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Weltbank erwartet dramatischen Absturz


Weltwirtschaft  

Weltbank erwartet dramatischen Absturz

09.03.2009, 08:25 Uhr | cs, dapd, dpa, t-online.de

Die globale Wirtschaft wird von der Krise immer stärker in Mitleidenschaft gezogen (Quelle: AFP)Die globale Wirtschaft wird von der Krise immer stärker in Mitleidenschaft gezogen (Quelle: AFP) Die Weltbank hat vor einer globalen Rezession riesigen Ausmaßes gewarnt. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg werde das Wachstum der Weltwirtschaft zurückgehen. Die globale Industrieproduktion könnte Mitte des Jahres um 15 Prozent schrumpfen. Der Welthandel erleide gar den stärksten Einbruch seit 80 Jahren. Der wahre Verlierer der Krise steht offenbar auch schon fest. Deshalb müssten die reichsten Länder unverzüglich handeln.

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Ostasien besonders betroffen

Am Stärksten werden die Wirtschaften in Ostasien schrumpfen, wo es in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum gab. Die Entwicklungsländer würden dabei am stärksten von der Krise getroffen. Die Weltbank schätzt allein die finanziellen Ausfälle der Dritten Welt im laufenden Jahr auf 270 bis 700 Milliarden. Bei diesen Größenordnungen seien auch die internationalen Finanzinstitutionen überfordert, warnte die Weltbank, die Entwicklungsländern zinsgünstige Kredite gewährt.

Krise erfordert globale Anstrengungen

Besonders bedrohlich sei, dass die ärmsten Entwicklungsländer keine Ressourcen hätten, die sozialen Folgen der Krise abzufangen und ein Ansteigen der Armut zu verhindern. „Wir müssen in Echtzeit auf eine zunehmende Krise reagieren, die die Menschen in den Entwicklungsländern trifft“, sagte Weltbank- Präsident Robert Zoellick. „Diese globale Krise verlangt globale Anstrengungen.“

Investitionen in Entwicklungsländer nötig

Er warnte vor einer wirtschaftlichen Katastrophe in den Entwicklungsländern. „Wir brauchen Investitionen in Sicherheitsnetze, in die Infrastruktur sowie in kleine und mittlere Betriebe, damit Arbeitsplätze geschaffen und soziale und politische Unruhen verhindert werden.“

Darlehen immer schwerer zu bekommen

Die Weltbank erwartet in ihrer Prognose außerdem, dass es für Entwicklungsländer schwerer werde, sich Darlehen zu verschaffen. Die höheren Kreditkosten und der sinkende Cashflow werde zu sinkenden Investitionen und einer Verlangsamung des Wachstums führen. Die Bank rief zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Industriestaaten, internationalen Finanzinstitutionen und privater Wirtschaft auf. Sie will die Zahlen bei einem Krisentreffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G-20-Staaten am nächsten Samstag präsentieren.

Krise vernichtet 50 Billionen Dollar

Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise werden damit immer deutlicher. Einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) zufolge seien bislang weltweit Vermögenswerte in Höhe von 50 Billionen Dollar vernichtet worden. Asien sei dabei stärker betroffen als andere aufstrebende Regionen. Insgesamt 9,6 Billionen Dollar sollen dort verbrannt worden sein. ADB-Präsident Haruhiko Kuroda sprach von der schlimmsten Krise seit der großen Depression im vergangenen Jahrhundert. Doch werde sich Asien als eine der ersten Regionen von der Krise erholen.

Asien-Boom zu Ende

Asien ist nach Meinung der ADB-Ökonomen besonders betroffen, weil die Region sich so rasant entwickelt hat. Zwischen 2003 und 2007 sei der Wert der Finanzanlagen in Asien von 250 Prozent auf 370 Prozent des BIP gestiegen. Im Vergleich sei der Anteil etwa in Lateinamerika nur um 30 Prozent gestiegen. Die Daten zeigten, dass die Krise wegen der engen Verbindungen zwischen Finanzmärkten und Volkswirtschaften kein Land unberührt lasse.

Wird alles noch schlimmer?

"Ich fürchte, es wird alles noch schlimmer, bevor es besser wird", sagte Kuroda. Mit einer Konjunkturerholung sei erst gegen Jahresende oder Anfang kommenden Jahres zu rechnen. "Die nächsten 12 bis 18 Monate werden schwierig", heißt es in der Studie.

Mehr Rettungsprogramme nötig

Im Kampf gegen die weltweite Krise hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) erst kürzlich weltweit mehr Konjunkturprogramme gefordert. Die Programme sollten bis in die Jahre 2010 und 2011 reichen und international koordiniert werden. Allerdings ging der IWF für dieses Jahr von einem weltweiten Wachstum von 0,5 Prozent aus, schloss aber nicht aus, dass diese Vorhersage in den nächsten Monaten weiter nach unten korrigiert werden muss.

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