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Continental: Widerstand gegen Werksschließung in Frankreich


Autozulieferer  

Conti: Widerstand gegen Werksschließung in Frankreich

12.03.2009, 15:46 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Reifenproduktion bei Conti - Widerstand gegen Schließungspläne (Quelle: dpa)Reifenproduktion bei Conti - Widerstand gegen Schließungspläne (Quelle: dpa) Der Autozulieferer Continental stößt in Frankreich auf Widerstand, weil er sein Reifenwerk in Clairoix schließen will. Ein Regierungssprecher erklärte in Paris, Conti werde sich "vor Gericht" verantworten müssen. Der Senator Philippe Marini ist überzeugt, dass das Ende der Reifenfertigung abgewendet werden kann. Conti habe "keinen Kopf, keine Führung mehr", sagte er im Rundfunk. Auch in Deutschland regt sich Widerstand gegen die Schließungspläne.

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"Leute ohne Verantwortung und Mandat"

Marini legte unter Bezug auf die Probleme bei Continental noch nach: Die Schließung sei von "Leuten ohne Verantwortung, ohne Mandat und ohne Strategie" verkündet worden. Conti gehöre dem angeschlagenen Zulieferer Schaeffler, und in Wirklichkeit hätten die Banken das Sagen. Jetzt sei deutsch-französische Zusammenarbeit gefragt.

Die zwei teuersten Werke sollen schließen

Conti-Vorstandsmitglied Hans-Joachim Nikolin hatte am Mittwoch erklärt, die Reifensparte könne nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn die "beiden Werke mit den höchsten Kosten" geschlossen würden. "Das sind für Pkw-Reifen Clairoix und für Nutzfahrzeugreifen Hannover." Für Frankreich würde das Ende des Werkes nördlich von Paris mit 1120 Arbeitsplätzen den größten einzelnen Arbeitsplatzverlust seit Beginn der Krise bedeuten. Der Konzern hatte angekündigt, die Lastwagen-Reifenproduktion in Hannover zum Jahresende einzustellen, in Clairoix soll die Herstellung von Pkw-Reifen nicht vor Ende März 2010 enden.

Eigentlich Arbeitsplatzgarantie bis 2011

Die Mitarbeiter könnten die Conti-Entscheidung "als einen Verrat betrachten", sagte Regierungssprecher Luc Chatel. Conti hatte 2007 für Clairoix eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ausgehandelt - bei einer gesetzlichen Arbeitswoche von 35 Stunden. Dafür erhielten die Mitarbeiter eine Arbeitsplatzgarantie bis 2011. Wenn der Konzern auf seinen Plänen beharre, werde er "die Gründe für solche Entlassungen vor den Gerichten rechtfertigen müssen", sagte Chatel.

Conti-Betriebsrat Hannover prüft ebenfalls Klage

Auch der Conti-Betriebsrat in Hannover erwägt, gegen die angekündigte Schließung des Werkes vor Gericht zu ziehen. "Für uns ist die Schließung noch nicht offiziell", sagte Betriebsratschef Michael Deister. Der Betriebsrat prüft, ob ein im Januar unterschriebenes Grundlagenpapier rechtens ist. Dort hatte die Werksleitung den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zugesichert, im Gegenzug waren Lohnverzicht und eine Ausweitung der Kurzarbeit geplant. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung dazu wurde aber bisher nicht abgeschlossen. Am Freitag wollen Betriebsrat und Gewerkschaften das weitere Vorgehen besprechen.

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