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Conti-Vorstand hält an Werkschließungen fest


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Conti-Vorstand hält an Werkschließungen fest

27.03.2009, 17:29 Uhr | mfu, dpa-AFX, t-online.de, dapd

Rolf Koerfer, der neue Aufsichtsratsvorsitzende von ContinentalRolf Koerfer, der neue Aufsichtsratsvorsitzende von Continental (Quelle: ddp) Der Conti-Vorstand hält trotz breiter Proteste an dem umstrittenen Aus für die Reifenwerke am Stammsitz Hannover sowie in Frankreich mit insgesamt 1900 Beschäftigten fest. Es gebe wirtschaftlich keine Alternative, sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann nach einem Treffen des Aufsichtsrats. Auf der Sondersitzung wurde Rolf Koerfer, Berater des Großaktionärs Schaeffler, nach einem wochenlangen Wirbel zum neuen Aufsichtsratschef gewählt. Das Kontrollgremium will sich in vier Wochen erneut mit den Werksschließungen befassen.

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Continental muss Überkapazitäten abbauen

Die Pläne hatten sowohl in Deutschland als auch in Frankreich heftige Proteste von Betriebsräten, Gewerkschaften und Politik ausgelöst. Neumann sagte, Continental müsse auf die "beispiellose Krise" auf dem Reifenmarkt reagieren und daher Überkapazitäten abbauen. Der Vorstand wolle so rasch wie möglich über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln und zudem ein Konzept für den gesamten Standort Hannover-Stöcken entwickeln. Dort arbeiten insgesamt rund 2900 Beschäftigte, unter anderem in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie ContiTech.

Betriebsrat im "Clinch" mit dem Vorstand

Conti-Aufsichtsrat Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE kritisierte die Schließungen erneut scharf. Betriebsrat und Gewerkschaft hätten einen Fragenkatalog vorgelegt und würden nun Alternativen ausarbeiten. Dies sei aber ein "Bohren von dicken Brettern", die Arbeitnehmervertreter lägen derzeit im "Clinch" mit dem Vorstand. Der Kampf um die Jobs werde "verdammt schwierig".

Kritische Stimmen auf der Kapitalseite

Auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats ist eine Empfehlung an den Vorstand möglich, die Werksschließungen rückgängig machen. Dazu müssten aber Vertreter der Kapitalseite mit den Arbeitnehmervertretern stimmen. Bischoff deutete aber an, dass die Schließung der Werke auch unter Vertretern der Kapitalseite kritisch gesehen werde.

Neuer Aufsichtsratschef gewählt

Neuer Chef des Aufsichtsrats ist der Schaeffler-Berater Koerfer. Der 51-Jährige ist Nachfolger des langjährigen Aufsichtsratschefs Hubertus von Grünberg, der vor drei Wochen auf Druck und im Streit mit Großaktionär Schaeffler zurückgetreten war. Koerfer sollte eigentlich schon damals zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Ein Gericht hatte aber seine Bestellung in den Aufsichtsrat zunächst gestoppt, weil Koerfer ein Interessenkonflikt vorgeworfen wurde.

Zukunft von Conti ungewiss

Die Zukunft sowohl von Continental als auch von Schaeffler ist derzeit ungewiss. Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach ist wegen der auf Pump finanzierten Conti-Übernahme hoch verschuldet, hat einen Milliarden-Kapitalbedarf und bittet um Staatshilfen. Auch Conti ist wegen der Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO hoch verschuldet. Schaeffler und Conti sprechen über eine Zusammenlegung der Automobil-Sparten, die Conti-Reifensparte soll ausgegliedert werden.

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