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AUTOKRISE  

VW-Chef wettert gegen Staatshilfe für Opel

02.03.2009, 13:31 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

VW-Chef Martin Winterkorn gegen Staatshilfen für Opel (Quelle: dpa)VW-Chef Martin Winterkorn gegen Staatshilfen für Opel (Quelle: dpa) Harte Worte vom Konkurrenten: VW-Chef Martin Winterkorn spricht sich im "Spiegel" gegen Hilfszahlungen an Opel aus. "Der Staat darf nicht zur Rettungsgesellschaft für Firmen werden, denen möglicherweise der Bankrott droht." VW streicht als Folge der Krise alle Leiharbeiter-Jobs - insgesamt 16.500.

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VW-Chef klar gegen staatliche Unterstützung für Opel

Die Debatte über mögliche Staatshilfen für Opel läuft auf Hochtouren, doch so deutliche Worte wie VW-Chef Martin Winterkorn hat kaum einer gefunden. Im "Spiegel" spricht sich der Manager klar gegen staatliche Unterstützung für den Konkurrenten aus.

"Der Staat sollte sich raushalten"

Auf die Frage, ob der Staat Opel retten solle, sagte Winterkorn: "Der Staat sollte sich raushalten." Wenn er punktuell einem Unternehmen mit Bürgschaften beispringe, sei das legitim. Aber das sollte nur für eine Übergangszeit gelten. "Der Staat darf nicht zur Rettungsgesellschaft für Firmen werden, denen möglicherweise der Bankrott droht."

VW-Chef: Ablösung von GM nicht so einfach

Ob Opel tatsächlich der Konkurs drohe, könne er nicht beurteilen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns. "Das wäre natürlich zu bedauern." Er wisse nur, dass die Ablösung vom US-Mutterkonzern General Motors nicht so einfach sei "bei der engen Vernetzung, die über Jahre gewachsen ist".

11.000 Jobs bei GM-Europa bedroht

Fest steht: Für die Arbeitnehmer wird die Sanierung bei Opel schmerzhaft. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass beim Mutterkonzern General Motors (GM) in Europa insgesamt 11.000 Jobs in Gefahr sind. Dies entspreche etwa 20 Prozent aller Arbeitsplätze. Neben Opel gehören zu GM Europa auch die britische Schwestermarke Vauxhall und Saab in Schweden. Eine Quelle nennt die Zeitung nicht. In den 11.000 Stellen seien aber die 4000 bedrohten Jobs beim insolventen Hersteller Saab bereits enthalten. Insgesamt beschäftigt GM in Europa 55.000 Menschen, davon arbeiten 25.000 bei Opel in Deutschland.

Einschnitte bereits angekündigt

Am Freitag hatte GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster bereits harte Einschnitte angekündigt. Details nannte er allerdings nicht. Forster betonte lediglich, dass Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Er räumte allerdings ein, dass es harte Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern geben werde.

Massiver Stellenabbau auch bei Volkswagen

Auch der VW-Konzern reagiert auf die allgemeine Absatzkrise mit einem massiven Stellenabbau. Alle 16.500 Leiharbeiter-Stellen, die es in dem Unternehmen Ende 2008 noch gab, werden in diesem Jahr gestrichen. "Das ist für die Betroffenen nicht schön", sagte Winterkorn dem "Spiegel", "aber daran führt kein Weg vorbei." Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft seien zurzeit gesichert. "Für dieses Jahr sehe ich da keine Probleme", sagte der VW-Chef, "erst wenn es dann nicht mehr weitergeht, müsste man über andere Dinge nachdenken."

VW-Chef für Verlängerung der Abwrackprämie

Der VW-Chef glaubt außerdem nicht, dass die von der Bundesregierung für die Abwrackprämie vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro reichen werden. "Das Programm sollte auf jeden Fall verlängert werden", sagte Winterkorn. Zumal der Staat mit jedem zusätzlich verkauften Auto über die Mehrwertsteuer wieder so viel Geld einnehme, "wie er zuvor als Prämie ausgegeben hat".

Politiker streiten über Opel-Hilfe

Auch auf politischer Ebene sorgt die Frage, ob der Staat Opel unterstützen soll, für Streit. Deutliche Skepsis äußerte EU-Industriekommissar Günter Verheugen. Anders als bei Banken würde die Pleite eines Industrie-Unternehmens keine Kettenreaktion auslösen, sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "In diesem Sinne ist Opel nicht systemrelevant, Porsche ist es nicht und auch nicht Daimler. Das wäre nicht einmal bei Volkswagen der Fall." Es gebe immer Wettbewerber, die in die Lücke springen könnten. Für eventuelle Beihilfen seien die EU-Mitgliedsstaaten zuständig, erklärte Verheugen. Sie sollten mit dieser Möglichkeit aber verantwortungsvoll umgehen.

Weiter mit Teil 2

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