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Unbezahlter Sonderurlaub für Infineon-Manager


Halbleiterbranche  

Unbezahlter Sonderurlaub für Infineon-Manager

12.02.2009, 11:23 Uhr | bv, dapd, dpa-AFX, AFP, t-online.de

Infineon: Mehr Kurzarbeit und unbezahlter Sonderurlaub für Manager (Foto: ddp)Infineon: Mehr Kurzarbeit und unbezahlter Sonderurlaub für Manager (Foto: ddp) Beim angeschlagenen Halbleiterkonzern Infineon bekommen jetzt auch Hunderte Mitarbeiter der Chefetage die Sparpläne zu spüren. Das Unternehmen spreche mit Führungskräften über unbezahlten Sonderurlaub von zwei bis drei Tagen im Monat. Das sagte Konzernchef Peter Bauer der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Demnach sind 400 Top-Manager weltweit betroffen. Auf der Hauptversammlung in München warb Bauer anschließend um das Vertrauen der Aktionäre.

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Eingeständnis von Schwierigkeiten

Bauer sagte zu den Aktionären, das Unternehmen habe in der Vergangenheit viele schlechten Nachrichten erzeugt. Die Besserung, die in Aussicht gestellt worden sei, sei nicht so eingetreten, wie man sich das vorgenommen habe. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Infineon-Aktie auf unter einen Euro abgestürzt sei, könne er die Wut der Aktionäre verstehen.

Zwangsläufig gebraucht werden

Bauer warb gleichzeitig um Zuversicht. "Wir sind mit unseren Chips so stark in Ihrem täglichen Leben verankert, dass wir zwangsläufig gebraucht werden", sagte er. Infineon habe sich in den wichtigsten Zukunftsmärkten an der Weltspitze positioniert. "Und wir können kämpfen."

Gehaltsverzicht auch beim Vorstand

Der "SZ" hatte Bauer zuvor gesagt, dass über unbezahlten Sonderurlaub gesprochen werde, durch den sich pro Führungskraft bis zu 15 Prozent einsparen ließen. Bauer kündigte außerdem einen Gehaltsverzicht des Vorstands an. Er selbst will demnach im laufenden Geschäftsjahr auf 20 Prozent seines Gehalts verzichten, drei weitere Vorstände auf je zehn Prozent.

Kurzarbeit wird stark ausgeweitet

Infineon will außerdem weitere 4800 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Nach Dresden und Regensburg sollten nun auch die Standorte Warstein und München betroffen sein, sagte eine Unternehmenssprecherin. In Warstein sollen alle 800 Mitarbeiter kurzarbeiten, in München 4000 von 4200. Damit wäre ein Großteil der 9900 deutschen Infineon-Beschäftigten in Kurzarbeit.

Infineon offen für Fusionen

Bauer kündigte in der "SZ" außerdem an, Infineon wolle "einen Zusammenschluss prüfen", wenn es sich anbiete. "Wenn wir unsere Marktposition verbessern können, ist das doch allemal positiv." Auch der Einstieg eines Finanzinvestors sei generell möglich. Allerdings könne Infineon auch alleine bestehen.

Turbulente Hauptversammlung erwartet

Neben der desolaten Lage bei der insolventen Speicherchiptochter Qimonda hat auch die Wirtschaftskrise den Konzern mit voller Wucht erwischt. Infineon hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von rund 3,1 Milliarden Euro eingefahren. Auch das neue Geschäftsjahr hatte schlecht begonnen: Von Oktober bis Dezember fiel ein Minus von mehr als 400 Millionen Euro an.

Aktionäre sollen Kapital aufstocken

Das Management will die Aktionäre um eine Kapitalaufstockung von bis zu 450 Millionen Euro bitten. Die Ausgabe neuer Aktien gilt derzeit dennoch als unwahrscheinlich, da sich der Aktienkurs nach wie vor unterhalb der Schwelle von einem Euro bewegt. Zuletzt kostete das Papier 76 Cent.

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