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Pharmaindustrie: Merck greift in USA nach der Konkurrenz


Übernahme  

US-Pharmariese Merck greift nach der Konkurrenz

09.03.2009, 14:39 Uhr | cs, dapd, AFP, dpa-AFX, t-online.de

Megafusion am Pharmamarkt: Merck übernimmt Schering-Plough (Quelle: AFP)Megafusion am Pharmamarkt: Merck übernimmt Schering-Plough (Quelle: AFP) Elefantenhochzeit im Pharmasektor: Merck & Co will den Konkurrenten Schering-Plough schlucken. Der Kauf habe einen Wert von rund 41 Milliarden US-Dollar, so Merck. Damit bahnt sich der zweite Megadeal in der Pharmabranche an. Erst vor wenigen Wochen hatte der weltweite Branchenprimus Pfizer die Übernahme des Konkurrenten Wyeth für 68 Milliarden Dollar eingefädelt.

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Zusammenschluss unausweichlich

Die Fusion von Merck & Co und Schering-Plough führt die beiden Hersteller der Cholesterin-Senker Vytorin und Zetia zusammen. "Dieser Schritt scheint in gewisser Weise unausweichlich", sagte Jeffrey Holford, Analyst bei Jeferries in London. "Der Markt für Originalpräparate muss schrumpfen, da er schon bald nicht mehr vergleichbar sein wird mit dem der vergangenen zehn Jahre. Es herrscht Überkapazität und Merck und Schering-Plough müssen jeweils die des anderen aus diesem Markt nehmen."

Übernahme mit Aktien und Bargeld

Die neue Gruppe kommt auf einen Jahresumsatz von 47 Milliarden Dollar. Die Transaktion will Merck zu 56 Prozent in eigenen Aktien und zu 44 Prozent in bar abwickeln. Jeder Schering-Plough-Aktionär soll für eines seiner Papiere 0,5767 Merck-Aktien sowie 10,50 Dollar in bar erhalten.

Verwaltungsräte bereits eingewilligt

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben offenbar der Fusion bereits zugestimmt. Das verschmolzene Unternehmen wird unter dem Namen Merck weiter laufen. Merck-Vorstandschef Richard T. Clark soll die neue Gruppe führen. Nach Abschluss der Übernahme dürften etwa 68 Prozent der neuen Merck in den Händen der Merck-Aktionäre liegen und rund 32 Prozent bei Anteilseignern von Schering-Plough. Mit einem Abschluss wird im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gerechnet. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Übernahme bietet Einsparpotential

Die jährlichen Synergien durch den Zusammenschluss bezifferte Merck auf 3,5 Milliarden Dollar. Unabhängig davon laufen bereits bei beiden Unternehmen Sparprogramme. Finanzieren will Merck den Kauf durch bestehende Barbestände in Höhe von 9,8 Milliarden Dollar und einen Kredit von 8,5 Milliarden Dollar. Merck geht eigenen Angaben zufolge davon aus, sein Bonitätsrating bei den Rating-Agenturen halten zu können.

Dividende bleibt bestehen

Die Dividende will der Konzern zur Finanzierung des Kaufs nicht antasten. Seine Ziele für 2009 bestätigte Merck. Danach soll der Umsatz zwischen 23,7 und 24,2 Milliarden Dollar ausfallen. Der Gewinn je Aktie wird vor Sonderposten bei 3,15 bis 3,30 Dollar gesehen. Merck-Aktien gaben derweil im vorbörslichen Handel um knapp fünf Prozent auf 21,68 Dollar nach. Schering-Plough schossen dagegen um über 18 Prozent auf 20,85 US-Dollar in die Höhe.

Pharmakonzerne unter Druck

Das Problem der großen Pharmakonzerne weltweit sind rückläufige Einnahmen, da immer mehr ihrer Verkaufsschlager aus den 1990er Jahren aus dem Patentschutz fallen und Konkurrenz durch billigere Nachahmerpräparate bekommen. Dazu kommt zunehmender Druck auf die Gesundheitskosten sowie ein Mangel an neuen Medikamenten, die auf den Markt gebracht werden könnten.

Konsolidierung des Pharmasektors

Börsianer sehen den Pharmasektor von Konsolidierungsfantasie dominiert. "Nach Pfizer/Wyeth und Roche/Genentech folgt nun der nächste Deal. Die Pharmabranche ist in starker Bewegung", sagte ein Händler. Europaweit hätten Aktien dieses Sektors daher positiv auf die absehbare Milliardenübernahme reagiert.

Konzerne mit deutschen Wurzeln

Schering-Plough und Merck haben beide deutsche Wurzeln. Die US-Filiale des früheren deutschen Pharmakonzerns Schering war während des zweiten Weltkriegs von der US-Regierung verstaatlicht und später in ein privates Unternehmen umgewandelt worden. Dieses fusionierte 1973 mit Plough zu Schering-Plough. Merck war bis 1917 die US-Tochter der Darmstädter Merck KGaA, wurde dann aber im Zuge des Ersten Weltkriegs verstaatlicht und ist seither selbständig.

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