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Lidl verkauft jetzt Autos: Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht


Discounter  

Lidl verkauft jetzt auch Autos

24.03.2009, 16:18 Uhr | bab/sky, dpa, AFP, t-online.de

Lidl verkauft jetzt auch Autos (Foto: ddp)Lidl verkauft jetzt auch Autos (Foto: ddp) Der Discounter Lidl bietet über seinen Online-Shop nun auch Autos an. Erhältlich sind seit kurzem die Kleinwagenmodelle VW Cross Polo und Opel Corsa, die Preise liegen nach Unternehmensangaben mehr als ein Viertel unter dem deutschen Händler-Listenpreis. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Importautos, sogenannte EU-Neuwagen. Das Angebot gilt für drei Wochen, stößt bei Händlern und Verbraucherschützern aber auf Kritik. Was taugt also das Lidl-Schnäppchen?

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Autoimporteur als Vertragspartner

Ab 10.570 Euro gibt es den Opel Corsa 1.0 mit 60 PS. Zur Ausstattung gehören unter anderem Klimaanlage, CD-Radio, sechs Airbags und Zentralverriegelung. Der Schleuderschutz ESP kostet 540 Euro Aufpreis. Den VW Cross Polo 1.4 bietet der Online-Shop ab 13.645 Euro mit dem 80 PS starken Benziner an. Zur Ausstattung gehören unter anderem Klimaanlage, CD-Radio und vier Airbags. ESP kostet 525 Euro. Vertragspartner ist nicht Lidl, sondern der Importeur ATG Automobile. Die PKW sind nicht in den Lidl-Filialen erhältlich, Besichtigung und Probefahrt sind nicht möglich.




Mehrere tausend Euro unter Empfehlung

Im Einzelnen spare der Käufer beim Opel Corsa 3940 Euro gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung, heißt es bei Lidl. Der VW Cross Polo liege 4775 Euro unter der Empfehlung. Das ist ein Nachlass von 25,9 Prozent gegenüber dem Listenpreis. Beide Angebote können mit der Abwrackprämie kombiniert werden. Beim Cross Polo ergibt sich bei Inanspruchnahme der Umweltprämie sogar eine Gesamtersparnis von rund 40 Prozent.

Lange Lieferzeit

Wer die Autos bei Lidl bestellt muss allerdings viel Geduld mitbringen. Im Kleingedruckten der Website steht, dass die Lieferzeit für den Opel drei bis fünf Monate beträgt, beim VW Cross Polo muss der Käufer vier bis sieben Monate auf das Auto warten.



Kritik von allen Seiten

Bei Verbraucherschützern und Autohändlern stößt der Online-Verkauf auf Kritik. "Da kauft man die Katze im Sack", sagte Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen der "Leipziger Volkszeitung". Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sprach von einem Lockangebot: Das sei "eine Werbeaktion, mit der Kunden für die anderen Produkte eines Discounters gewonnen werden sollen". "Das ist ein weiterer Versuch, uns kurzfristig Konkurrenz zu machen." Bereits in den vergangenen Jahren habe es ähnliche Versuche gegeben, etwa von Schlecker oder Otto.

Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht

Lidl bietet den Import-Polo zwar mit einem attraktiven Nachlass an, allerdings sind für EU-Importwagen grundsätzlich vergleichbar hohe Nachlässe über alle Autoklassen und Marken drin. Verbraucherschützer Janeczek rät den Kunden, die Preise grundsätzlich mit denen anderer Händler zu vergleichen, um zu prüfen, "ob das Angebot wirklich billiger ist". Anders als beim EU-Importeur kann der Kunde beim Lidl-Angebot keine Vorab-Besichtigung und eine Probfahrt durchführen. Überdies kann der Kunde beim Lidl-Angebot keine weiteren Nachlässe aushandeln.

Cross-Polo ist ein Auslaufmodell

Der Zentralverband des Kfz-Gewerbes äußerte zudem Bedenken bezüglich der Qualität der Onlineofferte. Bei solchen Angeboten könne der spätere Service für den Käufer leiden, sagte Blümer der Zeitung. Außerdem müssten Kunden prüfen, ob die Autos wirklich neu seien. Bei beiden Modellen handelt es sich überdies um ältere Fahrzeuge. Der Cross Polo ist sogar ein Auslaufmodell. Erst in der letzten Woche hat Volkswagen auf dem Autosalon in Genf die neueste Generation des Polo vorgestellt.


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