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Viele Unternehmen bangen ums Überleben


Existenzsorgen  

Viele Unternehmen bangen ums Überleben

02.03.2009, 17:37 Uhr | mmr, dapd, t-online.de

Manager von Existenzsorgen geplagt (Foto: Archiv) Manager von Existenzsorgen geplagt (Foto: Archiv) Nicht nur Schwergewichte wie Opel und Schaeffler müssen ums Überleben kämpfen: Viele Top-Manager in aller Welt schlagen sich zur Zeit mit Existenzsorgen herum, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergab. Befragt wurden 337 Führungskräfte aus Unternehmen aller wesentlichen Branchen rund um den Globus. Ergebnis: 31 Prozent geben an, dass 2009 der Kampf ums Überleben des Unternehmens das vorrangige Ziel ist. In Deutschland besonders gefährdet ist die Automobilzuliefer-Branche.

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Die meisten Unternehmen halten Kostensenkungen für wichtig

"Jedes vierte Unternehmen hat bereits Kunden durch Insolvenz verloren, bei jedem zehnten sind bereits Lieferanten insolvent geworden", berichtete Ernst & Young in Stuttgart. Um der Krise zu begegnen, denken die meisten Manager zuerst ans Sparen: Fünf von sechs Unternehmen halten der Studie zufolge Kostensenkungen für wichtig, ebenso viele haben die Möglichkeiten dazu bereits eingehend analysiert. "60 Prozent wollen Personal abbauen oder haben es schon getan."


Zusatzleistungen für Mitarbeiter werden gekürzt

42 Prozent kürzen der Untersuchung zufolge Boni und andere Zusatzleistungen für die Mitarbeiter, 44 wollten bei der Informationstechnik und 30 Prozent bei den Immobilienkosten sparen. Ernst & Young-Vorstandsmitglied Gerd Stürz sagte: "Eine neue Runde der Kostensenkungen ist in vollem Gange." Stürz mahnte die Unternehmen aber zugleich, Sparen nicht über alles zu stellen. Die Firmen müssten darauf achten, "dass sie sich nicht den Weg in die Zukunft nach der Krise verbauen". Wichtig sei jetzt, das Gleichgewicht zwischen Kostensenkungen und Zukunftsinvestitionen zu finden.

Pleitewelle nicht zu verhindern

Auf Deutschland herunter gebrochen drohen allein in diesem Jahr Firmenpleiten im fünfstelligen Bereich. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet bundesweit 33.000 bis 35.000 Firmenpleiten in 2009. Als erstes treffe es nun die von der weltweiten Absatzkrise der Automobilindustrie in Mitleidenschaft gezogenen Zulieferer und Kfz-Händler. Generell seien aber alle Branchen in Gefahr, die "nicht unbedingt benötigte Güter herstellen", so der Vorsitzende des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), Siegfried Beck. Meist seien zudem Unternehmen betroffen, die "geistigen Speck" angesetzt hätten, also nicht mehr so schnell und agil am Markt agierten, technische Fehlentwicklungen durchmachten oder nicht rechtzeitig mit Personalabbau auf Krisen reagierten.

Deutsche Automobilzulieferer besonders gefährdet

Eine Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman hatte in der vergangene Woche ergeben, dass bis Ende des Jahres weitere 50 bis 80 Unternehmen unter den deutschen Automobil-Zulieferern mit insgesamt 100.000 Mitarbeitern von einer Insolvenz betroffen sein könnte. In den vergangenen drei Monaten haben bereits 22 Unternehmen mit Hauptsitz oder Werken in Deutschland Insolvenz angemeldet.

Oft ungesunde Fremdkapital-Struktur

Vor allem Zulieferer, die sich im Besitz von Finanzinvestoren befinden, sind von einer Insolvenz bedroht. Schon jetzt sei deren Zahl außerordentlich hoch. In allen Fällen seien die ungesunde Fremdkapitalstruktur und die damit verbundenen hohen Zinsen Auslöser für die Krise. Fahrzeughersteller, Banken und Politik müssten den Zulieferern helfen und sich aktiv der anrollenden Insolvenzwelle entgegenstellen, fordert die Unternehmensberatung. Die Eigentümer müssten das Eigenkapital erhöhen.

Banken in der Pflicht

Die Banken dürften nicht durch unerfüllbare Forderungen weiteren Druck erzeugen. Stattdessen sollten sie die Kreditlinien halten und vertretbare Zinssätze anbieten. Die Hersteller könnten einzelne Preissenkungsrunden aussetzen und ihr Zahlungsverhalten verbessern, regen die Berater weiter an. Der Politik schließlich schlagen sie Staatsbürgschaften für in Schieflage geratene Zulieferer vor.

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