stabil.

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