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Stahlbranche beklagt Kreditklemme


KfW  

Stahlbranche beklagt Kreditklemme

17.03.2009, 10:31 Uhr | oca, dpa, t-online.de

KfW-Sonderförderung für viele Mittelständler unerreichbar  (Quelle: dpa)KfW-Sonderförderung für viele Mittelständler unerreichbar (Quelle: dpa) Die Stahlbranche wirft den Hausbanken vor, mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket I zu versperren. "Die Bonitätsprüfungen der Banken sind zu streng", sagte der Präsident des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM), Ulrich Galladé. Trotz einer hohen Haftungsfreistellung der staatlichen KfW für die durchleitenden Banken scheuten diese das Risiko. "Leider auch bei Unternehmen mit guten Marktchancen." Viele Mittelständler kämpften derzeit vergeblich darum, Zugang zu Krediten aus dem KfW-Sonderprogramm zu erhalten.


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Mittelstand hält sich zurück

Bisher seien für das Sonderprogramm gerade einmal Anträge für 900 Millionen der verfügbaren 15 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket I eingegangen, monierte der WSM: "Während Großunternehmen aktuell der KfW die Türen einrennen, hält sich der Mittelstand zurück." Die Staatsbank bezifferte das beantragte Fördervolumen am Montag nach neuesten Berechnungen auf 1,3 Milliarden Euro. Davon entfalle allerdings ein kleiner Teil auf Großunternehmen, die im Rahmen des Konjunkturpakets II erst seit Montag vergangener Woche Mittel beantragen können, meldete die KfW. Dazu stellt das Institut Kredite mit einem Volumen von weiteren 25 Milliarden Euro bereit.


Gesunden Unternehmen soll geholfen werden

"Ziel des Kreditprogramms ist, gesunde Unternehmen, die in Folge der Finanzkrise in Finanzierungsengpässe gekommen sind, langfristige Mittel für Investitionen und Betriebsmittel zur Verfügung zu stellen", sagte Peter Sickenberger von der KfW. Bei Großunternehmen könne dies auch für "den allgemeinen Finanzierungsbedarf" geschehen. Allerdings dürfen die großen Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz in der Regel keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, wenn sie die Förderung bekommen wollen.

KfW moniert Banken-Blockade

Ein Sprecher der KfW sagte in Frankfurt, es gebe keinen objektiven Grund für Banken, ihren Kunden den Zugang zu den Krediten zu blockieren. "Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, kann aber im Einzelfall Bonitätsgründe haben." Der WSM schließt hingegen nicht aus, dass die KfW-Mittel von den Banken als Konkurrenz betrachtet würden. Galladé sagte: "Ein gewinnorientiertes Kreditinstitut mag sagen: "Vermittle ich KfW-Gelder oder verleihe ich eigene Mittel mit einer entsprechend lukrativen Marge?"." Durch die staatliche Stützung der Finanzmärkte seien die Banken allerdings in der Pflicht, auf die Unternehmen zuzugehen. Raum für Margendiskussionen dürfe es nicht geben.

Stahl-Verband kritisiert Hausbanken

Zwar ist das Hausbankprinzip der KfW aus Sicht des WSM grundsätzlich richtig. In diesem Fall gefährde es jedoch die Versorgung des industriellen Mittelstands mit Krediten. Galladé rief die Politik deshalb auf, schnell dafür zu sorgen, dass die zur Verfügung stehenden Mittel auch tatsächlich in ausreichendem Maß bei den Unternehmen des industriellen Mittelstands ankommen: "Das ist gerade für strukturell gut aufgestellte Firmen überlebenswichtig."

KfW-Sonderförderung für Mittelständler

In dem KfW-Sonderprogramm werden Kredite zu Marktkonditionen an mittelständische Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten vergeben. Durch die Haftungsfreistellung reduziert die KfW das Risiko der durchleitenden Banken und erhöht ihre Bereitschaft, Kredite zu vergeben.

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