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Saab ist insolvent - Opel könnte retten


Autokrise  

Saab ist insolvent - Opel könnte retten

20.02.2009, 18:22 Uhr | cs / bv, AFP , dapd , dpa-AFX , dpa , t-online.de

Krise bei GM: Saab ist unter die Räder gekommen (Foto: imago)Krise bei GM: Saab ist unter die Räder gekommen (Foto: imago) Nun ist es amtlich: Der schwedische Autohersteller Saab hat Insolvenz angemeldet. Die Produktion soll aber vorerst weiterlaufen. Der Konzern wolle sich einer Sprecherin zufolge durch den Schritt aus dem Konzernverbund der Mutter General Motors (GM) lösen. Dabei könnte Opel zur Rettung für die Premium-Schweden werden - ein Zusammenschluss mit Opel ist schwedischen Medienberichten zufolge durchaus denkbar.

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Saab soll eigenständig werden

GM erklärte in Detroit, man wolle mit der Insolvenz den Weg für Saabs als selbstständiges Unternehmen freimachen. Und hier kommt Opel ins Spiel: Die Stockholmer Zeitung "Expressen" berichtet, Saab verhandle unter Hochdruck mit Opel über ein Zusammengehen. Die Schweden hatten 2005 auf Druck von GM bereits einen Teil ihrer Produktion an Opel in Rüsselsheim abgeben. Zudem sollte das Modell Saab 9-5 ab Sommer 2009 im Opel-Stammwerk gebaut werden. Diese Pläne werden aber nun offenbar revidiert.

Opel verliert Saab-Auftrag

Der 9.5 solle nicht mehr im Rüsselsheimer Opel-Werk in die Serienfertigung gehen, sagte Saab-Chef Jan Ake Jonsson am Freitag der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". Als Teil des Rekonstruktionsplans sei entschieden worden, das Modell im schwedischen Trollhättan zu bauen. Der Start der Vorserienfertigung des Saab 9.5 war nach Angaben eines Opel-Sprechers für Anfang April geplant. Erste Prototypen des Saab 9.5 wurden demnach bereits in Rüsselsheim gebaut.

Opel hat nichts von Saab

Ein Zusammenschluss mit Saab würde Opel nach Meinung deutscher Experten wenig nutzen. Dennoch könnte eine enge Zusammenarbeit "unvermeidbar sein", sagte Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW). Grund seien gemeinsame Plattformen, auf denen die Autos beider Hersteller basierten. "Das kann man nicht ohne weiteres über Bord werfen."

Insolvenz soll Zahlungsaufschub bringen

Eines ist klar: Sollte Saab überleben, dann ohne GM. Die Neuorganisation des Konzerns habe das Ziel, ein "völlig unabhängiges" Unternehmen zu schaffen, das zukunftsfähig sei und offen für Investitionen, so Saab-Chef Jan Ake Jonsson. Die Umorganisation solle innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden und erfordere eine "unabhängige Finanzierung", um erfolgreich zu sein. Als Hintergrund für den Insolvenzantrag nennen Beobachter in Stockholm auch den Versuch, die hohen Schulden von Saab durch Zahlungseinstellung oder Zahlungsaufschübe gegenüber Lieferanten zu vermindern.

Saab machte 272 Millionen Verlust

Der vom zuständigen Gericht in Vänersborg eingesetzte Insolvenzverwalter Guy Lofalk soll in den kommenden drei bis zwölf Monaten Möglichkeiten für ein Überleben von Saab klären. Im vergangenen Jahr hatte Saab nach Konzern-Angaben vor dem Insolvenzrichter ein Minus von umgerechnet 272 Millionen Euro eingefahren, soviel wird auch für 2009 erwartet. In den vor Gericht vorgelegten Dokumenten hieß es weiter, der Niedergang habe seine Ursache in einem veralteten, nicht konkurrenzfähigen und zu schmalen Produktsortiment bei viel zu großen Kapazitäten im Stammwerk Trollhättan.

Saab seit Jahren in der Krise

Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein - der kriselnde Mutter-Konzern GM und die Absatzflaute auf dem Automarkt gaben den Schweden nun den Rest. Schwedens Regierung hatte zuvor alle Hilfsersuchen des akut angeschlagenen Mutterkonzerns GM abgewiesen. Nun erklärten die Amerikaner, man werde die weiterlaufende Produktion dann mitfinanzieren, wenn auch die schwedische Regierung einen Beitrag leiste.

Konzern in Not - Opel braucht noch mehr Staatshilfe

Windräder statt Autos

Eine langfristige Fortsetzung der Autoproduktion am Saab-Standort Trollhättan bei Göteborg sehen schwedische Beobachter übereinstimmend als unwahrscheinlich an. Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hatte diese Woche erklärt, der Insolvenzantrag sei die beste Möglichkeit, um die gesündesten Teile von Saab nach einer gründlichen Umstrukturierung zu retten. Olofsson sagte, sie könne sich "sehr gut" eine andere industrielle Produktion wie etwa für Windkraftanlagen vorstellen.

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