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Business-Flieger "zutiefst uncool"


Firmenjets  

Business-Flieger "zutiefst uncool"

09.02.2009, 10:57 Uhr | oca, AFP, t-online.de

Privat-Jets: Fliegen mit Firmenflugzeugen ist seit der Wirtschaftskrise verpönt  (Foto: imago)Privat-Jets: Fliegen mit Firmenflugzeugen ist seit der Wirtschaftskrise verpönt (Foto: imago) Er war jahrelang das Statussymbol für jeden erfolgreichen Manager: der Business-Jet. Die Hersteller von Gulfstreams, Falcons, Learjets und Co. konnten sich vor Aufträgen kaum retten. Mit der Finanzkrise sind nicht nur Kredite für die Maschinen schwer zu bekommen, die schnittigen Flieger an sich sind in Verruf geraten. Unter öffentlichem Druck verzichten immer mehr Großkonzerne auf die kostspieligen Transportmittel.

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"Symbol unternehmerischer Gier"

Die Business-Flieger seien "zutiefst uncool" und zum "Symbol unternehmerischer Gier" geworden, schrieb jüngst das bei Managern zur Pflichtlektüre gehörende Wirtschaftsmagazin "The Economist". In den USA sind vor allem die Konzerne unter Druck, die Milliarden aus der Staatskasse erhalten. Den Steuerzahlern ist schwer zu erklären, warum Washington gescheiterten Managern mit Milliarden unter die Arme greift, wenn die noch nicht einmal bereit sind, Linie zu fliegen.


Banken verkaufen Jets

So stellte das Management der Bank of America am Mittwoch drei Jets zum Verkauf, um angesichts einer 45-Milliarden-Dollar-Finanzspritze des Staates Sparwillen zu demonstrieren. Ende Januar verzichtete bereits die Citigroup auf die Lieferung eines neuen Privatjets, nachdem das gleichfalls auf Staatsgeld angewiesene Finanzhaus dafür in Washington in die Kritik geraten war.

Jets kosten 2000 Dollar pro Stunde

Tatsächlich sind die Jets selbst für große Konzerne ein hoher Ausgabenposten. Denn mit den Anschaffungskosten von vier bis 40 Millionen Dollar ist es noch lange nicht getan. Bei den Betriebskosten schlagen die Jets mit mindestens 2000 Dollar pro Stunde zu Buche.

Manager reisten im Business-Jet um nach Milliarden zu betteln

Noch vor den Finanzriesen mussten die Chefs der US-Autokonzerne General Motors, Chrysler und Ford erfahren, dass Fliegen mit den schnittigen Jets nicht mehr angesagt ist. "Hätten Sie nicht Erste Klasse Linie fliegen können oder gemeinsam in einem Jet?", frage der demokratische Abgeordnete die drei betreten blickenden Autobosse, nachdem sie jeder im eigenen Jet nach Washington geflogen waren, um vor dem US-Kongress um Milliardenhilfen zu betteln. Beim nächsten Mal fuhren sie dann geläutert die 800 Kilometer nach Washington mit dem Auto.


Bestellungen: Experten rechnen mit einem Absturz

Auch wenn die Auslieferungen der Jets bei den Herstellern Embraer, Bombardier, Hawker Beechcraft, Gulfstream, Dassault oder Cessna wegen langer Vorlaufzeiten dieses Jahr nochmals einen Höhepunkt erreichen dürften, rechnen Experten bei den Bestellungen mit einem kräftigen Absturz. Sie könnten sich dieses Jahr halbieren, sagt Branchenanalyst Nick Cunningham von Evolution Securities. "Wer wird jetzt noch kaufen? Niemand hat derzeit das Geld und zahlreichen Kundenunternehmen ist das von der Regierung verboten worden."

Jet-Hersteller reagieren mit Stellen-Streichungen

Die Jet-Hersteller sehen sich gezwungen zu reagieren. Der kanadische Anbieter Bombardier kündigte an, 1360 Stellen zu streichen. Der Produktionsrhythmus für seine Learjets und Challenger wird zurückgefahren. Am selben Tag kündigte auch der französische Konkurrent Dassault Aviation an, pro Monat nur noch acht statt neun Falcon-Jets zu produzieren. Der Marktstart für die neue Falcon SMS wurde laut Gewerkschaften bis auf Weiteres verschoben.

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