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Stärkster Einbruch bei Exporten seit 16 Jahren


Außenhandel  

Stärkster Einbruch bei Exporten seit 16 Jahren

18.03.2009, 16:07 Uhr | oca, dapd, AFP, dpa-AFX

Exporte brechen im Januar dramatisch ein Exporte brechen im Januar dramatisch ein (Quelle: ddp) Die deutschen Exporte sind im Januar dramatisch eingebrochen. Die Ausfuhren fielen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,7 Prozent auf 66,6 Milliarden Euro und damit so stark wie seit 16 Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Von der schwachen Nachfragen nach Waren "Made in Germany" waren alle Branchen betroffen. Zum Vormonat nahmen die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 4,4 und die Einfuhren um 0,8 Prozent ab.

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Konjunktur in den Industrieländern weiterhin schwach

"Nach dem Wegbrechen der Auftragseingänge in den vergangenen Monaten - gerade aus dem Ausland - kommen die heutigen Zahlen nicht unerwartet", heißt es in einer Studie der Commerzbank. Zudem seien keine Zeichen für eine schnelle Besserung zu erkennen. Die Konjunktur in den Industrieländern sei weiterhin schwach und die aktuelle Krise in Osteuropa stelle eine weitere Belastung dar.


Automobilindustrie und Maschinenbau trifft es besonders hart

Deutlich stärker als der Durchschnitt mussten allerdings die Automobilindustrie und der Maschinenbau Federn lassen. Schon im Dezember (- 7,9 Prozent) und November (-12,2 Prozent) 2008 hatte die globale Wirtschaftsflaute die deutsche Exportwirtschaft hart getroffen. Die Einfuhren gingen zu Jahresbeginn im Vergleich zum Januar 2008 um 12,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro zurück.

Überschuss erhöht sich leicht

Der Überschuss der deutschen Handelsbilanz erhöhte sich damit im Januar leicht. Er kletterte von revidiert 7,3 (zunächst 6,9) Milliarden Euro im Vormonat auf 8,5 Milliarden Euro. Auf Jahressicht ging der Überschuss indes kräftig zurück. Im Januar 2008 hatte der Überschuss noch bei 17,3 Milliarden Euro gelegen.


Chemie erwartet scharfen Umsatzeinbruch

Die Finanzkrise bremst unterdessen auch die Chemiebranche. Die Industrie in Deutschland rechnet mit einem scharfen Umsatzrückgang 2009. Der Umsatz dürfte um rund sechs Prozent sinken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit. Noch im Dezember war der Verband lediglich von einem Rückgang um 1,5 Prozent ausgegangen. Mitte Februar hatte der Verband allerdings bereits die Produktionsprognose für 2009 drastisch von minus 1 Prozent auf minus 3,5 Prozent gesenkt und dabei für den Umsatz einen noch "deutlich stärkeren" Rückgang signalisiert. Die Produktion sei im Sog der Krise im vierten Quartal eingebrochen. Allein das Pharmageschäft trotze der Krise.

Die Chemieindustrie blickt auf ein unsicheres Jahr 2009

"Wir müssen davon ausgehen, dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist", sagte VCI-Präsident Ulrich Lehner laut Mitteilung. 2009 werde ein "schwieriges Jahr" für die Chemie. In den kommenden Monaten sei zwar eine leichte Besserung der Situation zu erwarten. Dieser Trend zur Normalisierung sei jedoch noch nicht der erhoffte Aufschwung. Die deutsche Chemieindustrie habe Ende 2008 eine Vollbremsung hingelegt. Der Gesamtumsatz sackte im vierten Quartal saisonbereinigt um elf Prozent zum Vorquartal auf 38,3 Milliarden Euro ab. Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 7,4 Prozent. Die Geschäfte liefen im Inland noch schlechter als im Ausland. Die Produktion brach im vierten Quartal binnen Jahresfrist um 10,9 Prozent und zum Vorquartal um 11,4 Prozent ein. Die Erzeugerpreise sanken um 0,7 Prozent zum Vorquartal.


Beschäftigung bleibt trotz Krise stabil

Die Beschäftigung blieb trotz der scharfen Krise zunächst noch stabil. Wie im Jahr zuvor waren 2008 rund 440.000 Menschen (-0,2 Prozent) in der Chemieindustrie tätig. Nach dem Abbau von Arbeitszeitkonten und anderen flexiblen Arbeitszeitinstrumenten setzen die Unternehmen derzeit verstärkt auf das Mittel der öffentlich geförderten Kurzarbeit. Der gewichtige hessische VCI-Landesverband hat bereits angekündigt, dass eine Großzahl der Unternehmen ab dem Sommer die Stammbelegschaften reduzieren werde, falls sich die Lage nicht bessere.

EU-Kommission rechnet nun mit Krise bis 2010

Die EU-Kommission rechnet mit einer allmählichen Konjunkturerholung nun erst kommendes Jahr, wie Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia sagte. Noch im Januar hatte die Kommission prognostiziert, der Konjunkturmotor werde Mitte dieses Jahres wieder anspringen. Die Staaten der Währungsunion lehnten weitere Konjunkturpakete dennoch ab. «Wir meinen nicht, dass wir jetzt Defizit auf Defizit häufen sollten», erklärte der Eurogruppen-Vorsitzende, der luxemburgische Finanzminister und Regierungschef Jean-Claude Juncker.


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