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WestLB schreibt wieder Gewinne


Landesbank  

WestLB schreibt wieder Gewinne

26.03.2009, 15:04 Uhr | cs, dpa, t-online.de

Dank des Konzerumbaus macht die WestLB wieder Gewinne (Quelle: imago images)Dank des Konzerumbaus macht die WestLB wieder Gewinne (Quelle: imago images) Die Rettungsmilliarden beginnen zu wirken: Die WestLB hat 2008 der Krise getrotzt und dank der Garantien ihrer Eigentümer schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich steht ein Minigewinn von 18 Millionen Euro. Und den verdankt die drittgrößte deutsche Landesbank dem Verkauf riskanter Wertpapiere an eine Zweckgesellschaft. Dadurch floss ein Übertragungsgewinn von fast einer Milliarde Euro in die Bilanz.

WestLB noch nicht über den Berg

Die WestLB ist die einzige deutsche Landesbank, die einen eigenen Rettungsschirm besitzt. Außerhalb ihrer Gewinn- und Verlust-Rechnung nahm der Bankkonzern 2008 Wertberichtigungen in Höhe von 600 Millionen Euro vor. "Die Bank ist noch nicht über den Berg, steht aber deutlich besser da als vor einem Jahr", sagte Vorstandschef Heinz Hilgert. Das Kerngeschäft der Bank sei stabil und der Konzernumbau komme voran.

Radikaler Konzernumbau

Bei der Konzentration auf das Kerngeschäft sollen Aktivitäten im Umfang von 73 Milliarden Euro auslagert werden. Dabei handele es sich nicht um risikoreiche "toxische" Papiere, sondern um werthaltige Aktivitäten, betonte der WestLB-Chef. Darunter befänden sich Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Risikoreiche Papiere der WestLB seien zur richtigen Zeit bereits vor einem Jahr in eine Zweckgesellschaft ausgelagert worden. Für diese "Bad Bank" bürgen die Eigentümer mit fünf Milliarden Euro. Davon sind nach Hilgerts Angaben bislang 280 Millionen Euro in Anspruch genommen worden.

EU muss Milliardenhilfe genehmigen

Die WestLB geht fest von einer EU-Genehmigung für die Hilfen ihrer Eigentümer aus. Die Bank befinde sich mit Brüssel in konstruktiven Gesprächen. Die europäischen Wettbewerbshüter forderten, dass die WestLB deutlich verkleinert wird und die Eigentümer die Mehrheit an der WestLB abgeben. Da die angestrebte Fusion mit einer anderen deutschen Landesbank bislang nicht zustande kam, würden kurzfristig mit der EU-Kommission Verhandlungen über ein Bieterverfahren für die WestLB aufgenommen. Auch im Rahmen eines Bieterverfahren könne es theoretisch noch zu einem Zusammenschluss der WestLB mit einer anderen Landesbank in Deutschland kommen.

"Hängepartie" mit der EU

Wann und über welchen Zeitraum ein solches Verfahren in Gang gesetzt wird, sei Verhandlungssache mit Brüssel. Die "Hängepartie" mit der EU sollte im Interesse der Bank so schnell wie möglich beendet werden. Das sei wichtig, damit die Bank einen klaren Kurs fahren könne. Von Bundeshilfen profitiere die WestLB bisher nicht, obwohl sie bereits vor längerem einen Antrag gestellt habe. Grund sei, dass die geforderte Voraussetzung einer Kernkapitalquote von sieben Prozent bislang nicht erfüllt wurde. 2008 sei die Quote von 5,6 auf 6,4 Prozent verbessert worden.

Fehlspekulationen belasten die Bank

Die WestLB war bereits 2007 infolge von Fehlspekulationen und umfangreicher Kapitalanlagen in risikoreiche Papiere in die Krise geraten. Das Geschäftsjahr 2007 wurde mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro abgeschlossen. Anfang 2008 wurden strukturierte Wertpapiere zum Einkaufspreis von 23 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft ausgelagert. Dafür spannten die Eigentümer dann den Rettungsschirm auf. Die WestLB gehört dem Land Nordrhein-Westfalen, den Sparkassen in NRW und zwei kommunalen Verbänden in NRW.

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