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GM-Überlebenskampf bedroht Opel-Werke


Autokrise  

GM-Überlebenskampf bedroht Opel-Werke

18.02.2009, 08:08 Uhr | lgs, dpa, t-online.de

Fallen dem GM-Überlebenskampf auch deutsche Opel-Werke zum Opfer? (Quelle: dpa)Fallen dem GM-Überlebenskampf auch deutsche Opel-Werke zum Opfer? (Quelle: dpa) Der Überlebenskampf des US-Autobauers General Motors (GM) bedroht Opel-Werke in Deutschland und Belgien. Damit dürfte die Debatte, ob Opel mit deutschen Steuermitteln aus dem GM-Konzern herausgelöst werden soll, weiter an Fahrt gewinnen. Die Opel-Mutter und auch Chrysler mussten der US-Regierung am Dienstag ihre Sanierungskonzepte vorstellen, von denen weitere staatliche Milliardenspritzen abhängen. Wie GM mitteilte, war für etwa 00.30 Uhr deutscher Zeit (am Mittwoch) eine Pressekonferenz des Vorstandsvorsitzenden Rick Wagoner geplant.

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Drohen Opel-Zukunft weiter ungewiss

Die Zukunft für Opel ist auch nach der Vorlage eines Sanierungsplans bei der Konzernmutter General Motors ungewiss. Das Konzept mit dem geplanten Abbau von weltweit 47.000 Arbeitsplätzen nennt keine konkreten Folgen für die Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. General Motors äußerte aber die Erwartung, dass es nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland staatliche Hilfen geben werde. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte am Mittwoch dem ARD-Morgenmagazin: "Das ist eine Notsituation." Es gehe jetzt darum, zu "kämpfen, dass die Standorte in Europa erhalten bleiben". Er selbst wolle sich bei einem Treffen mit Wagoner zunächst um Klarheit für die Beschäftigten in Deutschland bemühen. Opel müsse zusammen mit General Motors ein Zukunftskonzept vorlegen. Erst danach könne die Frage beantwortet werden, wie die Hilfe der Regierung aussehen könne

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete getern unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person, General Motors erwäge, die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen zu schließen und das Werk in Eisenach zu verkaufen. Der Autobauer in Detroit wollte dazu keine Stellung nehmen, auch GM Europa wollte sich nicht äußern. In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 25.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Der GM-Sanierungskurs könnte auch ein Werk des schwedischen Tochterunternehmens Saab treffen.



Betriebsratschef warnt vor Falschinformationen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Betriebsratschef Rainer Einenkel vom Bochumer Opel-Werk sagten zu dem Bericht, solche Entscheidungen des Mutterkonzerns in Detroit gebe es nicht. Die Medien seien benutzt worden, um Falschinformationen in die Welt zu setzen. Rüttgers sagte laut "BILD.de" zu den Spekulationen: "Noch ist Opel nicht verloren, es ist noch keine Entscheidung gefallen." Er sei nicht bereit, einseitige Entscheidungen aus den USA einfach zu akzeptieren. Rüttgers ist derzeit in den USA unterwegs und will an diesem Mittwoch Spitzenmanager von GM und Ford treffen.

Pläne müssen erst geprüft werden

Nach Informationen des "Wall Street Journals" hatten die US-Autobauer bis 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MEZ) am Dienstag Zeit, ihre Pläne beim Finanzministerium in Washington einzureichen. Die Autobauer sollten beweisen, dass sie die bereits gewährten Kredithilfen auf Kosten der Steuerzahler für einen umfassenden Unternehmensumbau nutzten, um langfristig ihre Lebensfähigkeit zu sichern. Der "New York Times" zufolge wird es bis zu zehn Tage dauern, bis ein von Präsident Barack Obama neu eingesetztes Gremium zum Umbau der Autoindustrie die Pläne geprüft hat.


Rettung durch Abkopplung von GM

Mit schweren Vorwürfen gegen Manager des US-Mutterkonzerns reagierte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz: "Ich gehe davon aus, dass es auch Menschen im Management von GM gibt, die Bestrebungen haben, verbrannte Erde zu hinterlassen." Er sagte dem "Handelsblatt": "Ich warne davor, dass man so mit dem Schicksal von Menschen und einem Traditionsunternehmen umgeht. Wir werden das niemals akzeptieren." Einenkel nannte die Abkoppelung von GM als Lösung. Das 1962 eröffnete Bochumer Werk mit 5000 Mitarbeitern produziert derzeit den Astra und den Kompakt-Van Zafira.

Koch fordert Opel-Eigenständigkeit in Europa

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte die Eigenständigkeit von Opel in Europa. Ein europäisches Geschäftsmodell unabhängig vom US-Mutterkonzern müsse die Gewähr bieten, dass Opel "die Investitionen finanzieren kann, die notwendig sind, um das Unternehmen in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten", sagte er.



Milliardenhilfen für Opel?

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte GM auf, rasch ein Zukunftskonzept auch für die deutsche Tochter vorzulegen. Viele Arbeitnehmer seien verunsichert. General Motors müsse für Klarheit sorgen. "Das ist dann für uns die Grundlage, ob und wie wir helfen können." Bund und Länder erwägen Milliardenhilfen für Opel. Die Steuergelder sollen aber nicht in den Kassen des US-Mutterkonzerns GM landen.

GM braucht weitere Milliarden

GM hat in den USA bereits 9,4 Milliarden Dollar vom Staat erhalten. Vier weitere Milliarden wurden für den Fall zugesagt, dass GM das Finanzministerium mit seinem Plan überzeugt. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, könnte GM aber angesichts weiter gesunkener Umsätze auf eine Finanzspritze von insgesamt 18 Milliarden Dollar angewiesen sein. Konkurrent Chrysler hat bereits vier Milliarden Dollar an Krediten erhalten und will nach Angaben des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden James Press weitere drei Milliarden Dollar.


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