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Einzelhandel  

Praktiker: Erstmals Kurzarbeit bei Baumarkt genehmigt

16.03.2009, 16:28 Uhr | cs, dpa-AFX, dapd, t-online.de

Mit Praktiker darf erstmals eine Einzelhändler kurzarbeiten lassen (Quelle: dpa)Mit Praktiker darf erstmals eine Einzelhändler kurzarbeiten lassen (Quelle: dpa) Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat erstmals in ihrer Geschichte den Antrag eines Einzelhändlers auf Kurzarbeit genehmigt. Wie die "WirtschaftsWoche" berichtet, gab die BA der Baumarktkette Praktiker ihren Segen für die Arbeitszeitkürzungen. Andere Handelsunternehmen dürften nun mit Anträgen auf Kurzarbeit folgen. Aber nicht nur Praktiker leidet zur Zeit unter der Wirtschaftskrise. Siemens stellt sich auf eine Ausweitung der Kurzarbeit ein und die Lufthansa will ebenfalls ihr Personal weniger arbeiten lassen.

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Praktiker darf auch kurzarbeiten lassen

Bei der Baummarktkette Praktiker gehen 4000 Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Nach einem Bericht der "WirtschaftsWoche" habe dies die zuständige Saarbrücker Regionaldirektion der BA bereits genehmigt. Damit habe erstmals eine Arbeitsagentur anerkannt, dass der Arbeitsausfall eines Einzelhandelsunternehmens konjunkturell bedingt sei und andauern werde. Und so könnte die Praktiker-Genehmigung als Muster für Kurzarbeitspläne anderer Handelsunternehmen dienen. Unter anderem plane die Metro-Gruppe in 10 ihrer 15 Metro-Großhandelmärkte Kurzarbeit. Die Angestellten bei Praktiker sollen überwiegend zwölf Prozent weniger arbeiten und entsprechend weniger Lohn erhalten, den die BA zu 60 Prozent ausgleicht.

Kurzarbeit soll Beschäftigung bei Praktiker sichern

Kurz gearbeitet werde in bundesweit 84 von insgesamt 260 Filialen in Deutschland. Praktiker will mit Hilfe der Kurzarbeit die Angestellten in seinen Märkten auch in Zeiten von Wirtschaftsflaute und Absatzschwankungen halten. Der Praktiker Personalvorstand Karl-Heinz Stroh sagte gegenüber der "WirtschaftsWoche": "Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, die Beschäftigung möglichst vieler Mitarbeiter zu sichern. Wenn uns das gleichzeitig die Rolle eines Pioniers im Einzelhandel eingebracht hat, soll es uns recht sein."

Kurzarbeit zur Weiterbildung nutzen

Neben Praktiker plant auch der Industriegigant Siemens weitere Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Siemens-Chef Peter Löscher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" dazu: "Wir müssen davon ausgehen, dass der Umfang der Kurzarbeit auch bei uns noch weiter zunehmen wird." Siemens habe sich verpflichtet, Phasen von Kurzarbeit so weit wie möglich auch für Qualifizierungsmaßnahmen zu nutzen. Zuletzt hatte das Unternehmen angekündigt, bis April 7400 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Kurzarbeit zu schicken. Betroffen sind vor allem die Lichttechnik-Tochter Osram und die Industrieautomatisierung.

Siemens garantiert 85 Prozent des Nettolohnes

Auch Siemens-Personalchef Siegfried Russwurm hatte kürzlich in einem Interview erklärt, dass eine deutliche Ausweitung der Kurzarbeit geprüft werde. Die Zahl der bisher rund 7000 betroffenen Beschäftigten könne sich verdoppeln. Den Betroffenen hat das Unternehmen 85 Prozent des letzten Nettolohnes garantiert. Dabei bleibe es auch, sagte Löscher der Zeitung. "Wir sind auch hier in einer Vorreiterrolle und stellen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Unabhängig von der Kürzung der Arbeitszeit garantieren wir 85 Prozent des Nettoeinkommens."

Lufthansa will 1000 Angestellte kurzarbeiten lassen

Mit Kurzarbeit beim Bodenpersonal will die Lufthansa auf rückläufige Passagierzahlen reagieren. Es sei geplant, entsprechende Anträge für Mitarbeiter an mehreren Standorten in Deutschland zu stellen. Die Drehkreuze Frankfurt und München seien aber nicht betroffen. Die Details würden derzeit erarbeitet. Nach aktuellem Stand sollen nach den Angaben rund 1000 Mitarbeiter vor allen in der Fluggastbetreuung in die Kurzarbeit geschickt werden.

Kurzarbeit soll Arbeitsplätze sichern

"Wir wollen auch inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise Arbeitsplätze sichern. Dazu müssen wir unser Angebot und unsere Kapazitäten der aktuellen Nachfragesituation anpassen", sagte Karl Ulrich Garnadt, Bereichsvorstand Service & Personal der Lufthansa Passage Airlines. Bislang hat das Unternehmen die Arbeitszeit vor allem bei der Frachttochter Cargo und einem Callcenter in Dublin reduziert. Die Lufthansa lässt auch die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter ins Minus laufen und bietet verstärkt Teilzeit-Modelle sowie Sonderurlaube an. Die Lufthansa garantiert den betroffenen Mitarbeitern nach eigenen Angaben mindestens 90 Prozent ihres bisherigen Nettolohns.

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